Zwangsräumung: Skandal im Augarten

Lage eskaliert

© Kernmayer

Zwangsräumung: Skandal im Augarten

Am Mittwoch, 8.7., frühmorgens stürmte ein Großaufgebot der Wega den Augarten. Im Visier der Spezialeinheit zur Terrorismusbekämpfung: rund zwei Dutzend Anrainer, die in einem Zeltlager gegen den Bau der Konzerthalle für die Sängerknaben protestierten.

"Peinlich und unverhältnismäßig"
„So gegen friedliche Demonstranten aufzumarschieren ist nicht nur peinlich und unverhältnismäßig, sondern auch absurd“, sagt Maria Vassilakou, Chefin der Wiener Grünen. „Hätte Burghauptmann Beer sich den Protest angeschaut, dann hätte er gesehen, dass es nicht adäquat ist, ein riesiges Polizeiaufgebot hinzuschicken.“

„Ich sehe keine Härte."
„Mit drei Polizisten hätte man nichts erreicht“, verteidigt sich Wolfgang Beer, seines Zeichens Burghauptmann und Verwalter des im Eigentum der Republik stehenden Augartens. „Ich sehe keine Härte. Wir haben einen Vertrag mit den Sängerknaben. Und ich“, so Beer weiter, „muss darauf achten, dass das Grundstück benutzbar ist.“ Und darum habe er „auf Wunsch der Sängerknaben die Räumung beauftragt.“

„Wir wissen davon nichts.“
Davon weiß man bei den Wiener Sängerknaben allerdings nichts. „Von uns hat das keiner angezettelt“, so deren Präsident Walter Nettig. „Weder der Vorstand, noch ich sind an Herrn Wolfgang Beer herangetreten.“

Geldgeber mögen keine Skandale
Da die Aktion wohl kaum der Lausbubenstreich eines der 120 Sängerknaben sein wird, fragt man sich nun, wer dahintersteckt. Tatsache ist: Geldgeber mögen keine Skandale. Nettig: „Probleme könnten dazu führen, dass sich unser Mäzen von dem Projekt verabschiedet. Und das wäre eine Katastrophe.“

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