„Rockstar zu sein, ist irre langweilig „Rockstar zu sein, ist irre langweilig

Interview

© Valerie Philipps

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„Rockstar zu sein, ist irre langweilig"

Nummer eins. Gut Ding braucht Weile. Schon seit Dezember 2007 hat Amy Macdonald (21) ihren Hit This Is The Life am Start. Doch erst jetzt erobert sie damit die Charts: Platz eins der Austria Top 40! Gefeiert wird am 23.10. – mit einem Konzert in Wiener WUK. Das Interview .

ÖSTERREICH: Wie lebt es sich als Nummer eins?

Amy MacDonald: Das Rockstar-Dasein ist eigentlich irre langweilig: Früh aufstehen und früh schlafen gehen. Außer Flughäfen, Taxis, Hotelsuiten und Konzerthallen sehe ich nicht viel. Ich habe mir das aufregender vorgestellt.

ÖSTERREICH: Wie bleibt man dabei am Boden?

MacDonald: Ich nehme all meine Freunde und die Familie mit auf Tour. Nur so hab ich die Gewissheit, dass ich nicht komplett verrückt werde. Wir spielen dann abends Scrabble oder schauen DVDs.

ÖSTERREICH: Sie gelten als Chart-Sensation...

MacDonald: Anfangs war das ein ziemlicher Schock, weil ich über meine Musik sprechen musste, ohne dass mein Album veröffentlicht war. Das kam mir sehr eigenartig vor. Doch jetzt, wo man meine Musik kennt, fällt es mir schon ein bisschen leichter.

ÖSTERREICH: In England waren Sie mit This Is The Life „bloß“ auf Platz zwei…

MacDonald: Ich war damals sehr frustriert, dass ich durch Paul Potts von Platz eins abgehalten wurde. Der ist ja bloß ein x-beliebiger Castingsänger, der Pavarotti vergewaltigt, und somit ist er nicht wirklich relevant. Bei jedem anderen hätte ich es wahrscheinlich akzeptiert, geschlagen zu werden, aber gerade Potts ging nun wirklich nicht.

ÖSTERREICH: Was ist so schlimm an Castingstars?

MacDonald: Castingshows killen das Musikbusiness. Jeder, der seine Karriere auf belanglosen TV-Auftritten mit Coverversionen aufbaut, ist doch kein Star, sondern bloß ein ferngesteuertes Werkzeug von Marketingstrategen.

ÖSTERREICH: Erwarten Sie nun den Award-Reigen?

MacDonald: Diese Award-Shows sind doch bloß ein Grund, sich sinnlos zu besaufen. Klar würde ich gerne gewinnen, aber wichtiger ist mir, dass meine Musik gehört wird.

ÖSTERREICH: Fühlen Sie sich nun als Star?

MacDonald: Überhaupt nicht. Ich werde kaum auf der Straße erkannt und habe auch das Glück, dass ich für die Gossip-Magazine als viel zu uninteressant gelte. Mein Privatleben und mein Müll sind zu unspektakulär, um darin herumzuwühlen.

Foto:(c) Valerie Philipps

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