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Regisseur Niki List gestorben Regisseur Niki List gestorben

Mit 52 Jahren

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Regisseur Niki List gestorben

Der Filmschaffende brach heute in den frühen Morgenstunden (gegen 2 Uhr) zusammen, blieb bewußtlos liegen. List war zu dem Zeitpunkt gerade bei einer Premierenfeier in einem Wiener Innenstadtlokal. Die Rettungskräfte konnten den 52-jährigen Regisseur nur noch für tot erklären. Ob List an den Folgen seines Sturzes verstarb, oder einen Herzinfarkt erlitt, ist noch unklar.

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Vita eines großen Künstlers
Niki List wurde am 28. Juni 1956 in Wien geboren, studierte Theaterwissenschaft und besuchte die Höhere Graphische Bundes-, Lehr-und Versuchsanstalt. 1982 landete er mit dem Spielfilm "Café Malaria" einen ersten Publikumserfolg. Das Detektivmusical "Müllers Büro" sorgte 1986 für ausverkaufte Kinos und liegt noch heute auf Platz drei der erfolgreichsten österreichischen Filme. Weitere Filme: "Werner - Beinhart!" 1990 "Der Schatten des Schreibers", 1994.
2007 wurde der Film im Wiener Metropol für die Bühne adaptiert - sehr erfolgreich, wie Metropol-Chef Peter Hofbauer gegenüber der APA sagte.
Wortkarger Künstler
List sei ein "wandelndes Understatement" gewesen, ein wortkarger Künstler, der seine Ziele aber mit einer "sagenhaften Beharrlichkeit" verfolgt habe, so Hofbauer. Er habe nach "Müllers Büro" nicht bei der Erfolgsmasche bleiben wollen und sei andere Wege gegangen - auch wenn diese "nicht mehr so publikumswirksam" gewesen seien. List drehte zuletzt das Dokudrama "Move!" über das multikulturelle Leben der heutigen Jugend in Wien. Der Gründer der Cult Filmproduktion wurde dreimal mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet, für "Café Malaria" erhielt er den Max-Ophüls-Preis. Das Kulturministerium zeichnete List im März mit dem Berufstitel Professor aus.

Reaktionen
Kulturministerin Claudia Schmied
"Niki List hat wesentlich zur Renaissaance des österreichischen Films beigetragen und seine Kinoproduktionen haben den österreichischen Film wieder in das öffentliche Bewusstsein zurückgeführt. Durch ihn, durch seine Bildsprache und seinen Ideenreichtum wurde das heimische Kino wieder zu einem Erlebnis. Die musikalische neue deutsche Welle fand ihr Gegenstück in einem österreichischen Filmrevival. Bis zuletzt hielt seine Kreativität an und erst vor wenigen Tagen wurde er von der Republik mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet. Sein plötzlicher Tod beraubt Österreich um einen wichtigen Vertreter der Filmkunst"
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny
"Mit seinen Filmen hat Niki List das österreichische Kino der 80er geprägt wie kein anderer", sagte tief betroffen Wiens Kulturstadtrat Mailath-Pokorny zum überraschenden Tod von Regisseur Niki List. "Sein Erstlingswerk "Malaria" hat als erster Spielfilm die Wiener Szene in einer bis heutigen gültigen Weise auf die Leinwand gebracht. "Müllers Büro", sein wohl bekanntestes Werk, zählt zu den großen österreichischen Kultfilmen; damit hat er neue Wege beschritten und anderen Filmemachern Mut gemacht"

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