Zu bieder:

Kritik

Zu bieder: "Frühstück bei Tiffany"

Theater. Frühstück bei Tiffany ist durch den Oscar-dekorierten Film mit Audrey Hepburn in der Rolle des bezaubernden New Yorker Partygirls Holly Golightly berühmt geworden. Dass die sentimentale, prüde Kinokomödie mit dem kitschigen Happy End gravierend von Truman Capotes sozialkritischer Romanvorlage abweicht, liegt in der Natur der Sache: 1961 musste ein publikumstauglicher Hollywoodfilm sentimental und kitschig sein.

Geheimnis. In den Kammerspielen der Josefstadt hatte am Donnerstag Richard Greenbergs Bühnenfassung des Capote-Romans Premiere. Das Stück folgt Capotes Intentionen: Holly ist ein Callgirl aus miesesten sozialen Verhältnissen. Ihre häufig wechselnden Sexualpartner wählt sie nach deren finanzieller Potenz aus. Der mittellose Jungautor Fred kann für sie kein Mann fürs Leben sein.

In Michael Gampes biederer Regie, in der das hässliche Bühnenbild von Erich Uiberlacker unangenehm auffällt, ist Ruth Brauer-Kvam eine temperamentvolle Holly, Christian Nickel ein braver, sympathischer Fred. Was uns dieser Theaterabend sagen will, bleibt ein Geheimnis.

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