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Fiona Swarovski

© Reuters

"Auch Reiche müssen sparen!"

Sollen die Leute halt ihren Salat und ihre Tomaten auf ihren Terrassen, sofern sie welche haben, selber anbauen.“ Diese These von Fiona Swarovski (43) zur allgemeinen Teuerung klingt aus dem Mund einer mehrfachen Millionärin ungewöhnlich. Doch die individuelle Kristall-Lady meint es tatsächlich ernst und geht sogar mit gutem Beispiel voran: Sie bäckt ihr Brot, züchtet Gemüse und trinkt lieber Wasser als Champagner. Denn eines ist für sie klar: „Die Weltwirtschaftskrise zwingt alle zum Sparen – ob arm oder reich!“

Fiona goes Bio
Im Interview mit ÖSTERREICH erklärt Fiona Swarovski ihr Lebensmodel, wie sie die Sache mit Gemüse & Co. eigentlich meint und warum es für Österreich „gut wäre“, wenn ihr Ehemann und Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (39) wieder zurück in die Politik geht.

ÖSTERREICH: Warum haben Sie sich zum Thema Teuerung geäußert?
Fiona Swarovski: Der Dollar liegt im Keller, Investmentbanken gehen pleite, wir steuern einer großen Weltwirtschaftskrise entgegen. Es wird täglich alles teurer und egal, ob arm oder reich: Wir müssen alle sparen!

ÖSTERREICH: Staatstragende Worte aus dem Munde einer Millionärin. Wie gehen Sie mit der Kritik um?
Swarovski: Wenn ich sage: Wer den Platz und die Möglichkeit hat, sollte zu Hause Gemüse anbauen, meine ich, dass wir alle so weit wie möglich zur teilweisen Selbstversorgung zurückkehren sollten. Das hat nichts mit Hochnäsigkeit zu tun. Ergänzend dazu, sollten wir unser Essen vermehrt beim Bauern beziehen und unser Konsumverhalten ändern.

ÖSTERREICH: Und zwar konkret wie?
Swarovski: Indem man gesunde Nahrung kauft und den ganzen Junk weglässt, kann man Geld sparen. Oder indem wir Produkte kaufen, die die jeweilige Saison in unserem Land hervorbringt, und nicht mitten im Winter teure, exotische Früchte. Ich bin eine Verfechterin von Bio und gegen Kunstdünger und Chemie. Ich beziehe seit vielen Jahren Eier und Milch vom Biobauern, habe eine Getreidemühle und backe mein eigenes Brot. Am liebsten hätte ich meine eigenen Hühner.

ÖSTERREICH: Platz dafür hätten Sie…
Swarovski: Stimmt. Ich werde ernsthaft darüber nachdenken.

ÖSTERREICH: Nun können sich aber nicht alle Menschen Bio leisten…
Swarovski: Das ist mir schon klar. Biologische, heimische Produkte sollten deshalb auch stärker vom Staat unterstützt werden. Ich bin ein naturverbundener Mensch und brauche selbst nicht viel: Das beste Nachtmahl ist immer noch ein gutes Vollkornbutterbrot mit Schnittlauch. Cola und diese ganzen süßen Säfte gibt’s bei mir sowieso nicht. Getrunken wird Wasser und basta.

ÖSTERREICH: Welche Alternativen haben Sie für Menschen mit wenig Platz für eigenes Gemüse?
Swarovski: Ich habe das ganze Jahr über verschiedene Kräuter in meiner Küche. Auf meiner Terrasse wachsen im Sommer Tomaten, Zucchini und Salat. Für wenige Euro gibt es Plastikzelte, darunter überwintere ich das Gemüse zum Teil sogar. Es geht um ein Umdenken in der Gesellschaft. Es ist so wichtig, dass unsere Kinder gesund heranwachsen. Am Strand sehe ich diese vielen dicken Kinder – Folge totaler Fehlernährung.

ÖSTERREICH: Fiona Swarovski als Ernährungs- und Bio-Botschafterin?
Swarovski: Jetzt, wo Sie mich darauf bringen, könnte ich mir vorstellen, mich auf diesem Sektor zu engagieren. Ich versuche auf jeden Fall ein Vorbild zu sein.

ÖSTERREICH: Denkbar als politisches Programm?
Swarovski: Nein, ich bin erstens keine Österreicherin, und kann daher nicht in die Politik gehen. Zweitens wäre ich für die Politik viel zu undiplomatisch (lacht).

ÖSTERREICH: Würden Sie es begrüßen, wenn Ihr Mann, Karl-Heinz Grasser, wieder in die Politik geht?
Swarovski: Vielleicht wäre es für Österreich nicht schlecht. Aber das müssen Sie ihn fragen. Er ist alt genug und weiß, was er will.

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