Zuckersüßer Charme

Musical-Kritik

Zuckersüßer Charme

Alfons Haider kann zuckersüß schmollen. Er beherrscht den verführerischen Augenaufschlag, den kapriziösen Trippelschritt und jene Form exaltierter Launenhaftigkeit, hinter der sich ein großes Herz verbirgt.

Premiere der Musical-Komödie La Cage Aux Folles beim Festival Stockerau: Alfons Haider hat in der Figur des/der Zaza eine Paraderolle gefunden.

Er spielt den weiblichen Part eines homosexuellen Paares mit Komik und Feingefühl, ohne je tuntig zu wirken. Die raue Härte, die ihm, dem charmanten Showmaster, gelegentlich als Schauspieler passiert, weicht hier einer weichen, entzückenden Aura zwischen Gelassenheit und Hysterie. Und passabel singen kann er auch.

Tempo
Haiders Spiel ist die halbe Miete für den Erfolg des schwulen Lustspielklassikers. Erhard Pauers Inszenierung findet mit Tempo und Präzision den richtigen Komödienton. Wenn Zaza und ihr Georges (mit feinem trockenem Humor: Oliver Huether) darüber streiten, wie den reaktionären künftigen Schwiegereltern von Sohnemann Jean-Michel (Jan Hutter) zu begegnen sei, dann flirren die Pointen nur so dahin.

Der unbeschreiblich weibliche Alvin Le-Bass und die ebenso fesche wie begabte Iréna Flury ergänzen das gute Ensemble: Alle spielen eine feine Komödie, die bestens unterhält und zugleich Vorurteile gegenüber der Schwulenwelt schmelzen lässt.

Evergreen
Tanz und Mu- sik? Stockerau ist nicht der Broadway, aber Jerry Hermans Evergreens bereiten auch in dieser knallbunten Open-Air-Produktion viel Vergnügen.

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