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Thriller-King lässt wieder gruseln

Krimi

Thriller-King lässt wieder gruseln

Eigentlich ist Brady Hartsfield nur noch eine ­atmende Hülle. Beim Versuch, einen Konzertsaal zu sprengen und Tausende Teenies in den Tod zu reißen, wurde dem Psychopathen schließlich der Schädel eingeschlagen. Seitdem vegetiert er sabbernd in einer Nervenklinik vor sich hin. Doch plötzlich regt sich in Zimmer 217 Bewusstsein. Etwas in Brady erwacht.

Und obwohl er an das Krankenbett gefesselt bleibt, ziehen grausige Ereignisse eine Blutspur durch die Stadt. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Stephen King (68) beendet mit seinem neuen Thriller Mind Control nach Mr. Mercedes und Finderlohn seine Trilogie rund um den pensionierten Cop Bill Hodges und den Bösewicht Brady Hartsfield.

Finale. Man muss die Vorgeschichte kennen, um das Finale zu verstehen. Die Handlung knüpft an die ­Geschehnisse rund um das Mercedes-Massaker an: Sechs Jahre ist es her, dass Brady mit einer Limousine durch eine Menge wartender Arbeitsloser vor einer Jobmesse pflügte und viele Menschen tötete und verletzte. Hodges setzte ihn damals außer Gefecht.

Wachkoma. Nun liegt Brady im Wachkoma. Doch hinter der sabbernden Fassade ist er klar bei Bewusstsein – und er giert nach Rache. Vielleicht waren es die heimlichen Experimente seines Arztes mit neuen Medikamenten, vielleicht wurden bei seinem Gehirntrauma einige Synapsen umgepolt, jedenfalls hat Bradys Geist nun tödliche Kräfte entwickelt. Und er ist getrieben von Hass.

Mit Gedankenkraft den Wasserhahn aufdrehen

Anfangs kann er mit Gedankenkraft nur seinen Wasserhahn aufdrehen und an der Jalousie im Krankenzimmer rütteln, später macht sich sein Geist wie ein Parasit in anderen Körpern breit, Brady lenkt und steuert seine Opfer wie menschliche Drohnen. Zugang zum Bewusstsein verschafft er sich über eine ausrangierte Spielekonsole, dem Zappit. Bei der Demo des Spiels Fishin’ Hole schwimmen bunte Fischlein über den Bildschirm, hypnotisieren dadurch den Betrachter – und öffnen Brady die Tür in ihre dunkelsten Gedanken.

Terror. Mithilfe dieses Tablets des Terrors macht sich in der Stadt eine Selbstmordepidemie breit. Jugendliche springen aus dem Fenster, schneiden sich die Pulsadern auf, schießen sich in den Kopf. „Mord ist keine Kontrolle. Mord ist einfach nur Mord. Suizid ist Kontrolle“, das ist Bradys kranke Devise. King widmet sich dem heiklen Thema Selbstmord, nicht ohne im Buch auf die Notnummer für Suizidprävention und den Wert des Lebens an sich hinzuweisen.

Der Bösewicht ist simpel böse und sadistisch

Der Meister des Horrors, ursprünglich bekannt für übersinnlichen Spuk wie Es und Friedhof der Kuscheltiere, beendet damit seinen dreiteiligen Exkurs ins Detektiv-Milieu. Das Buch ist ganz King, der Bösewicht so simpel böse wie sadistisch. Waren die ersten beiden Bücher eher gewöhnliche Kriminalromane, endet die Katz-und-Maus-Jagd nun mit jeder Menge Grusel. In diesem Sinne widmet King das Buch Thomas Harris, dem Autor von Das Schweigen der Lämmer.

Letzter Fall. Es ist der letzte Fall von Bill Hodges. Und wieder ermittelt er mit seiner eigenwilligen Partnerin Holly und dem Studenten Jerome auf eigene Faust, weil es die richtigen Polizisten nicht auf die Reihe kriegen. Neben Selbstmordspuk und Telekinese hat der pensionierte Polizist Hodges mit ganz irdischen Gebrechen zu kämpfen. Bereits im ersten Teil der Krimi-Reihe plagten ihn Altersschwäche und Herzinfarkt. Nun hat er Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium.

Ihm bleibt nicht viel Zeit, um den „Fürsten des Suizids“ zu schnappen.

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