Zoë Straub:

Song Contest

Zoë Straub: "Ich will ins Finale"

Es ist ein Traum. Die Stadt ist wunderschön, alle sind so nett, und das Gefühl, endlich auf dieser Bühne zu stehen, ist einfach unbeschreiblich!“ Sprudelnd vor Begeisterung meldet sich Sängerin Zoë (19) aus Stockholm bei ÖSTERREICH am SONNTAG am Telefon.

ESC-Star
Am Dienstag tritt sie im ersten Song-Contest-Semifinale an (ORF 1 überträgt ab 21 Uhr live), kämpft mit ihrem Chanson Loin d’ici, mit Prinzessinnenrobe und Startnummer zwölf um den Einzug in die Top Ten. So alles klappt, geht es dann am Samstag um den Eurovision-Sieg.

Die erste Bewährungsprobe steht bereits morgen an. Denn während das Pu­blikum erst am Dienstag ­votet, vergibt die Jury schon am Montag ihre Punkte.

Das Interview

ÖSTERREICH: Monatelang haben Sie sich vorbereitet. Seit einer Woche sind Sie jetzt in Stockholm. Wie waren die ersten Tage?
Zoë:
Sehr cool! Es ist viel zu tun, aber die Stimmung ist entspannt und alle sind wahnsinnig freundlich und kümmern sich um mich. Die erste Probe war extrem schön. Es ist ein ganz tolles Gefühl gewesen, endlich auf dieser Bühne zu stehen, die wir ja bis jetzt nur von Bildern kannten. Es war ein richtiger Eurovision-Moment.

ÖSTERREICH: Conchita Wurst hatte bei der ersten Probe Freudentränen in den Augen. Ist es Ihnen ähnlich ergangen?
Zoë:
Ich bin ziemlich emotional geworden. Aber ich habe versucht, nicht schon wieder zu weinen, weil mir das bei den Eurovision-Auftritten im Vorfeld ständig passiert ist (lacht). Beim letzten Probendurchgang, als ich realisiert habe, dass die Halle am Dienstag voller Leute sein wird, hatte ich dann aber doch wieder Tränen in den Augen.

ÖSTERREICH: Was vielen Fans sofort aufgefallen ist: Ihr Laufband ist von der Bühne verschwunden. Was hat sich bei der Performance noch verändert?
Zoë:
Es ist alles aquarelliger geworden, schon farbig und märchenhaft, aber nicht mehr so Barbie-Style. Ein bisschen zarter gehalten, warm, aber trotzdem kraftvoll. Beim Bühnenkleid werden noch ein paar Lagen von unten rausgenommen, damit es schöner liegt. Wichtig ist uns, dass es mit den Hintergründen stimmig ist. Da darf es ruhig ein bisschen verträumter und prinzessinnenhafter bleiben.

ÖSTERREICH: Hatten Sie zwischen Proben und Presseterminen auch schon Zeit, ein bisschen die Stadt unsicher zu machen?
Zoë:
Ja, ich konnte schon in der Gamla stan (Altstadt, Anm.) herumgehen und dort auch essen. Köttbullar, also Fleischbällchen, ganz schwedisch. Die ersten Tage waren zum Glück noch nicht so stressig, aber jetzt geht’s richtig los.

ÖSTERREICH: Am Dienstag steht das Semifinale an. Mit welchem Ziel gehen Sie ins in die Show? Möglichst viele Punkte abräumen oder Hauptsache weiter?
Zoë:
Ich will auf jeden Fall ins Finale kommen. Das ist jetzt einmal das Ziel. Ich will es aber auch genießen, wenn es nicht so sein sollte. In den ganzen Presse- und Fan-Votings war ich ja immer ganz gut platziert. Ich will mich davon aber nicht verrückt machen lassen, auch nicht von den Wettquoten. Es freut mich natürlich, wenn Menschen mir sagen, sie wünschen es mir sehr, dass ich ins Finale komme. Aber selbst wenn es nicht klappt, sind wir vielleicht in den Herzen der Menschen im Finale gewesen.

ÖSTERREICH: Haben Sie in Schweden einen Glücksbringer dabei?
Zoë:
Meinen Freund, der ist mein Glücksbringer! Ich habe aber auch einige geschenkt bekommen: ein Schwedisch-Deutsch-Wörterbuch, ein kleines rotes Pferd, einen kleinen Eiffelturm, ein Kleeblatt aus Irland und ein Sternarmband aus Israel. Das habe ich alles in einem Täschchen mitgenommen.

ÖSTERREICH: Vor dem Song Contest haben Sie ja fleißig Schwedisch gelernt. Haben Sie diesen Trumpf vor Ort schon ausspielen können?
Zoë:
Ja, aber ich werde immer komisch angeschaut (lacht). Mir ist das immer ein bisschen unangenehm mit den Muttersprachlern, deshalb sage ich im Moment nur Hallo, Servus und Danke auf Schwedisch. Und die Köttbullar habe ich auch schon bestellt. Ich werde jetzt noch ein bisschen üben, auch meine schwedischen Back­groundsängerinnen haben versprochen, dass sie mir noch was beibringen.

ÖSTERREICH: Wie groß ist die Enttäuschung, wenn es am Dienstag nicht klappt?
Zoë:
Natürlich habe ich Angst davor. Nicht so sehr vorm Rausfliegen an sich, sondern davor, wie die Leute dann reagieren. Ob ich trotzdem weiter Musik machen kann, oder ob ich überall abgestempelt bin und alle sagen, wir haben es ja gleich gewusst. Man hört ja immer wieder, dass der Song Contest ein Karrierekiller ist. Ich hoffe natürlich, dass das nicht so ist.

Interview: Astrid Hofer

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