Lauda:

ÖSTERREICH-Interview

Lauda: "Hörte Ärzte über meinen Tod sprechen"

Emotions-Kino. 1. August 1976: Niki Lauda rast in seinem Ferrari mit 220 km/h über den deutschen Nürburgring. Es regnet in Strömen. Dann der Crash: Lauda kracht mit Vollgas gegen die Leitplanke, der Wagen wird zum brennenden Gefängnis, aus dem er nur mit Mühe befreit werden kann.

Denkmal.
Ab 3. Oktober sind diese Szenen und das dramatischste Formel-1-Jahr im Leben von Niki Lauda in dem Film Rush – Alles für den Sieg in Österreich zu sehen. Schon jetzt ist klar: Das Kino-Spektakel wird Lauda ein Denkmal setzen.
Schlaflose Nacht. In London feierte das Movie mit Daniel Brühl als Niki Lauda und Chris Hemsworth als Laudas Konkurrent James Hunt diese Woche Premiere. Lauda begeistert: „Ich habe danach sogar schlecht geschlafen. So was ist mir noch nie passiert. Die Szenen sind so irrsinnig realistisch, dass sie mich selbst beeindruckt haben.“

Gladiatoren im Rennzirkus. Der dramatische Feuerunfall ist der Höhepunkt des Streifens, der den gnadenlosen Zweikampf von Lauda und Hunt um die Formel-1-Weltmeisterschaft nachzeichnet. Lauda: „Wir sind wie Gladiatoren gegeneinander gefahren.“

So kann ihn auch der beinahe tödliche Unfall nicht bremsen. Nach Letzter Ölung und mit beinhartem Überlebenswillen kämpft er sich zurück in die Formel 1. Und weil er Konkurrent Hunt den WM-Sieg nicht überlassen will, steigt Lauda nur 42 Tage nach dem Crash wieder ins Rennauto.

Seine Karriere als Rennfahrer würde Lauda trotz des Erlebten auch heute wieder einschlagen: „Die Formel 1 ist viel sicherer geworden und ich würde das Zehnfache verdienen.“

VIDEO: Premiere von Lauda-Film "Rush"


Niki Lauda im Interview: "Fahrer müssen heute nicht mehr denken"

ÖSTERREICH: Wie emotional war es für Sie, den Film über Ihren Konkurrenzkampf mit James Hunt und den furchtbaren Feuerunfall erstmals im großen Kino gemeinsam mit 1.400 Gästen zu sehen?
Niki Lauda: Es war für mich ein unglaubliches Erlebnis und ich hab in der Nacht darauf sogar schlecht geschlafen. So was ist mir noch nie passiert. Aber die Szenen, vor allem im Spital, sind so irrsinnig realistisch, dass sie mich selbst beeindruckt haben. Man hat wirklich gesehen, wie da einer ums Überleben kämpft.

ÖSTERREICH: Wie erklären Sie sich heute, dass Sie die Kraft hatten, diesen Unfall zu überleben? War das Ihr Glaube, der Ihnen geholfen hat?
Niki Lauda: Nur insofern, dass ich in meiner schwersten Stunde um die Letzte Ölung gebeten habe. Ich dachte mir, das kann mir auf keinen Fall schaden. Aber der Herr Priester hat sich damals sehr schlecht verhalten und mit mir nicht geredet. Er hat mir die Letzte Ölung verabreicht und ist wieder gegangen. Da dachte ich mir: Das kann es ja jetzt wohl nicht gewesen sein, jetzt bleib ich erst recht. Und ich habe alle meine Kräfte noch einmal aktivieren können. Die Ärzte haben das Ihre dazu getan.

ÖSTERREICH: Sind Sie mit den Ärzten in Kontakt geblieben?
Niki Lauda: Ja, schon allein deswegen, weil ich ihnen sagen musste, dass ich alles gehört habe, was sie über mich gesagt haben. Ich war im Koma und die Ärzte dachten, ich höre nichts. Tatsächlich war es aber eine Art Wachkoma, bei dem man jedes Wort mitkriegt, das gesagt wird. So sagte einer der Ärzte: „Wenn wir ihm jetzt Sauerstoff geben, dann ist er tot. Versuchen wir was anderes, dann hat er vielleicht eine Chance.“ Die Ärzte haben das alles neben mir diskutiert. Ich habe ihnen dann später vorgeworfen, wie schrecklich es für mich war, das alles zu hören. Aber sie dachten eben, dass ich im Koma sei. Und ich hab es durchgestanden und mich selbst durchgekämpft.

ÖSTERREICH:
Was ist in Ihnen dann vorgegangen, als Sie sich so vernarbt und verbrannt im Spiegel gesehen haben?
Niki Lauda: Damals hab ich mir nicht viel dabei gedacht. Mir war nur wichtig, schnell wieder in ein Rennauto zu steigen. Wenn ich das aber heute im Film sehe, dann denke ich mir: Ich hab damals wirklich komisch ausgesehen.

ÖSTERREICH: Würden Sie aus heutiger Sicht eigentlich wieder die Rennfahrer-Karriere anstreben – und das alles noch einmal durchmachen wollen?
Niki Lauda: So wie die Formel 1 heute ist, würde ich das auf jeden Fall noch einmal machen. Denn heutzutage würde ich das Zehnfache an Geld verdienen und hätte kein Risiko. Die Rennfahrer von heute haben wesentlich weniger Belastung, weil sie sich mit Unfallszenarien nicht mehr auseinandersetzen müssen. 20 Jahre lang ist kein dramatischer Unfall mehr passiert, weil die Sicherheit immer größer wird. Die jungen Typen, die jetzt Rennfahrer werden, die setzen sich einfach ins Auto und fahren los. Punkt. Die brauchen nicht mehr viel denken. Denn das Todesrisiko ist ja weg. Wir mussten damals damit leben, denn wir haben damals eigentlich jedes Jahr einen Kollegen begraben.

ÖSTERREICH: Haben Sie je am Grab eines Ihrer Kollegen geweint?
Niki Lauda: Nein, ich habe hingegen versucht zu ergründen, warum es zu dem tödlichen Unfall gekommen ist und versucht diese tödlichen Fehler, die dazu geführt haben, zu vermeiden. Uns allen ging es darum, unseren Job gut zu machen und zu gewinnen. Es war wirklich eine wilde Zeit.

ÖSTERREICH: War das die schönste Zeit in Ihrem Leben? Die 70er waren ja die Zeit von Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll. Haben Sie da mitgemacht?
Niki Lauda: Also Priester war ich auch damals keiner. Klar war ich mit dabei, aber nicht so sehr wie James Hunt. Ich selbst war damals – ich würde sagen – ein netter Egoist. Ungut war ich nie, aber ich wusste meinen Weg zu gehen. Wir Rennfahrer waren ganz einfach exzentrische Extremisten, die wie Gladiatoren gegeneinander gefahren sind. Es war eine Zeit, in der wir von der Performance getrieben waren. Aber jetzt habe ich eine viel schönere Zeit mit meinen 4-jährigen Kindern Max und Mia. Dieses Familienleben habe ich damals komplett vermisst.

ÖSTERREICH: Wie schwierig war es für Ihre damalige Frau Marlene, mit Ihnen verheiratet zu sein?
Niki Lauda: Durch das enorme Unfallrisiko war das natürlich schwer. Sie hat mich damals in dem Glauben geheiratet, dass man nur in ein Auto steigt und verliert oder gewinnt. Ohne Risiko. Aber nur drei Monate nach meiner Hochzeit bin ich dann schon dagelegen und hatte den Wahnsinns-Unfall. Sie hatte natürlich einen Schock und ist auch nie mehr zu einem Rennen mitgefahren. Aber sie war so fair und hat mich nie dazu gedrängt, mit dem Fahren aufzuhören.

ÖSTERREICH:
Was sagt Ihre jetzige Frau Birgit zu dem Film, zu den Szenen, wo Sie mit dem Tod kämpfen?
Niki Lauda: Sie findet den Film auch unglaublich gut und hat den Vorteil, dass sie ja weiß, dass ich überlebt habe und nicht mehr fahre. Aber ich denke schon, dass auch sie sehr beeindruckt ist, von dem, was sich damals wirklich alles wie in diesem Film abgespielt hat – diese unglaubliche Konkurrenz zwischen James Hunt und mir, dieser Kampf um die Weltmeisterschaft bei der Formel 1, der Unfall, der Kampf zurück.

ÖSTERREICH: Werden Ihre beiden kleinen Kinder den Film demnächst auch sehen?
Niki Lauda: Auf keinen Fall. Die hätten ja einen richtigen Schock, wenn sie das alles jetzt schon mitkriegen. Ich weiß gar nicht, ob der Film überhaupt jugendfrei ist. Mit Max und Mia gehe ich viel lieber frühstücken und bringe ihnen bei, wie man Gabel und Messer richtig hält. Die beiden sind wirklich brav und lustig unterwegs. Das ist jetzt mein Leben und ich genieße es.

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Niki Lauda & Stars bei "Rush"-Premiere

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Niki Lauda & Stars bei "Rush"-Premiere

  Diashow

"Österreich meets Hollywood" hieß es bei der Premiere des Niki-Lauda-Films "Rush" in London.

Formel-1 Legende Niki Lauda war der heimliche Star.

Alle wollten ein Lauda-Autogramm.

Niki Lauda mit seiner stolzen Ehefrau Birgit.

Auch Gerhard Berger kam zur Fil-Premiere seines Kollegen. Mit im Gepäck: seine Freundin Helene.

David Hasselhof ist bekennender Österreich-Fan. Da konnte er sich die Premiere natürlich nicht entgehen lassen.

David Hasselhoff.

Hasselhoff mit seiner bezaubernden Freundin Hayley.

Supermodel Naomi Campbell.

Naomi Campbell.

Poppy Delevingne.

Poppy Delevingne.

Die frisch Vermählten: Tamara Eccleston mit Eheman Jay Rutland.

Tamara Ecclestone.

Natürlich darf auch Bernie Ecclestone nicht fehlen.

Bernie Ecclestone.

Hauptdarsteller Chris Hemsworth mit Ehefrau Elsa.

Liam Hemsworth kam ohne seine Verlobte Miley Cyrus.

Hollywood-Beauty Olivia Wilde.

Olivia Wilde.

Niki-Lauda-Mime Daniel Brühl.

Formel-1-Pilot Jenson Button.

Der pensionierte Rennfahrer David Coulthard mit seiner Ehefrau.

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