Sängerin Anneliese Rothenberger ist tot

Mit 83 Jahren

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Sängerin Anneliese Rothenberger ist tot

Die deutsche Kammersängerin Anneliese Rothenberger ist tot. Das teilte die Grafenfamilie Bernadotte, die eng mit der Künstlerin befreundet war, am Dienstag, 25.5. in Konstanz mit. Die Sopranistin sei am Montagabend im Kantonsspital Münsterlingen in der Schweiz im Alter von 83 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben, teilte ein Sprecher mit.

Rothenberger galt als eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen der Nachkriegszeit. Ihre TV-Sendungen wie "Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre" erreichten ein Millionenpublikum. Rothenberger war auch Trägerin des Titels "Österreichische Kammersängerin".

Anneliese Rothenberger gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Sängerinnen der Nachkriegszeit. Berühmt wurde die in Mannheim geborene Sopranistin vor allem als Mozart- und Richard-Strauss-Interpretin. Ihr besonderes Timbre und ihre Darstellungskunst machten sie zu einem begehrten Gast an den namhaften Opernhäusern der Welt. Einem Millionen-Publikum wurde die Sopranistin mit ihren Musiksendungen im Fernsehen bekannt.

Ihre Verehrer unter den Kritikern bezeichneten die zartgliedrige, blonde Sängerin einst als "Lady von damenhafter Schönheit, gewitzt, intelligent, geschäftstüchtig und begabt". Doch als "Lulu" in Alban Bergs gleichnamiger Oper konnte sie auch zum "Luder mit Engelsgesicht" werden, wie der Kritiker der "New York Times" einst schrieb, als die Sängerin mit dieser Titelpartie Triumphe an der New Yorker Met feierte.

Ihre Begabung zeigte sich schon früh, so dass sie in Mannheim an der Musikakademie Gesangsunterricht bekam. Nach ihrem Debüt am Stadttheater Koblenz wurde sie 1948 Ensemblemitglied der Hamburger Staatsoper, bis sie 1956 nach Düsseldorf wechselte und ein Jahr später nach Wien an die Staatsoper. 1952 war Rothenberger erstmals bei den Edinburgh-Festspielen zu Gast und legte damit den Grundstein für ihre internationale Karriere. Bald darauf folgte eine Einladung zu den Salzburger Festspielen, denen sie bis 1973 die Treue hielt; dafür wurde sie später mit der "Max-Reinhardt-Plakette" geehrt.

1960 gab sie ihr umjubeltes Debüt in New York als "Zdenka" in der Strauss-Oper "Arabella", 1961 ein Gastspiel an der Mailänder Scala. Lange Tourneen führten sie nach Südamerika (1952/53), in die USA und in die Sowjetunion (beide 1970). Ihr Repertoire umfasste aber auch Operettenpartien. Populär wurde sie ferner durch ihre Rollen in Musikfilmen. Bereits 1955 spielte sie in der englischen Verfilmung der "Fledermaus" von Johann Strauß mit.

Von 1970 an gelang ihr eine zweite Karriere im Fernsehen, und bei der älteren Generation war sie mit Sendungen wie "Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre" oder "Traumland Operette" beliebt. 1983 beendete sie ihre Opern-Karriere, 1989 gab sie ihren letzten Liederabend. Zu einem Comeback ließ sie sich nie überreden. Lieber höre sie den Satz "Schade, man hört Sie gar nicht mehr" als "Die Alte singt immer noch", befand sie einmal.

Rothenberger wurde mit vielen Preisen vom Bundesverdienstkreuz über "Bambis" bis zum "Echo Klassik" ausgezeichnet und trug seit 1967 den Titel "Österreichische Kammersängerin".

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