Viennale mit Medienrummel eröffnet

Jane als Star

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Viennale mit Medienrummel eröffnet

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) ließ sich zwar entschuldigen - sein Flieger aus Lissabon landete zu spät -, doch Fonda kam - begleitet von großem Medieninteresse - gut gelaunt ins ausverkaufte Gartenbaukino. "Es ist eine große Freude hier zu sein", sagte die Hollywood-Diva. Ihr zu Ehren hielten sich auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) und Festival-Direktor Hans Hurch mit ihren Reden kurz.

Keine Strafpredigt von Hurch
"Für die, die's interessiert, stelle ich die Rede ins Netz", meinte Mailath-Pokorny, kurz bevor er das größte österreichische Filmfestival offiziell eröffnete. Und Hurch sparte sich heuer seine übliche "Strafpredigt". In diesem Jahr gehe das nicht, "es fehlt Erics feines Gegengewicht", so Hurch in Anspielung auf den erkrankten Viennale-Präsidenten Eric Pleskow. Statt wie in den vergangenen Jahren die (damals noch schwarz-blaue) Regierung abzustrafen, kritisierte er diesmal nur den "um sich greifenden Pragmatismus" in der Kulturpolitik sowie das vermehrte Quotendenken. Vielmehr gelte es wieder, "Kunst und Kultur als lebendigen und verschwenderischen Teil unseres Lebens ins Recht zu setzen".

Fondas "Klute" als Eröffnungsfilm
Jane Fonda bedankte sich dagegen für das Tribute und die Möglichkeit, ihren Film "Klute" (1971) von Alan J. Pakula als Eröffnungsfilm sehen zu können. "Zwischen 'Barbarella' und 'Klute' geschah etwas Wichtiges", meinte Fonda. "Ich wurde eine Feministin." Sie befand sich anlässlich des ihr gewidmeten Tributes erstmals in Wien. "Obwohl ich erst seit zwei Tagen hier bin, habe ich mich schon in die Stadt verliebt." Außerdem dankte sie Wien dafür, Arnold Schwarzenegger in die USA geschickt zu haben. "Er verwandelt Kalifornien in einen grünen Staat."

Peinliche Verwechslungen zu Beginn
Dass Schwarzenegger nicht aus Wien kommt und sie zu Beginn aus Versehen für den US-Präsidenten George Bush statt für Schwarzenegger dankte, wurde ihr vom Publikum gerne verziehen. Auf ihren Versprecher aufmerksam gemacht, meinte sie schlagfertig, das einzige, was bei Bush grün sei, sei das Geld, das er den Reichen zuschanze. Ähnliche Kritik übte Viennale-Präsident Pleskow in Abwesenheit: "Die Tatsache, dass heute wieder eine Viennale eröffnet wird, bedeutet, dass ich wieder ein Jahr Bush überstanden habe." Er freue sich auch schon aufs nächste Jahr, denn dann werde Bush bereits Geschichte sein.

Programm eröffnet
Im Anschluss an die kurzen Reden wurde Fondas Film "Klute" gezeigt. Insgesamt werden rund 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus aller Welt an den zwölf Festivaltagen zu sehen sein, 14 davon aus Österreich. Als prominente Festivalgäste werden neben Fonda u.a. die französischen Schauspieler Sandrine Bonnaire und Guillaume Depardieu sowie die deutschen Stars Moritz Bleibtreu und Nina Hoss erwartet.

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