16. Mai 2009 23:37
Als ein "Harry Potter" der Musik hat der Norweger Alexander Rybak beim
Eurovision Song Contest in Moskau alle mit seinem Charme verzaubert. Sein
Lied "Fairytale" - "ein Märchen" - handelt von der ersten Liebe des
Komponisten, der am vergangenen Mittwoch seinen 23. Geburtstag feierte. "Ich
weiß, dass viele eine bessere Stimme haben als ich, aber mein Trumpf ist,
dass ich es liebe und weiß, Geschichten zu erzählen", sagte der gebürtige
Weißrusse vor seinem Auftritt der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Sohn
einer Musikerfamilie hat seinen Song selbst komponiert und getextet.
Trotz der prominenten Unterstützung von Dita von Teese blieb Deutschland nur
einer der hinteren Plätze. Die Organisatoren fürchteten einen zu heißen
Auftritt der Tänzerin und forderten sie auf keusch zu bleiben. Der
Ex-Stargast von Richard Lugner beim Opernball hielt sich daran und blieb
relativ züchtig.
Das Plattenlabel EMI Germany hatte den norwegischen Shootingstar, der bei
der nationalen Vorentscheidung sechsmal so viele Punkte wie der
Zweitplatzierte errungen hatte, wegen seines Talents schon vor dem Finale
unter Vertrag genommen. Selten waren sich die Experten so sicher, dass Rybak
das Rennen machen würde. "Ich werde aber nie etwas Größeres tun als diesen
Grand Prix. Mehr geht nicht", meinte Rybak angesichts von mehr als 100
Millionen Fernsehzuschauern. Der Norweger hat sich in seinem Land mit nur
4,8 Millionen Einwohnern auch als Schauspieler in dem Musical "Anatevka"
einen Namen gemacht.
"Ich versuche, ein Schauspieler zu sein, weiß aber nicht, ob ich gut genug
bin", meinte der Norweger. "Wenn ich vor einer Kamera stehe, will ich nicht
nur singen, sondern auch eine Geschichte erzählen." Und die Story, die er in
Moskau erzählte, ist wahr, wie er beteuerte. Sie handelt von seiner ersten
Liebe vor fünf Jahren. "Die Erinnerung an die erste Liebe bleibt immer",
erklärte er den Erfolg seines Songs. Immer wieder wollten Fans wissen, ob
der Bursch noch zu haben ist. Der dpa sagte er: "Ich habe keine Zeit für
eine Freundin. Leider." Er stelle sich auf eine lange Karriere ein und wolle
nicht, dass jemand zu Hause auf ihn warte.
Mit seiner früheren Heimat Weißrussland hat er abgeschlossen, seit er im
Vorschulalter die "Diktatur" mit seinen Eltern verließ. Dennoch spricht er
Russisch mit seinen Eltern. In Norwegen hat er schon rund 80 Songs
geschrieben. Aber "Fairytale" sei sein erster kommerzieller Erfolg. "Das ist
ein Hit wie aus dem Bilderbuch, ein alchemistisches Zauberkunststück, bei
dem aus hitziger Liebeslyrik, sonnig unbefangener Melodie und feuriger
Folklore flüssiges Gold wird - ein wahres Popmärchen", sagte EMI-Sprecher
Harald Engel.
Seit seinem fünften Lebensjahr spielt Rybak Geige und Klavier - mit
Schwerpunkt Klassik. Für sein Violinenspiel erhielt er 2004 den
Anders-Jahres-Kulturpreis. Rybak hat mit dem Popsänger Morten Harket (a-ha)
gearbeitet und ist Konzertmeister des größten Jugendsymphonieorchesters
Norwegens. Sein Debütalbum "Fairytales" soll Ende Mai im deutschsprachigen
Raum erscheinen. Der Popkünstler zählt Michael Jackson, Sting und Andrea
Bocelli zu seinen Vorbildern.