US-Rock-Pionier Ike Turner gestorben

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US-Rock-Pionier Ike Turner gestorben

Der frühere Ehemann und Gesangspartner von Tina Turner gilt als Wegbereiter des Rock'n'Roll. Er entdeckte Anna Mae Bullock, die sich später in Tina Turner umbenannte, und gründete mit ihr das erfolgreiche Duo The Ike and Tina Turner Revue. Später war seine Frau erfolgreicher als er selbst. Die turbulente Ehe der beiden wurde 1978 geschieden. Tina Turner reagierte über ihre Sprecherin mit knappen Worten auf die Todesnachricht.

Keine Stellungnahme von Tina Turner
Tina Turner habe die Todesnachricht erhalten, sagte die Sprecherin. "Sie hatte mit ihm seit 35 Jahren keinen Kontakt. Es wird keine weitere Stellungnahme geben." Die Promi-Website TMZ.com berichtete, Ike Turner sei in seinem Haus in San Marcos bei San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben. Demnach hieß es aus Turners Umfeld, er sei vermutlich im Schlaf gestorben. Turner gilt wegen seines 1951 entstandenen Songs "Rocket 88" als Wegbereiter des Rock'n'Roll.

Talentesucher
Ike Turner wurde am 5. November 1931 in Mississippi geboren. Seine Musikkarriere begann er bereits als Kind Ende der 30er Jahre, als er Klavierunterricht beim legendären Bluesmusiker Pinetop Perkins nahm. Ende der 40er Jahre gründete er seine erste Band, The Kings of Rhythm, und zog nach St. Louis im Bundesstaat Missouri. Er arbeitete zunächst als Talentsucher für verschiedene Plattenfirmen und entdeckte unter anderem Howlin' Wolf und Elmore James. Am meisten Eindruck machte auf ihn jedoch Anna Mae Bullock: Die junge Sängerin aus Nutbush in Tennessee fiel durch ihre besondere, rauchige Stimme auf. Turner nahm sie als Background-Sängerin in seine Band auf - später wurde sie ein Weltstar.

Scheidungskrieg mit Tina
1960, als Anna gerade von Ike schwanger war, landete sie ihren ersten großen Hit, "A Fool in Love". Sie benannte sich in Tina Turner um, heiratete Ike 1962 in Mexiko und landete in den folgenden Jahren eine Reihe weiterer Hits, darunter der von Phil Spector produzierte Song "River Deep Mountain High" und "Nutbush City Limits". Das Paar trennte sich 1976 nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung und ließ sich zwei Jahre später scheiden. Die Scheidungsschlacht brachte eine herbe Niederlage für Tina Turner: Ike erhielt alleine das während der Ehe gemeinsam verdiente Vermögen zugesprochen.

"Geschlagen, nicht verprügelt"
Tina Turner warf ihrem Ex-Mann in ihrer 1986 erschienenen Biografie vor, sie mehrere Jahre lang brutal misshandelt zu haben. Ike Turner stritt die Vorwürfe ab, räumte jedoch 2001 in einem Buch einiges ein: "Sicher, ich habe Tina geschlagen. Es gab Momente, da habe ich sie ohne nachzudenken zu Boden geschlagen. Aber ich habe sie nie verprügelt."

Für die Ehe der Turners interessierte sich auch Hollywood, 1993 entstand der nach einem Hit von Tina Turner benannte Film "What's Love Got To Do With It". Die Hauptdarsteller Laurence Fishburne und Angela Bassett wurden 1994 für den Oscar nominiert.

Doch der Rockmusiker sah sich verzerrt dargestellt. "Ich habe viel Falsches getan", sagte Ike Turner einmal in einem Interview. "Ich kann mich nur bei den Menschen entschuldigen, denen ich wehgetan habe. Aber ich bin nicht der Typ, den man in dem Film sieht. Nicht einmal annähernd."

Comeback-Versuch
In den 80er Jahren versuchte Turner noch einmal an seinen früheren Ruhm anzuknüpfen, doch er fiel eher durch Drogen- und Alkoholmissbrauch auf musste für mehrere Jahre ins Gefängnis. So konnte er auch 1991 nicht persönlich bei der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame dabei sein - stellvertretend nahm Tina Turner die Ehrung entgegen. Nach seiner Entlassung in die Freiheit 1993 konnte Ike Turner dann doch noch einmal seine Karriere in Schwung bringen und noch kurz vor seinem Tod einen Erfolg feiern: In diesem Jahr wurde er für das Blues-Album "Risin' With the Blues" mit dem Grammy ausgezeichnet.

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