Premiere:

Salzburger Festspiele

Premiere: "Jedermann" mit neuer Buhlschaft

Mit Hofmannsthals allegorischem Mysterienspiel Jedermann in der Regie von Max Reinhardt wurden am 22. August 1920 die ersten Salzburger Festspiele eröffnet. Seither ist das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, der vor Gott Rechenschaft ablegen muss über sein irdisches Tun, auf dem Salzburger Domplatz Fixpunkt des Festivals.

Bigotter Kitsch?

Wiewohl immer ein Publikumshit, wurde der Jedermann mit den mittelalterlichen Knittelversen und der naiv-altertümlichen Bildersprache von der Kritik seit Alfred Kerr als bigotter Kitsch und Kunstgewerbe belächelt, als touristisches Erbauungsspektakel und katholisches Propagandastück. Die Liste der Titeldarsteller liest sich wie ein Who’s who deutschsprachiger Spitzenschauspieler. Alexander Moissi, der Prot-agonist der Berliner Uraufführung 1911 und der Salzburger Erstaufführung, leitete die Jedermann-Legende ein. Unter seinen Nachfolgern glänzten Attila Hörbiger, Will Quadflieg, Curd Jürgens, Klaus Maria Brandauer, Gert Voss und Peter Simonischek.

Seit 2013 überzeugt Burgstar Cornelius Obonya, Spross der berühmten Wiener Schauspielerdynastie Wessely-Hörbiger, in der punkigen, an mittelalterlichen Totentänzen orientierten Inszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes als reicher Sünder, der in seiner Todesstunde von allen Freunden und Schätzen dieser Welt im Stich gelassen wird. Heuer bekommt Obonya eine neue Buhlschaft: Die attraktive 25-jährige Linzerin Miriam Fussenegger wird heute als Jedermanns Geliebte auf dem Salzburger Domplatz debütieren.

E. Hirschmann-Altzinger

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