US-Regisseur Sydney Pollack ist tot

Oscar-Preisträger

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US-Regisseur Sydney Pollack ist tot

Der Oscar-Preisträger Sydney Pollack ist tot. Der amerikanische Schauspieler und Regisseur erlag im Alter von 73 Jahren in der Nacht auf Dienstag einem Krebsleiden. Er starb im Familienkreis in seinem Haus in Pacific Palisades im US-Staat Kalifornien. Pollack gelang als Regisseur 1985 mit dem Film "Jenseits von Afrika" der weltweite Durchbruch. Der Film wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet.

Zwischenmenschliches
Pollacks Filme ließen häufig gesellschaftskritische Tendenzen erkennen, vor allem aber interessierten ihn die Begegnungen zwischen verschiedenen Menschen und auch zwischen verschiedenen Mentalitäten und Kulturen. Pollack übernahm in verschiedenen Filmen auch Rollen als Schauspieler, als Produzent finanzierte er auch Filme.

Russische Wurzeln
Pollack wurde am 1. Juli 1934 im US-Staat Indiana geboren, seine Eltern waren russischer Abstammung. Nach Abschluss der High School absolvierte in New York ein Schauspielstudium, das er 1954 abschloss. Pollack arbeitete zuerst als Assistent Sanford Meisners, übernahm dann erste Rollen in Fernseh- und Broadway-Produktionen. Bei einer Produktion in Hollywood fiel Burt Lancaster das Regietalent des jungen Kollegen auf. So begann Pollack ab 1960 bei Fernsehfilmen Regie zu führen. Sein Debüt als Spielfilm-Regisseur gab er 1965 mit "The Slender Thread", in dem er selbst auch als Darsteller mitwirkte.

Gnadenschuss
Seinen ersten großen Erfolg bei Publikum und Filmkritik hatte Pollack 1970 mit dem Film "They Shoot Horses, Don't they?" (Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss), in dem er eine jener brutalen, mehrtägigen Show-Veranstaltungen rekonstruierte, bei denen während der Depressionsjahre junge Paare bis zum Umfallen um ein paar Dollar tanzten.

Jenseits von Afrika
Ein Welterfolg wurde 1985 schließlich "Out of Africa" (Jenseits von Afrika) nach dem 1937 erschienenen Roman "Afrika, dunkel lockende Welt" von Tania Blixen - eine sensibel inszenierte melancholische Romanze am Ende des kolonialen Zeitalters. Der Film machte Pollack zur Legende. Mit Robert Redford, Meryl Streep und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen gelang ihm der doppelte Erfolg: Ein Kassenschlager, der gleichzeitig auch von Kritikern hoch gelobt wurde.

Die Firma
Einer seiner größten kommerziellen Erfolge als Regisseur gelang ihm 1993 mit der Verfilmung von John Grishams Thriller "Die Firma" mit Tom Cruise in der Hauptrolle.

Eyes Wide Shut
1995 versuchte er sich erfolgreich an einer großen Vorlage: Als Produzent und Regisseur brachte er "Sabrina" auf die Leinwand, ein Remake des Billy-Wilder-Klassikers. Die Hauptrollen spielten Julia Ormond und Harrison Ford. Die Filmkomödie bekam überwiegend wohlwollende Kritiken. Vier Jahre später übernahm Pollack wieder selbst eine Rolle in Stanley Kubricks umstrittenem Ehe- und Erotikdrama "Eyes Wide Shut", in dem Tom Cruise und Nicole Kidman die Hauptrollen spielten. Ebenfalls 1999 landete er als Regisseur einen veritablen Flop. Sein Streifen "Random Hearts" (Begegnung des Schicksals) handelte sich überwiegend negative Kritiken ein.

Die Dolmetscherin
Vor drei Jahren konnte er als erster Regisseur im Gebäude der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York drehen. Mit dem Film "The Interpreter" (Die Dolmetscherin) mit Nicole Kidman in der Hauptrolle der Übersetzerin gelang ihm nach Meinung einiger Kritiker eine "spannend erzählte, raffinierte und politisch brisante Story".

Pollack war seit 1958 mit seiner Frau Claire verheiratet. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor: Die beiden Töchter Rebecca und Rachel und der Sohn Sohn Steven, 1993 bei einem Flugzeugabsturz in Kalifornien tödlich verunglückte.

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