Skandal um Kirchen-Porno-Musik-Video

Keine Dreherlaubnis

© Screenshot Youtube

Skandal um Kirchen-Porno-Musik-Video

Neu ist die Idee wie ein klappriger Oldtimer von dem der Lack bröselt und innovativ nicht unbedingt. Aber cashen kann man mit ihr, denn eines ist sicher: Sex Sells. Punkt. Oder Rufzeichen. Rammstein haben im September 2009 mit "Pussy" vorgemacht, das es noch immer klappt, Massive Attack ist ebenfalls auf den schlüpfrigen Zug aufgesprungen. Die Rede ist von Musikvideos mit pornografischen Inhalten. Gebracht hat es sowohl den harten Jungs von Rammstein und Massive Attack zwei Dinge: Die Videos dürfen auf Musiksendern nicht in ihrer ursprünglichen Version laufen, da sie auf dem deutschen Index stehen. Und im Falle von Rammstein gab es Chartshöhenflüge, die eine deutsche Band erst einmal nachmachen muss (Das Album "Liebe ist für alle da" belegte Platz 1 in Österreich, Deutschland, Schweiz, Dänemark und schaffte es auf Rang 13 der US-Charts).

Technosounds mit provokanten Bildern
Ein Musikvideo, dass sich einreiht und auf Ruhm durch provokante Sexszenen abzielt, erregt in der Schweiz die Gemüter: Das Video zum Track "White Monks" (deutsch: "Weiße Mönche") des Technoprojekts "Milk67" zeigt explizite Szenen: Eine nackte Dame schwimmt in einem See. Schnitt. Sie entsteigt dem Wasser, läuft vor einem Mann davon. Sie flüchtet schließlich ins Kloster Einsiedeln, wo nackte junge Männer in auf Mönchsktten anspielende weiße Leinengewänder gehüllt sind und eine Orgie zelebrieren. Dann wird aus einem Weihwasserbecken eine milchige Flüssigkeit getrunken und die Orgie nimmt ihren Exzessiven Lauf...

Abt leitet rechtliche Schritte ein
Den Abt des realen Klosters Einsiedeln freuts natürlich wenig, sein Refugium derart dargestellt zu sehen, noch dazu weil er mit diesem Video aus heiterem Himmel konfrontiert wurde. Aus der Schweizer Blick-Zeitung hat er es erfahren. "Wir haben umgehend strafrechtliche Schritte eingeleitet" so Abt Martin Werlen. Er habe nichts gegen Kunst, die mit seinem Kloster zusammenhängt, "Aber nur wenn der Inhalt mit unseren Idealen übereinstimmt. Und das ist hier ganz sicher nicht der Fall."

Sex Sells - aber wie lange noch?
Zu überlegen ist die Sinnhaftigkeit und vor allem die dahinter stehende Motivation von sexuell-provokanten Inhalten in Musikvideos. Denn wie im Fall des Klosters von Einsiedeln muss den Verantwortlichen eine Reaktion von Seiten des Abtes klar gewesen sein. Lautet die alleinige Zauberformel dieser Musikindustrie: Provokation+Reaktion=abcashen? Fällt irgendwann der Faktor Provokation weg, und er ist am besten Weg dorthin, muss der Sex dann in Rente gehen...

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