Wolfgang Ambros

© Thomas Zeidler

"Ich bin vom Krebs geheilt"

"Krebs habe ich keinen mehr!“ Wolfgang Ambros (55) hat eines der bewegtesten Jahre seines Lebens hinter sich. Vor exakt zwölf Monaten wurde der Austropop-Kaiser von einer heimischen Wochen-Illustrierten mit der Falsch-Diagnose „Leberkrebs“ gegen seinen Willen zwangsgeoutet. Eine langwierige Strahlentherapie gegen Prostata-Krebs, einen gewonnenen Prozess gegen die Illustrierte („Mein größter Sieg!“) und eine dreimonatige Auszeit in Kenia später ist er nun völlig geheilt: „Ich bin letzte Woche, sofort nach meiner Rückkehr aus Kenia, wieder von meinen Ärzten komplett durchgecheckt worden und außer einem hartnäckigen Schnupfen bin ich pumperlg’sund,“ strahlt Ambros im ÖSTERREICH-Talk.

Die Pläne

  • DVD und Tour. Diese positive Energie der vollständigen Genesung setzt er nun wieder mit jeder Menge neue Projekten um:
  • Am Donnerstag bringt ÖSTERREICH seine Erfolgs-DVD Ambros pur (war sieben Wochen auf Platz eins der Charts) als limitierte Sonderauflage mit einer exklusiven Dokumentation über sein Spitalsprojekt in Kenia und raren Interviews.
  • Samstag startet in Waidhofen die Pur zwei-Tournee. Dabei will Ambros seine legendäre, von witzigen Anekdoten begleitete Unplugged-Show mit neuem Songmaterial durchziehen. In Wien gastiert er damit am Sonntag (Metropol). Die beiden Konzerte am 5. und 6. April im Wiener Orpheum werden für eine Mitte Juni geplante DVD mitgeschnitten.
  • Am 2. Mai funktioniert er die AMREF-Gala in Salzburg zum Georg-Danzer-Tribute-Konzert um. Im Duett mit Rainhard Fendrich wird Ambros dabei die Songs seines viel zu früh verstorben Freundes singen. Für Herbst ist dann auch ein großes Danzer-Tribute-Konzert in Wien geplant.
  • Ab 2. Juli tritt er mit dem legendären Alpenrustikal Der Watzmann ruft sechs Wochen lang im deutschen Wunsiedel auf.
  • Im Herbst liefert Ambros seine legendären Lieder wie Schifoan oder Da Hofa erstmals in orchestraler Umsetzung. Dazu steht auch ein Auftritt beim Donauinselfest auf dem Programm.

„War zu lange tatenlos“. In seinem mittlerweile 37. Dienstjahr ist der Austropop-Kaiser aktiv wie selten zuvor. „Nach den Monaten der Ruhe und Einsamkeit freue ich mich schon sehr auf die kommenden Monate, denn ich war schon viel zu lange tatenlos,“ erklärt Ambros seine Arbeitsoffensive, die heute mit der exklusiven ÖSTERREICH-DVD beginnt.

Interview: "War ziemlich einsam"

ÖSTERREICH: Vor exakt einem Jahr wurden Sie als krebskrank geoutet. Wie geht es Ihnen heute?
Wolfgang Ambros: Krebs habe ich keinen mehr! Ich bin auch sofort nach meiner Rückkehr aus Kenia komplett durchgecheckt worden und außer einem hartnäckigen Schnupfen bin ich pumperlg’sund. Auch mein operiertes Knie ist wieder voll in Ordnung.

ÖSTERREICH: Sie waren drei Monate lang in Kenia. Ihr Resümee?
Ambros: Durchwachsen. Das Wetter war natürlich herrlich, aber es war auch ziemlich einsam. Die Hotels sind seit den Unruhen allesamt leer und das ist sehr traurig. Ich war ein paar Tage lang überhaupt der einzige Weiße in meinem Resort.

ÖSTERREICH: Wieder zurück in Österreich stürzen Sie sich gleich wieder in die Arbeit ...
Ambros: Genau! Zurzeit probe ich in Tirol für die nächsten Pur-Konzerte am Samstag in Waidhofen und am Sonntag in Wien. Ich werde dabei ein ganz neues Programm als auf der ÖSTERREICH-DVD spielen. Mit zu 80 Prozent anderen Liedern.

ÖSTERREICH: Mit „Pur“ waren Sie sieben Wochen an der Chartspitze. Was ist das Erfolgsgeheimnis?
Ambros: Es gibt unzählige Stars, die Unplugged-Shows machen, aber nur wenige, die dabei so viele Hits haben wie ich (lacht). Diese Hits hört man dabei ganz anders, als man sie gewohnt ist und kann ihnen neue Aspekte abgewinnen.

ÖSTERREICH: Im Rahmen der EURO spielen Sie gemeinsam mit Rainhard Fendrich und Kurt Ostbahn. Wird das die Neuauflage von A3?
Ambros: Ganz sicher nicht! Eine Neuauflage von A3 ist dabei weder angedacht noch geplant. Doch schon im Mai werden Rainhard Fendrich und ich bei der AMREF-Gala in Salzburg ein gemeinsames Konzert mit jeder Menge Danzer-Songs spielen. Das sind wir ihm schuldig.

ÖSTERREICH: Ist Ihre Freundin Anne jetzt in Tirol dabei?
Ambros: Die ist einmal hier, dann wieder weg. Einmal da, dann wieder nicht. Das wird immer so weitergehen. So funktioniert eine Fernbeziehung nun mal. Das haben wir von Anfang an gewusst und damit müssen wir umgehen.

ÖSTERREICH: Sie sind für den Amadeus nominiert...
Ambros: Das bin ich doch fast jedes Jahr, habe aber noch nie etwas gewonnen (lacht). Ich werde nicht hingehen, denn das ist eine so ewig langweilige Angelegenheit.

ÖSTERREICH: DJ Ötzi ist mit dem Hit des Jahres nicht nominiert …
Ambros: Das ist eine Sauerei! Ich glaube zwar nicht, dass Ötzi nach seinen zwei Echo-Awards noch besonders heiß auf einen Amadeus ist, aber die Argumentation der Amadeus-Macher finde ich indiskutabel. Wenn ein Song über ein Jahr in den Charts ist, sollte man gewisse Regeln überdenken.

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