27 Österreicher über Jörg Haider

Trauer

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27 Österreicher über Jörg Haider

Politik bis Sport: Wie Österreicher den Kärntner Landeshauptmann sahen :

Alfons Haider: "Wir kannten nicht den echten Jörg Haider"
Es ist eine unermessliche Tragödie für seine Familie. Bei aller politischer Brutalität, glaube ich, wussten nur die Wenigsten, wer der wahre Jörg Haider war. Ich glaube, dass er bei Weitem sensibler war, als wir alle gedacht haben. Und, dass er selbst oft auch eine Schulter gebraucht hat, an die er sich hätte anlehnen können. Wir waren zwar politisch weit voneinander entfernt, als ich aber in diesem Sommer die „Starnacht am Wörthersee“ moderierte, gab es zwischen uns eine Annäherung.

Niki Lauda: "Jörg Haider war einer der charismatischsten Politiker"
Ich war sicher nie ein Wähler von ihm, und ich habe seine politischen Ideen nie befürwortet, aber er war einer der charismatischsten Politiker, die es gegeben hat. Für mich ist das Tragische an seinem Tod: Wenn er wirklich so war, wie es jetzt berichtet wird, dann wäre er vermeidbar gewesen. Ich wäre ja damals am Nürburgring selbst ums Haar ums Leben gekommen und habe mir geschworen: Ich werde sicher nie durch Leichtsinn Fehler machen. Wenn sich ein Mensch in ein Auto, oder wie in meinem Fall in ein Flugzeug setzt, dann übernimmt er Verantwortung für sein Leben. Das ist auch etwas, das man den jungen Menschen sagen muss.

Franz Klammer: "Haben eine Persönlichkeit verloren"
Wir haben eine große Persönlichkeit verloren, nicht nur in Kärnten, sondern in ganz Österreich. Jörg war vor allem körperlich toll in Schuss, das habe ich bei unserer gemeinsamen Großglocknerbesteigung gesehen.

Karl-Heinz Grasser: "Tief schockiert"
Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, ein langjähriger Weggefährte Haiders, nannte den Unfalltod des BZÖ-Chefs „unglaublich und tief schockierend“. Österreich verliere einen „fantastischen Menschen und großen Landeshauptmann“. Haider sei einer der „faszinierendsten Politiker“ gewesen, der „Österreich über viele Jahre wie kein anderer geprägt habe“.

Susanne Riess-Passer: "Politik mit Leidenschaft"
Für die einstige Weggefährtin Susanne Riess-Passer habe Haider für „Politik mit Leidenschaft“ gestanden. „Er war einer, der zuhören konnte, und was noch viel wichtiger ist: Es hat ihm wirklich etwas bedeutet, was ihm die Menschen gesagt haben“, so die jetzige Generaldirektorin der Wüstenrot-Bausparkasse.

Leo Wallner: "Spielten oft gemeinsam Tennis"
Ich bin gerade in Amerika und hab erst hier die Nachricht bekommen. Eine schreckliche Botschaft. Ein Verkehrsunfall ist immer tragisch. Ich kannte ihn persönlich, habe auch mit ihm Tennis gespielt. Die Partien waren meist ausgeglichen, er war zwar im Tennis nicht so gut, hat das aber durch seine körperliche Stärke wettgemacht, er war konditionell ja sehr gut beinand.

Herbert Fechter: "Politiker leben sehr gefährlich"
Ich bin an anstrengenden Tagen nur mit Chauffeur unterwegs. Politiker leben da ja noch gefährlicher, weil sie viele Kilometer zurück legen – ähnlich wie Künstler. Und selbst wenn man so viel Dynamik in sich hat wie Jörg Haider, fällt die mit dem Stress irgendwann ab. Mich verwundert es, dass er nicht mit Fahrer unterwegs war. Mir tut sein Tod leid, denn er hatte oft Ideen, die dann erst Jahre später von anderen aufgegriffen wurden.

Ministerin Ursula Plassnik: "Anerkennung"
Obwohl ich persönlich mit vielen seiner Positionen inhaltlich nicht einverstanden war, ist Haider Anerkennung zu zollen für Manches, was er in der österreichischen Politik bewirkt hat.

Mirko Kovats: "Profilierter Politiker"
Mit Haider ist sicher der profilierteste und erfahrenste Politiker von uns gegangen. Er war ein blitzgescheiter Mensch und politischer Profi. Natürlich war er nicht perfekt, aber er hat die Kurve zum Staatsmann gekratzt. Politisch bedeutet sein Tod, dass es jetzt eine Koalition der Verlierer geben wird, und in 2 bis 3 Jahren ist die FPÖ stärkste Partei und Strache Kanzler. Gusenbauer und Molterer werden alle noch nachweinen.

Toni Mörwald: "Das Unglück ist tragisch"
Meine große Anteilnahme gilt seiner Familie. Ich habe ihn persönlich gekannt, er war öfters bei mir Gast. Ich hatte ein normales Verhältnis zu ihm, wie zu jedem anderen Gast auch. Das Unglück ist sehr tragisch. Jörg Haider hat 25 Jahre die Politik bewegt.

Hans Knauss: "Hatte wahnsinniges Charisma"
Ich war sehr bestürzt über die Nachricht. Er hatte ein wahnsinniges Charisma und ist mit allen Schichten in Kontakt getreten. Man sieht jetzt, auch wenn man ihn nicht gewählt hat, haben ihn die Leute trotzdem gern.

Paul Koch: "Verlust für Österreich"
Ich kannte ihn nicht gut, dafür bin ich noch zu jung. Aber der Tod Jörg Haiders ist ein Verlust für Österreich, auch wenn man nicht unbedingt seiner Meinung war. Er war einzigartig. Sein Tod macht wieder einmal klar, wie schnell so etwas passieren kann.

Hans Krankl: "Fühle mit seinen Angehörigen mit"
Jörg Haider war ein guter Mensch und Politiker, ein großer Verlust für Österreich. Ich bin zutiefst geschockt und fühle vor allem mit seinen Angehörigen mit. Die Nachricht von seinem tragischen Tod muss für sie schrecklich gewesen sein.

Hannes Jagerhofer: "Lief ab wie in einem Film"
Es ist eine sehr tragische Geschichte, vor allem für die Familie. Man glaubt, in einen Film gewesen zu sein – nur die Auflösung des Ganzen kommt nicht.

Harald Serafin: "Austro-Lady-Diana-Story"
Ich habe von Jörg Haiders Ableben bei der Probe erfahren und war doch sehr erschrocken. Nicht aus politischen Gründen, sondern deshalb, weil es mir zeigte, wie schnell ein Leben ausgehaucht sein kann. Er war eines der großen österreichischen Polit-Talente. Und ich glaube, dass Österreich damit nun auch seine eigene Lady-Di-Story hat.

Steffi Graf: "Hinterlässt ein großes Loch"
Ich finde das, was passiert ist, total traurig, weil ich hab Jörg Haider wirklich gerne gehabt. Er hinterlässt ein riesengroßes Loch in Kärnten und ist ganz sicher nicht ersetzbar.

Kurt Mann: "Wir hatten Gänsehaut"
Meine Frau und ich denken darüber nach, wie schnell es gehen kann, wie ein kraftstrotzender Mensch von einem Moment zum anderen nicht mehr ist. Wir können uns beide nicht erinnern, dass uns der Tod eines Menschen aus dem öffentlichen Leben so mitgenommen hat, so sehr, dass uns die Gänsehaut aufgestiegen ist. Ich weiß eigentlich nicht, woran es liegt, vielleicht daran, dass er eine Ikone war.

Richard Lugner: "Er war der Kopf seiner Partei"
Ich habe Jörg Haider immer wieder getroffen. Er hat sogar seinen Wahlkampf auch in der Lugner City geführt. Er war ein Ausnahmepolitiker. Dann gab es eine Zeit, in der er sich zurückgezogen hat und die falschen Reaktionen gezeigt hat – man hatte damals das Gefühl, das ist alles nur eine Show. Aber nach dieser Nationalratswahl konnten man ihn wieder akzeptieren. Der Erfolg des BZÖ hängt von ihm ab. Jetzt, da die Partei ohne ihn wie ohne Kopf dasteht, sollte sich meiner Meinung das BZÖ mit der FPÖ zum dritten Lager vereinen.

Florian Scheuba: "Haider starb wie ein Popstar"
Er hat gelebt wie ein Popstar, nun ist er gestorben wie ein Popstar. Ich habe mich vor einigen Jahren für „Zwei echte Österreicher“ intensiv mit der Persönlichkeit Haiders befasst. Was die Partei betrifft: Ein BZÖ ohne Haider ist wie ein Hansi-Hinterseer-Fanclub ohne Hansi Hinterseer. Ein Zusammengehen von FPÖ und BZÖ halte ich für wahrscheinlich.

Toni Polster: "Er hat viel für Österreich geleistet"
Ich habe ihn noch vor Kurzem bei einer Lokaleröffnung in Wien getroffen. Er war ein großer Politiker, der nach seinem sensationellen Comeback viel zu früh von uns geschieden ist. Er hat irrsinnig viel für Österreich geleistet.

Edi Finger: "Es war eine vermeidbare Tragödie"
Meiner Meinung nach war es ein sinnloser Tod. Denn ein Spitzenpolitiker sollte nach einem 20-Stunden-Tag doch seinen Chauffeur in Anspruch nehmen können. In meinen Augen war sein Tod eine vermeidbare Tragödie.

Elisabeth Görgl: "Er war Politiker mit Herzblut"
Ich finde es sehr traurig und schade, dass er gestorben ist. Jörg Haider war ein Politiker mit Herzblut.

Hannes Androsch: "Ein Popstar ist verglüht"
Er hatte ein politisches Talent, nur hat er es leider für die falschen Ziele eingesetzt hat. Ich habe immer wieder versucht, ihn in eine andere Richtung zu lenken, aber wie sich gezeigt hat, war das vergeblich. Die Art, wie er gestorben ist, hat gezeigt, wie sehr er emotionalisiert hat: Da ist ein politischer Popstar verglüht, das muss man so sehen .

Hanno Soravia: "Kannte ihn schon als Landesrat"
Ich habe nie verstanden, warum ihn so gut wie alle meine Mitarbeiter gewählt haben, ich selbst habe das nie getan. Ich kannte ihn seit seiner Zeit als Landesrat und ich hatte Respekt vor seinem politischen Stil. Wenn irgendeine Tischlerei Jubiläum feierte, schwebte er im Hubschrauber an und schüttelte fünfzig Hände.

Peter Hochegger: "Der Wandel kam am Schluss"
Das Eigenartige ist, dass er gerade kurz vor seinem Tod vom kontroversiellen zum konstruktiven Politiker geworden ist. Das wird seinen Platz in den Geschichtsbüchern wesentlich beeinflussen.

Christian Niedermeyer: "Er war unglaublich fit"
Vor wenigen Tagen dachte ich mir noch: Unglaublich, wie topfit man mit 58 sein kann. Wir sind ja beinahe gleich alt. Und jetzt ist er weg. Ich kann es nicht fassen, obwohl ich persönlich kaum mit ihm zu tun hatte. Aber er war einfach in all den Jahren in allen Haushalten präsent, und alle haben über ihn geredet.

Karlheinz Hackl: "Polarisierung hat gut getan"
Jörg Haider und ich waren gleich alt. Ich bin fassungslos über seinen Tod. Er war in vieler Hinsicht eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Die von ihm betriebene Polarisierung hat dem Land gut getan. Natürlich hat er damit auch Negatives bewirkt. Haider gehörte zu den schillernsten Menschen des Landes.

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