Sensation: Ex-Ö3-Boss wird neuer Opernchef

Roscic löst Meyer ab

Sensation: Ex-Ö3-Boss wird neuer Opernchef

Der ehemalige Ö3-Chef und Top-Musikmanager (DG, Decca, Sony) bremste 20 Kandidaten aus.

„Habemus Staatsoperndirektor!“ Mit diesen Worten präsentierte Kulturminister Thomas Drozda den neuen Kapitän des Flaggschiffs der Kulturnation: Bogdan Roscic (ÖSTERREICH brachte den Namen schon in der Mittwochausgabe).

Die Kür des 1964 in Belgrad geborenen Kulturmanagers, der seine Karriere als Pop- und TV-Journalist startete, 1996 Ö3-Chef wurde, dort den Sender komplett modernisierte und aktuell als Präsident von Sony Classical (Neujahrskonzert) in New York zu den Musikmächtigsten zählt, ist eine echte Überraschung. Roscic verzichtet laut Insidern auf mehr als zwei Drittel seines Gehalts, jüngst hatte er sich zusätzlich zu seinen Wohnungen in New York und London auch noch eine luxuriöse Bleibe in Berlin zugelegt.

Die Bestellung ist ein Coup – in den letzten Wochen und Monaten wurden Opernleiter wie Klaus Bachler (München) oder Roland Geyer (Theater an der Wien) als Nachfolger von Staatsoperndirektor Dominique Meyer gehandelt.

»Nächste Generation der Opernstars kommt aus Wien«

Roscic, „Topmanager und bestens vernetzt mit den Sängern der Welt“ (Drozda), peilt eigenen Aussagen nach eine „allabendliche Hebung der Qualität“ der Wiener Staatsoper an, um „ihr Publikum selbst zu erschaffen“ und sich in der „Materialschlacht“ (siehe Kasten rechts) mit anderen Medien zu bewähren. „Die nächste Generation der Topstars der Oper“, so Roscic, „soll aus Wien kommen.“

Franz Welser-Möst, Ex-Musikchef der Oper, mit dem Roscic Gespräche führen will, zeigt sich erfreut über die Kür: „Ein echter Macher.“ Geyer spricht von einer „beinahe amerikanischen Lösung im Sinne von ‚alles ist möglich‘“. Und Ioan Holender lobt den „sehr guten und unösterreichischen Weg“. Die FPÖ kritisiert eine „Skandalbestellung“ und spricht von einer „Entwürdigung der Oper“. „Taxi Orange“ würde mit Roscic im Haus am Ring „Einzug halten“. Die SPÖ jubelt erwartungsgemäß.

Noch-Opernleiter Meyer bedauert seine Abwahl und verspricht, bis zu Roscics Antritt 2020 „mit Enthusiasmus“ weiterzumachen.

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