03. August 2010 16:40

Stars im Anmarsch 

Salzburg: Netrebko als neue ,Julia‘

Netrebko als Salzburgs „Julia“, Erwin Schrott als „Leporello“ und Rolando Villazón als Solist – jetzt sind die Kassenmagneten am Zug.

Salzburg: Netrebko<br />
als neue ,Julia‘
© Reuters
Salzburg: Netrebko<br />
als neue ,Julia‘

Die erste Festspielwoche nahm Gerard Mortiers auch heuer wieder vorgetragene Kritik an dem Festival – es ginge mehr um Kommerz als um Kunst – den Wind aus den Segeln: Weder Ödipus auf Kolonos noch die Dionysos-Uraufführung, weder Angst noch Lulu waren bloß „Kommerz“.

Was jetzt noch kommt, könnte man wenigstens teilweise als „Kassenmagneten“ bezeichnen, ohne die es bei einem Festival wie den Salzburger Festspielen eben auch nicht geht:

– Kommenden Montag (9. August) wird Claus Guths im Junkie-Milieu spielende Don Giovanni-Inszenierung aus dem Vorjahr mit Netrebko-Gespons Erwin Schrott als Diener Leporello wieder aufgenommen.

Festspiele mit Netrebko, Villazón und Schrott
– Tags darauf (10. August) hat Anna Netrebko selbst Premiere in Gounods Roméo et Juliette – dem konkreten Anlass für Mortiers Kritik, „die Salzburger sollten nur die besten Werke der Geschichte vorführen und nicht die, die sich am besten verkaufen lassen“.

– Am 15. August feiert Netrebkos Ex-„Traumpartner“ Rolado Villazón mit einem Liederabend sein Salzburg-Comeback nach der schweren Stimmkrise.

– Ein großer Name lockt auch zu den beiden (allerdings konzertanten) Norma-Aufführungen am 9. und 14. August: Die Koloraturen-Virtuosin Edita Gruberova singt in der Bellini-Oper die Titelpartie.

– Schon am Abend davor (8. August) ist Waltraud Meier als Klytämnestra in Strauss’ Elektra zu erleben.

– Und auch noch eine große Schauspiel-Premiere mit klingenden Namen ist in Warteposition: Am 18. August starten Ex-Buhlschaft Sunnyi Melles und Paulus Manker in Racines Phädra durch; Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann inszeniert und übernimmt die Produktion am 8. September ins Wiener Akademietheater.

Apropos Mortier: Bei dem Ex-Intendanten revanchierte sich Noch-Intendant Jürgen Flimm gestern mit dem Bonmot: „Der Mortier gockelt immer um die Festspiele rum wie ein verlassener Liebhaber.“


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