Raimund als Pop-Spektakel

Alpenkönig & Menschenfeind

Raimund als Pop-Spektakel

In seinem Zaubermärchen Der Alpenkönig und der Menschenfeind erzählt Ferdinand Raimund die Geschichte des hypochondrischen Menschenfeinds Rappelkopf, der vom Alpenkönig Astragalus psychotherapeutisch von seinen Neurosen geheilt wird. In der Uraufführung 1828 im Wiener Leopoldstädter Theater spielte Raimund, der Vollender und Überwinder der spätbarocken Hanswurstiaden, selbst den Rappelkopf.

Kugel im Kopf
Wie sein depressiver Titelheld war der gemütvolle Poet des Wiener Biedermeiers menschenscheu, misstrauisch und melancholisch. Mit 46 Jahren schoss er sich eine Kugel in den Kopf; sein Ideal – die kleinbürgerliche Zufriedenheit – hat er nie erreicht.

Neu komponiert
Das Burgtheater eröffnet heute mit Raimunds erfolgreichstem Bühnenwerk in der Regie des Bad Ischlers Michael Schachermaier seinen Österreich-Schwerpunkt. Die Couplets von Wenzel Müller wurden von der Grazer Popmusikerin Eva Jantschitsch alias Gustav neu komponiert und getextet.

Stars
In den Titelrollen sind zwei Wiener Publikumslieblinge zu erleben: Cornelius Obonya, zuletzt bei den Salzburger Festspielen als Molières reicher Bürger in der Urfassung der Ariadne auf Naxos bejubelt, spielt den Rappelkopf. Als Geisterchef Astragalus, der den cholerischen Rappelkopf sein monströses Verhalten vor Augen führt, ist Johannes Krisch (zuletzt in 360 im Kino) zu sehen.

E. Hirschmann-Altzinger

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