Star-Dirigent stirbt bei Konzert

Schweiz

Star-Dirigent stirbt bei Konzert

Bei einem Konzert in Luzern ist am Donnerstag der Dirigent Israel Yinon gestorben. Der 59-Jährige brach während der Vorstellung vor den Augen der Zuhörer zusammen. Zuvor hatte der internationale Künstler während mehrerer Tage intensiv mit Jungmusikern geprobt. Der temperamentvolle Yinon dirigierte die "Alpensinfonie" von Richard Strauss, als er auf dem Podium zusammenbrach.

Unter Schreien von Musikern und Zuschauern stürzte er kopfüber aufs Parkett des Konzertsaals. Medizinpersonal betreute den am Boden liegenden Dirigenten, wie ein Zuschauer auf Twitter berichtete. Yinon wurde mit einer Ambulanz in ein Spital gebracht, wo er am späten Abend für tot erklärt wurde. Die Todesursache wurde nicht bekannt. Yinon feierte am 11. Jänner seinen 59. Geburtstag.

Das Konzert unter dem Thema "Heile Alpenwelt" wurde nach dem Vorfall abgebrochen. Das Publikum wie auch die über 80 Musiker der Jungen Philharmonie Zentralschweiz verließen den Saal.

Grippe-Symptome
Der Künstler habe die ganze Woche über mit viel Schwung und Elan mit den jungen Orchestermusikern gearbeitet, sagte Andreas Brenner, Leiter des Orchesters auf Anfrage der sda. Yinon habe unter Grippesymptomen gelitten, Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung habe es nicht gegeben.

Star-Dirigent
Israel Yinon war ein international tätiger Dirigent. Er dirigierte verschiedene europäische Orchester wie das BBC Symphony Orchestra, das Royal Philharomic Orchestra in London, das Sinfonieorchester des Israelischen Rundfunks in Jerusalem und das Berliner Sinfonie-Orchester.

Daneben war der Israeli für zahlreiche Radio- und CD-Aufnahmen verantwortlich. Neben dem Repertoire der Klassik, Romantik und der klassischen Moderne machte sich Yinon einen Namen durch die Aufführungen von Werken weitgehend unbekannter Komponisten. Yinon galt als Spezialist für Werke jüdischer und anderer verfolgter Künstler wie etwa Ernest Bloch, Karol Rathaus, Pavel Haas, Violetta Dinescu und Viktor Ullmann.

Für sein kulturelles Schaffen wurde Yinon mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den staatlichen Kulturpreis der Tschechischen Republik, das goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz und mehrere Preise der Deutschen Schallplattenkritik.

Die Hochschule Luzern äußerste sich in einer Mitteilung bestürzt über den jähen Tod des Dirigenten. Sie und ihre Studierenden würden mit Israel Yinon nicht nur einen hoch geschätzten Musikerkollegen und feinfühligen Pädagogen sondern auch einen großherzigen Freund verlieren.

Das Konzert fand im Rahmen des am Sonntag eröffneten Festivals "Szenenwechsel" der Musikhochschule Luzern statt. Die Aufführung hätte am Freitag im Mythen-Forum in Schwyz wiederholt werden sollen. Der Anlass wurde abgesagt.
 

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