Filmproduzent Carlo Ponti gestorben

Lorens Mann ist tot

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Filmproduzent Carlo Ponti gestorben

Carlo Ponti ist in der Nacht auf Mittwoch im Alter von 94 Jahren (nach anderen Quellen: 96 Jahren) in einem Krankenhaus in Genf gestorben. Er zählte zu den bekanntesten und vielseitigsten Filmproduzenten der Welt. Über 140 Filme hat Ponti in seiner Karriere heraus gebracht, darunter Kultfilme wie "La Strada" (1954), "Krieg und Frieden" (1956) und "Doktor Schiwago" (1966). In Italien war er jedoch vor allem wegen seiner Beziehung zu Filmdiva Sophia Loren bekannt, die er 1950 kennen lernte, als sie 16 Jahre alt war. Die beiden waren fast 50 Jahre lang verheiratet.

Nur Anna Magnani besser als die Loren
"Ich habe aus Liebe Filme produziert, und ich habe es nicht bereut", betonte Ponti in einem Interview. Seine um 21 Jahre jüngere Frau hielt er bis zu seinem Lebensende für die beste lebende italienische Schauspielerin. "Sophia ist eine großartige Schauspielerin mit dem Temperament eines internationalen Stars. Es wird einen Grund geben, warum man in der ganzen Welt sofort an sie denkt, wenn man von italienischen Schauspielerinnen spricht", so Ponti. Nur die verstorbene Anna Magnani sei besser als Sophia gewesen.

Zu Pontis internationalen Erfolgen zählen Federico Fellinis "La Strada", die Monumentalstreifen "Krieg und Frieden" und "Dr. Schiwago" sowie Michelangelo Antonionis Filme "Blow up" (1966) und "Zabriskie Point" (1969). Carlo Ponti entdeckte nicht nur Sophia Loren, als sie kaum mehr als eine Dorfschönheit war. Auch Gina Lollobrigida, Catherine Spaak, Marcello Mastroianni und viele andere verdanken ihm ihre Karriere.

Ponti wollte lieber Politiker werden
Dabei hatte der 1912 (nach anderen Quellen auch: 1910) in Mailand geborene Ponti ganz andere Lebensprojekte. Er studierte Jus und wollte sich eigentlich politisch betätigen. "Ich habe mich immer über mich selbst geärgert, weil mich das Filmgeschäft so ergriffen hat. Ich hätte eigentlich Politik betreiben wollen. Ich komme aus einer antifaschistischen Familie, ich habe seit jeher linksorientierte Ideen", erzählte Ponti. Dabei war er über seine Frau mit Alessandra Mussolini, Enkelin des Duce und Parlamentarierin der rechtsextremen Partei "Alternativa Sociale" verwandt.

Mit Sophia Loren durchgebrannt
Pontis Beziehung zu Sophia Loren hatte für internationale Schlagzeilen gesorgt. Der Filmproduzent hatte die aus Neapel stammende Sophia, die damals noch mit ihrem Mädchennamen Scicolone auftrat, 1950 bei einem Schönheitswettbewerb kennen gelernt. Obwohl Ponti seit 1947 verheiratet war, brannte er mit Sophia nach Mexiko durch. Scheidung gab es damals in Italien nicht. 1957 ließen sich Ponti und Sophia Loren in Mexiko trauen, was die Entrüstung des Vatikans auslöste. "Ponti lebt in Bigamie", hieß es im Vatikan.

Erst 1966 wurde in Paris eine rechtskräftige Ehe geschlossen. Entgegen ärztlicher Prognosen wurde Loren Mutter von zwei Söhnen, Carlo Junior und Edoardo, der als Regisseur arbeitet. Zu seinem 90. Geburtstag sagte Ponti: "Wenn ich morgens wach werde und daran denke, dass ich schon 90 Jahre alt bin, bin ich beeindruckt. Als Jugendlicher kam mir schon ein 60-Jähriger uralt vor. Und dabei war es keine große Anstrengung, so alt zu werden. Vielleicht werden die Menschen künftig wirklich 120 oder 130 Jahre alt".

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