16. Mai 2008 09:47
Dieser Abend stand völlig im Zeichen des außer Konkurrenz stehenden
Dreamworks-Comicfilm "Kung Fu Panda": Zur Premiere erschienen die
als Synchronsprecher mitwirkenden Stars Angelina Jolie (mit Ehemann Brad
Pitt), sie zeigte sich Abends wieder mit prallem Babybauch in einem
smaragdgrünen.Kleidertraum. Weiters Jack Black, Dustin Hoffman und Lucy Liu,
die stimmlichen Protagonisten des Films. Andere Stargäste wie Eva Longoria
Parker, Aishwarya (Bollywood-Aktrice und Ex-Miss World), Rachel Leigh Cook
oder Sängerin Natalie Imbruglia traten über den Red Carpet, um bei der
Exklusiv-Premiere dabei zu sein. Jack Black hatte sich ja verplaudert, dass
Jolie Zwillinge erwarten würde. Überhaupt ist Jolies Auftritt eine absolute
Sensation in Cannes.
Der kämpfende Panda
Ein dicker, fauler und verfressener
Tollpatsch-Panda, der die asiatischen Kampfkünste deutlich mehr liebt als
die Arbeit im Nudel-Restaurant seines Vaters, ist der Auswerählte als
Drachen-Krieger, der sich dem Endkampf mit dem gefährlichen Schneeleoparden
Tai Lung stellen muss.
Der Film sorgte für Abwechslung im dichten Themenspektrum in Cannes. Die
nächsten cineastischen Highlights mit Kindesentführung, unheilbaren
Krankheiten und dem brutalen System der italienischen Mafia stehen
schließlich schon auf dem Programm.
Hochgelobter Film
Das Filmfestival in Cannes hat schon früh
einen ersten Kandidaten für die großen Preise. "Waltz With
Bashir" aus Israel hat das Publikum bei der ersten Pressevorführung
fasziniert und bewegt. Der Regisseur Ari Folman erschafft ein ganz neues
Genre, den "animierten Dokumentarfilm".
Formal als klassisch gezeichneter Animationsfilm in schönstem Comicstil
gestaltet, rekonstruiert "Waltz Witz Bashir" Folmans eigene
Erinnerungsarbeit über verdrängte Erlebnisse als junger israelischer Soldat
im Libanonkrieg Anfang der 80er Jahre. Produziert wurde das Werk von den
Deutschen Gerhard Meixner und Roman Paul (Razor Film, Berlin), die für "Paradise
Now" über palästinensische Selbstmordattentäter bereits eine
Oscar-Nominierung bekommen haben.
Massaker in Palästina
In "Waltz With Bashir" geht
es um das Vergessen traumatischer Erlebnisse. Langsam tastet sich der Film
an seinen Kern heran: Das Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung
im Libanon nach dem Attentat auf den libanesischen Präsidenten und
christlichen Militärführer Bashir Gemayel im September 1982.
Hochgelobt
Folman, ein erfahrener Dokumentarfilmer, verfremdet
die üblichen Doku-Mittel wie Interviews durch Animation und gestaltet seinen
Film eher als zeitgeistigen Trip durch Musik und Popkultur der 80er Jahre.
Was mit Träumen und Halluzinationen beginnt, wird inhaltlich immer konkreter
und realistischer. Bis am Ende eine lange "echte" Archivsequenz
die realen Opfer des Massakers zeigt.