Zoe: So will ich zum Song Contest

ORF-Star

© Harald Artner/TZ ÖSTERREICH

Zoe: So will ich zum Song Contest

Der Song Contest ist mein Traum. Heuer mehr denn je!“ Chansonnette Zoë Straub (19) will es noch mal wissen: Am 12. Februar tritt sie live auf ORF eins (20.15 Uhr) zum zweiten Mal im Rennen um das Eurovision-Ticket an. Zehn Kandidaten kämpfen um Jury- und Publikumsstimmen. Der Sieger fliegt im Mai für uns nach Stockholm.

„Ich brenne auf der Bühne. Ich will die Zuschauer mit meiner Leidenschaft begeistern“, sprüht Zoë Straub im ÖSTERREICH am SONNTAG-Interview vor Begeisterung.

Turbokarriere
Dass sie sich im letzten Jahr The Makemakes geschlagen geben musste, hat der Wienerin nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Mit ihrem Album Debut (neue Single Danse avec moi) stürmte sie die Charts, sie spielte bei den Vorstadtweibern mit, drehte den ORF-Mehrteiler Pregau (feiert im Herbst Premiere). Und sammelte viel Bühnenerfahrung: „Ich fühle mich jetzt viel sicherer, habe mein Lampenfieber gezähmt.“

Freilich, die Angst, auf dem Weg zum Song Contest erneut zu stolpern, besteht, gibt die Sängerin selbst zu: „Letztes Jahr hatte ich nichts zu verlieren. Heuer ist ein bisschen die Leichtigkeit weg.“

Schweden-Fan
Gerade deshalb aber will Zoë, die erneut mit einem franzö­sischen Chanson antritt, kämpfen. Auch ein bisschen für ihren Freund Kaspar. Der hat Familie in Stockholm. Zoë, stolz: „Dank ihm kann ich sogar schon ein bisschen Schwedisch.“

Zoe im Interview

ÖSTERREICH: Sie treten zum zweiten Mal in der ORF-Vorausscheidung an. Warum wollen Sie unbedingt zum Song Contest?
Zoë Straub: Wenn man sich etwas sehr wünscht, darf man, wenn es nicht klappt, nicht gleich auf­geben. Beim Song Contest mitzumachen war schon immer ein Traum, aber letztes Jahr war er zum Greifen nahe. Das hat mich noch mehr angespornt. Natürlich ist aber auch die Angst da, dass es wieder nicht klappen könnte.

ÖSTERREICH: Steht man als Wiederholungstäterin mehr unter Druck?
Straub:
Letztes Jahr war ich gerade mit der Schule fertig, bin quasi in meinen Traumberuf reingestolpert. Da hatte ich noch nichts zu verlieren. Jetzt habe ich ein Album gehabt und viel erlebt. Dadurch ist der Wunsch noch stärker geworden. Und auch die Angst. Aber ich werde versuchen, es trotzdem locker-flockig anzugehen.

ÖSTERREICH: Bleiben Sie bei Ihrer Lieblingssprache Französisch?
Straub:
Ja. Ich habe immer gesagt, wenn ich beim Song Contest da mitmache, dann möchte ich mir dabei selbst treu bleiben.

ÖSTERREICH: Was macht Sie nervöser: Die 200 Mio. Zuschauer beim Song Contest oder das Wissen, dass es, wie bei The Makemakes, auch schief gehen könnte?
Straub:
Ich habe vor jedem Auftritt Herzrasen. Aber wenn ich nur vor ein paar Leuten singen müsste, deren Gesichter ich genau sehe, wäre das viel nervenaufreibender als Millionen, die ich nicht ­sehe. Sonst: Null Punkte zu bekommen muss schrecklich sein für die Burschen, auch wenn sie cool und selbstsicher sind. Ich selbst war letztes Jahr noch nicht annähernd selbstbewusst genug, wäre schon sehr geknickt gewesen. Aber über solche Dinge denke ich nicht nach. Jetzt würde ich erst mal gern die Vorausscheidung gewinnen.

ÖSTERREICH: Sie sind als Pop-Lolita bekannt geworden. Wie viel Sexappeal darf sein – und was ist zu viel?
Straub:
Ich mag schon den Glamour auf der Bühne: Locken, High Heels, rote Lippen. Das passt, weil meine Musik ein bisschen frecher, verspielter und „flirty“ ist. Man muss natürlich aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Nicht Beine und Ausschnitt zeigen. Im Alltag bin ich überhaupt nicht sexy (lacht). Hohe Schuhe würde ich mir freiwillig nicht antun. Schminken muss auch nicht immer sein. Dazu kommt: Ich bin überhaupt kein Modegenie. Ich trage oft Schwarz. Da kann man nichts falsch machen.

ÖSTERREICH: Wie eitel muss man im Showgeschäft sein?
Straub:
Ich bin höchstens ein bisschen eitel, was Fotos angeht. Ich bin nicht so der Super-Smiley-Typ, der auf Kommando die Zähne zeigt. Auch wenn ich privat gerne lache.

ÖSTERREICH: Neben der Musik sind Sie auch Schauspielerin. Wofür schlägt Ihr Herz mehr?
Straub:
Ich möchte unbedingt beides weitermachen. Das Schauspielen: Es ist ganz allein mein Ding. Musikalisch arbeite ich ja viel mit meinem Papa, was toll ist, weil ich von ihm so viel lernen darf. Aber dass ich bei den Vorstadtweibern bin, hat er erst aus der Zeitung erfahren. Ich hatte ganz vergessen, ihm vom Casting zu erzählen.

ÖSTERREICH: Sie sind liiert. Wie viel Zeit bleibt zwischen Song Contest und Schauspielerei für die Liebe?
Straub:
Wir wohnen zusammen, was das Ganze erleichtert. Natürlich ist es oft stressig, aber es ist schön, dann jemanden zu haben, der einen wieder aufbaut und ein Bad einlässt. Er ist wahnsinnig lieb, stolz und unterstützend; keiner, der mir das in irgendeiner Form missgönnen würde. Im März wollen wir drei Wochen auf Backpacking-Urlaub nach Thailand fahren. Da werden wir sicher genug Zeit füreinander haben.

ÖSTERREICH: Und vorher drückt er Ihnen live im ORF-Studio die Daumen?
Straub:
Auf jeden Fall. Mein Freund ist zu einem Viertel Schwede, seine Familie kommt aus Stockholm. Dank ihm kann ich sogar schon ein bisschen Schwedisch. Was natürlich noch mal für den Song Contest sprechen würde.

Astrid Hofer

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