29. Juli 2009 09:34
Zahlreiche Beamte haben am Dienstag das Wohnhaus und die Praxis von Michael
Jacksons Privatarzt Conrad Murray (51) in Las Vegas durchsucht. Die
Aktion, bei der Dokumente, Telefone und eine Computer-Festplatte
beschlagnahmt wurden, zog sich über viele Stunden hin, berichtete der
Internetdienst tmz.com. Nach Angaben von Murrays Anwalt, Ed Chernoff, war
der Kardiologe im Haus. Per
Durchsuchungsbefehl durften die Beamten alle relevanten medizinischen
Unterlagen über Jackson und von möglichen Personen, unter deren Namen sich
der Sänger Medikamente beschafft hatte, konfiszieren.
Propofol verabreicht
Murray soll dem Sänger nur Stunden vor
seinem Tod das Narkosemittel Propofol verabreicht haben. Das habe der
Kardiologe bei seiner Vernehmung durch die Polizei selbst eingeräumt,
berichtete tmz.com unter Hinweis auf Ermittlerkreise. Endgültigen Aufschluss
über die Todesursache Jacksons sollen die Bluttests liefern, die
möglicherweise noch in dieser Woche veröffentlicht werden.
In der vorigen Woche hatten die Ermittler in einem Lagerraum und einer
Praxis Murrays im texanischen Houston zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt,
darunter eine Computerfestplatte und eine Adressdatei sowie Rezepte,
Rechnungen und Medikamente.
Tropf-Infusion
Dem tmz-Bericht zufolge hat Murray dem "King of
Pop" wegen seiner Schlafstörungen eine Tropf-Infusion mit Propofol gegeben.
Die Polizei gehe davon aus, dass der Arzt sich dann nicht weiter um den
Sänger gekümmert habe und vielleicht sogar selbst eingeschlafen sei. Als
er zurückkam, sei Jackson bereits ohne Bewusstsein gewesen.
Propofol
ist ein rasch wirkendes Narkosemittel, das ein angenehmes Einschlafen
und Aufwachen ermöglicht. Es muss allerdings unter ärztlicher Aufsicht
verabreicht und mit einem EKG überwacht werden. Die Polizei hatte das
Medikament in Jacksons Haus sichergestellt. Ein EKG oder zumindest ein
Pulsmesser seien nicht gefunden worden, schreibt tmz.
Jackson hatte am 25. Juni im Alter von 50 Jahren in seinem Haus in Los
Angeles plötzlich einen Herzstillstand erlitten. Murray versuchte noch, ihn
wiederzubeleben, jedoch ohne Erfolg. In der Villa wurden zahlreiche
Medikamente sichergestellt.