Sind wir zu blöd für die Millionenshow?

Kaum Gewinner

© ORF

Sind wir zu blöd für die Millionenshow?

Sie ist nach wie vor das Quoten-Zugpferd des ORF. 649.000 Österreicher schauten am letzten Montag „Millionenshow“. Aber: Es war schon einmal eine Million, die zu Armin Assinger zappte (kassiert pro Sendung 5.000 Euro Gage, nimmt an einem Tag drei Shows auf). Grund für den Abrutsch: Der Kick fehlt, der Show gehen die Millionäre aus:

  • Seit 8. September 2006 (Heide Gundek, Pensionistin aus Wien) gibt es keinen Millionengewinner mehr. Heißt: 39 Monate, 153 Wochen oder 1.172 Tage holte sich niemand mehr den Höchstpreis ab.
  • Noch ärger: Seit eineinhalb Jahren schaffte es keiner mehr, sich 300.000 Euro zu erraten. Am 17. März 2008 streifte der Grazer Bernhard Reicher 300.0000 Euro ein. Seither: 93 Wochen oder 653 Tage Quiz-Flaute.
  • Das Verblüffendste aber: Seit einem halben Jahr (27. Juni 2009) hat es nicht einmal jemand geschafft, 150.000 Euro einzukassieren. 24 Wochen oder 168 Tage scheiterten alle Kandidaten an der dritthöchsten Hürde.

Kosten senken
Damit drängt sich die Frage auf: Sind wir zu blöd für die Millionenshow-Fragen? Oder ist das Quiz zu schwierig? Etwa weil der ORF die Fragen (kommen übrigens von Barbara Stöckls „kiwi-TV“) künstlich komplizierter macht, um Geld zu sparen?

Das wird wüst abgestritten. Als Erklärung schickt der ORF die derzeitige Argumentations-Allzweckwaffe ins Feld: die Wirtschaftskrise. „Die Risikobereitschaft hat abgenommen und die Kandidaten gehen wegen der wirtschaftlichen Lage eher auf Nummer sicher“, sagt ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm.

Das mag stimmen, aber es verblüfft, dass auch in Deutschland Sieger-Flaute herrscht. Seit 35 Monaten wurde der Jackpot bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär“ nicht mehr geknackt. Die Show bei derselben Firma in Köln produziert. Und auch hier nennt man als Schuldigen – „die Wirtschaftskrise“.

Hoch versichert
Aber dann gibt es da noch die Sache mit der Versicherung. Als der ORF mit der Millionenshow startete, sicherte sich der Staatsfunk gegen das Gewinn-Risiko ab. Bei einer britischen Firma wurde eine Versicherung abgeschlossen, die zahlen sollte, wenn die erste Million fällig wird.

Tatsächlich passierte das am 19. November 2001, als der Vorarlberger Anton Sutterlüty sich 10 Millionen Schilling (!) holte. Seither schafften fünf weitere Kandidaten die Millionen-Hürde. Der ORF aber war nach dem ersten Jahr aus der Versicherung ausgestiegen – und muss nun die Million selber zahlen. Da trifft es sich gut, dass keiner mehr hoch pokert.

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