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Premiere von Nestroys

Nestroy

 

Premiere von Nestroys "Unverhofft" in Wien

Der größte „Publikumsliebling“ der Josefstadt hat wieder Premiere. Otto Schenk spielt eine Nestroy-Rarität „mit einer wunderbaren Rolle“, wie er im Interview versichert: Unverhofft bezieht seinen Titel aus der Tatsache, dass Herr Ledig, ein eingefleischter Junggeselle, unverhoffterweise ein fremdes Baby ins Bett gelegt bekommt. Womit den komischsten Komplikationen der Weg bereitet ist. Hans Hollmann inszeniert diesen späten Nestroy, Martin Zauner, Therese Lohner und Caroline Frank komplettieren die Besetzung.

Das ÖSTERREICH-Interview mit Otto Schenk

ÖSTERREICH: „Unverhofft“ ist eine Nestroy-Rarität...

Otto Schenk:..ein später Nestroy, was natürlich ein Glück für mich ist. Denn für die frühen Stücke bin ich zu alt. Während ich den späten Nestroy g’rad noch derglängen kann.

ÖSTERREICH: Ist es ein gutes Stück?

Schenk: Es hat einen der großartigsten ersten Akte, die der Nestroy je geschrieben hat. Dass gerade demjenigen ein Kind ins Bett gelegt wird, der Kinder nicht leiden mag und so stolz darauf ist, dass er so lange Junggeselle war – ein Irrtum, wie sich bald herausstellt! – eine derartige komödiantische Verwicklung macht dem Nestroy so schnell keiner nach. Es wird ein hypochondrisch-psychologischer, lustiger, aufregender Abend. Mit einer wunderbaren Rolle.

ÖSTERREICH: Fühlen Sie sich gut aufgehoben in Herbert Föttingers neuer Josefstadt?

Schenk: Ich bin jetzt klarerweise mit vollkommenen Scheuklappen auf mein Stück und meine Arbeit versessen, sodass ich kaum bemerke, was rund um mich herum passiert. Aber ganz fraglos ist dieses Theater auf einem glücklichen und erfolgreichen Weg.

ÖSTERREICH: Darf man fragen, welche Premiere Ihnen zuletzt am besten.

Schenk:... nein, ich geb’ keine Gutachten. Weder positive, noch negative. Das überlass’ ich den Kritikern.

ÖSTERREICH: Sind Sie verblüfft, dass Ihr Kochbuch so ein „Longseller“ geworden ist?

Schenk: Ja, riesig. Wie ich über alle Erfolge von mir verblüfft bin. Auch die des sogenannten „Publikumslieblings“. Ich bin ja kein so großer Liebling von mir selber wie – Gott sei Dank – vom Publikum. Aber ich hab’ dieses Buch ja auch mit großer Leidenschaft geschrieben. Da ist jedes Wort von mir, nicht von jemandem, der das „geisterschreibt“. Und ich hab’ fast ein bisschen Blut geleckt. Ich hab’ sofort Sehnsucht, ein nächstes Buch zu schreiben.

„Unverhofft“: Nestroy; Schenk; Theater in der Josefstadt, Wien, 19.30 Uhr.

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