Wirtschaftskrise erreicht Salzburg

Festspiele

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Wirtschaftskrise erreicht Salzburg

Die Wirtschaftskrise und die Verunsicherung durch das Antikorruptionsgesetz wirken sich auch auf den Kartenverkauf der Salzburger Festspiele aus: Eine Woche vor Festivalstart liegt der Verkauf bei Firmenkunden um elf Prozent hinter dem Vorjahr zurück, insgesamt sind bisher um fünf Prozent weniger Karten verkauft worden, erklärte der kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer im APA-Gespräch. Dennoch wolle man den budgetierten Kartenumsatz von 23 Mio. Euro auch erreichen, betonte Schwaighofer.

Stimmung ist nicht pessimistisch
Dass es für viele der 186 Vorstellungen noch die "eine oder andere Karte" gibt, stimmt den Finanzchef noch lange nicht pessimistisch. Der Trend gehe hin zu immer kurzfristigeren Buchungen, und mit dem verstärkten Medieninteresse kurz vor Beginn der Festspiele nehme auch der Andrang auf die Kartenbüros zu. Damit ist auch der Ruf widerlegt, es gebe ohnehin keine Karten mehr.

Karten in verschiedenen Preissegmenten noch verfügbar
"Die Stimmung ist aufgehellt. Wenn man sich bemüht, bekommt man Karten in der Oper, im Schauspiel und Konzert - im hohen aber auch im niederen Preissegment", versicherte Schwaighofer. Auch für die Eröffnungsvorstellung "Theodora" können noch Restkarten ergattert werden. Ausverkauft sind hingegen "mehr oder weniger jede Premiere" und Publikumsrenner wie "Jedermann", "Fidelio" und der Netrebko-Liederabend. Für einen Großteil der Schauspiele gibt es noch Karten, wie ein Blick auf die Internetseite der Festspiele zeigt. Ebenso für die Wiener Philharmoniker, die Opern "Cosi fan tutte" und "Armida" sowie Mozart-Matineen.

Anti-Korruptionsgesetz
Wegen des Anti-Korruptionsgesetzes, das erst nach den Sommer-Festspielen im September entschärft wird, ließ das Interesse der Unternehmen auf Kartenkontingente heuer nach. "Ob es wirklich eine glasklare Interpretation des Gesetzes gibt, wage ich zu bezweifeln. Es ist nach wie vor eine gewisse Verunsicherung da, wie es ausgelegt wird", sagte Schwaighofer. Bei Privatkunden verbuche man hingegen einen Zuwachs, "bei den Einzelbestellungen sind wir im Vergleich zum Vorjahr vorn".

Buchungslage "sehr gut"
Alles in allem bezeichnete der kaufmännische Direktor die Buchungslage als "sehr gut". "Wir werden schon prinzipiell um die 90 Prozent hinkommen. Im Vorjahr lagen wir über 90 Prozent. Das vergangene Jahr war das beste Jahr nach dem Mozartjahr. Fünf Prozent hinten zu liegen ist keine Schande, wenn man das wirtschaftlich komplizierte Umfeld betrachtet." Durch den niedrigen Dollar und das niedrige Pfund würden auch weniger Amerikaner sowie Briten die Festspiele besuchen. "Die Wirtschaftskrise ist zwar spürbar, aber nicht sehr. Wir sind offensichtlich ein stabiles Unternehmen", resümierte Schwaighofer.

Im Bild: Sven-Eric Bechtolf, neuer Schauspiel-Direktor und Alexander Pereira, der künstlerische Geschäftsführer in Salzburg die ihr Amt im Oktober 2011 antreten

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