Schlagerstar Lolita (79) ist tot

Krebs

 

Schlagerstar Lolita (79) ist tot

Lolita ist tot. Die beliebte österreichische Schlagersängerin der 1950er und 60er Jahre starb 79-jährig in ihrer Wahlheimat Salzburg, vermeldete ORF "Niederösterreich Heute" am Freitag. Die volkstümliche Musiklegende, die es mit "Seemann, deine Heimat ist das Meer" 1960 auf Platz fünf der US-Charts schaffte, wurde am 17. Jänner 1931 in St. Pölten geboren. Laut Medienberichten erlag Lolita einem Krebsleiden.

Edith Einzinger absolvierte zunächst eine Ausbildung als Diplom-Kindergärtnerin. Nachdem der Sender Linz des ORF sie entdeckt hatte, nahm der Produzent Gerhard Mendelsohn sie unter Vertrag. Ihren ersten Erfolg landete Lolita laut dem "Österreichischen Hitlexikon" 1957 mit dem Evergreen "Weißer Mond in Maratonga".

Sie schaffte es sogar in die US-Charts
Drei Jahre später schaffte die jodelnde Dirndlträgerin den weltweiten Durchbruch: Nach Schlagern wie "Addio Amigo", der auf Platz drei der heimischen Hitparade aufstieg, "Mit etwas Liebe" (ein Duett mit Jimmy Makulis) oder "Eine blaue Zauberblume" gelang der St. Pöltnerin dann 1960 mit "Seemann, deine Heimat ist das Meer" der Sprung an die Spitze. 31 Wochen war der Hit ohne Unterbrechung in den Charts vertreten. Mit der englischen Version erklomm die "Seemannsbraut" immerhin den fünften Platz der US-Top 100.

Ein Verkehrsunfall, bei dem die Sängerin beinahe das Augenlicht verlor, unterbrach 1963 Einzingers steile Karriere. Mit "Matrosenliebe" schaffte es Lolita 1964 noch einmal in die Hitparade. Nach dem nächsten Song "Komm wieder" (1965), der sich nur mehr vier Wochen in den Charts hielt und nur bis Platz 20 kam, wurde es ruhig um sie.

Würdigung von Russland
Erst in den siebziger Jahren begann Einzingers Stern wieder zu leuchten. Als Volksmusikinterpretin erwarb sie sich eine große Fangemeinde, im Tingel- und Fernsehgeschäft gelang es ihr schließlich auch, an die Erfolge der vergangenen Tage anzuknüpfen. Auch auf Tonträger war Lolita plötzlich wieder präsent: "In den Bergen mit Lolita und Alfons Bauer mit seinen Almdudlern" hieß zum Beispiel eine CD aus dem Jahr 1989.

Im selben Jahr wurde die Sängerin, nachdem sie bei der Moskauer Ausgabe des "Musikantenstadls" die Herzen der Fans im Sturm erobert hatte, auch vom russischen Fernsehen gewürdigt. In einem Special über "Lolitaschka" wurden die Karrierehöhepunkte der St. Pöltnerin noch einmal nachgezeichnet.

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