06. Februar 2008 10:33
Zum zehnten Todestag am 06. Februar zollen viele Weggefährten und Freunde
einen wunderschönen Tribut. In der Wiener Diskothek U4 versammeln sich am
06. und 07. Februar Hansi Lang (Verdammt, wir Leben noch!), Stefan Weber
(Jeanny), Valerie (Brillantin Brutal), Alkbottle-Roman Gregory (Helden von
Heute) oder Birgit Denk (Amerika), die ein musikalisches Falco-Tribute
spielen. Man kann davon ausgehen, dass seine größten Hits einer
eingeschworenen Fanschar präsentiert werden. Der Kinofilm "Verdammt,
wir leben noch" feiert dann einen Tag später seine Premiere.
Das Video im Oe24 - Channel zeigt Falcos Auftritt von 1993 am Wiener
Donauinselfest!
Falco Poetry-Slam am 18. Februar
Zum ersten Mal beschäftigen
sich auch WissenschaftlerInnen mit Falco als Textdichter. Seine lyrischen
Ergüsse prägten und polarisierten. Was ihn aber immer noch auszeichnet ist
sein Umgang mit mehreren Sprachen, oft genug in einem einzigen Text:
wienerisch, österreichisch, deutsch, englisch, italienisch, spanisch,
jive-talk, die lautpoetischen Fragmente des rap oder auch Elemente der
zeitgenössischen Computersprache. Im Radiokulturhaus in Wien werden Beträge
von Klaus Kastberger, Günter Zimmermann und Christian Ide Hintze
vorgestellt, dazu gibt es auch Tonbeispiele. Die anschließende Diskussion
wird von Renée Gadsden geleitet.
Zahlreiche Falco-Nächte in den Bars
In vielen Bars wie der
Wiener Fledermaus (8. Februar) in der Spiegelgasse oder dem Flying Pig in
der Liechtensteinstraße (ebenso 8. Februar) werden dieser Tage verstärkt
Falco-Themenabende angeboten, die sich mit dem künstlerischen wie musischen
Werdegang des Falken auseinandersetzen und so ihren persönlichen Tribut an
den am 6. Februar 1998 in Kuba bei einem Autounfall verstorbenen Künstler
zollen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite ein Gastkommentar von Rudi Dolezal zum
aktuellen Falco-Hype!
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Der Gastkommentar von Falco-Freund und Filmemacher Rudi Dolezal:
Es nervt- oder: Was zu viel ist, ist zuviel
Vielleicht geht es manchem so wie mir in den letzten Tagen und Wochen:
Vieles von dem aufdringlichen Falco-Getue und der Falco-Vermarktung
empfinde ich als überflüssig, einiges ist mehr als peinlich und
manches nervt mich ! Und zwar kräftig
Nicht nur weil es nach „Leichenfledderei“ riecht und nach
Selbstdarstellung von Wichtigtuern (die meisten davon waren in Falcos
Leben gar nicht wichtig – sondern: weil es nichts (oder bestenfalls
ganz wenig) mit Falco alias Hans Hölzel zu tun hat, nichts mit seiner
Sichtweise, mit seinen Idealen, mit seinen Qualitätskriterien – kurz
mit dem, was ER gut, cool, angesagt gefunden hat und hätte!
Falco-Film. Zum angeblichen Falco-Film (ist wohl eher ein
Thomas-Roth-Film oder ein Film über einen, der Falco darzustellen
versucht...hab ich bisher gesagt: „Ich pflege die Arbeit von Kollegen
in der Öffentlichkeit nicht zu bewerten.“ Ich wollte dezent sein,
freundlich, höflich – doch nachdem in der Zwischenzeit haarsträubende
Dinge hinter den Kulissen passiert sind (Stichwort: MR-Film) UND mich
täglich Dutzende Falco-Fans ansprechen oder mir E-Mailen wie
entsetzlich sie den Kinofilm finden, sich die meisten (wirklichen)
Insider inzwischen längst einig sind und der von mir sehr geschätzte
Guido Tartarotti im Kurier schreibt: „Der Falco-Film ist langweilig
und leer“, muss ich doch etwas mehr sagen (und bemühe mich immer noch
höflich zu bleiben): Falco würde im Grab rotieren – dieser Film hat
NICHTS (aber auch schon wirklich gar nichts) von dem, was Falco
ausmachte, dieser Film beschreibt nichts von der Faszination des
genialen Falken und alle Beteiligten haben nichts von Falco
verstanden. UND der Film ist langweilig – so langweilig, dass ihn sich
Falco gar nicht angeschaut hätte – oder in der Hälfte (spätestens !)
rausgegangen wäre. Höchststrafe!
Nicht Genügend, danke, bitte setzen. Alle, die etwas anderes sagen,
sind entweder Profiteure und haben Falco nie gekannt oder haben ihn
nie verstanden.
In den Spiegel schauen. Und für alle anderen
Falco-Veröffentlichungen der letzten Tage und Wochen gilt ein
Grundsatz: Können sich die Macher jeden Tag in den Spiegel schauen und
ehrlich behaupten: Dieses Produkt wäre genauso entstanden und
veröffentlicht worden, WENN FALCO NOCH AM LEBEN WÄRE..? Ich kann
diese Frage für mich und DoRo eindeutig mit Ja beantworten – alle
anderen auch...?
Der echte Falco In dieser – für mich inzwischen
unerträglichen - Falco-Verwurschtung, in der so viel dumme Menschen so
viel Blödsinn über Falco reden, ist es Zeit, dass endlich Falco
SELBST zu Wort kommt – nicht, was X oder Y über Falco denken, oder
wie Herr Z Falco interpretiert –, sondern HANS HÖLZEL über FALCO
(und umgekehrt). Nächsten Freitag auf einer Spezial-DVD Der echte
falco / In his own words. Pur. Ungeschminkt. Falco eben. Als
limitierte DoRo-Edition, nur in ÖSTERREICH.
Falco wäre am 19. Februar 51 Jahre alt geworden.
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