McCartney & Mills - Das Scheidungs-Urteil

Gerichtsakt im Web

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McCartney & Mills - Das Scheidungs-Urteil

Paul McCartney ist billig davongekommen. Der Ex-Beatle (65), muss seiner geschiedenen Frau Heather Mills „nur“ 32 Millionen Euro blechen. Sie hatte das Fünffache verlangt. Scheidungsrichter Hugh Bennett bezichtigte die 40-Jährige gar der Lüge: „Ich bin zu der Schlussfolgerung gelangt, dass ein Großteil ihrer Aussage nicht nur widersprüchlich und inakkurat war, sondern auch unaufrichtig.“ Selten hat ein Gericht so eindeutig Stellung bezogen.

Abgeblitzt
Für Heather Mills aber kam es doppelt dick. Nicht allein, dass der Richter McCartney über den grünen Klee lobte (er habe sich wie ein Gentleman benommen: „Er war widerspruchsfrei, akkurat und aufrichtig.“). Das Gericht stellte auch das Gerichtsprotokoll ins Internet – Heather Mills versuchte dies zu verhindern und blitzte ab.

  • „Retterin“ seiner Karriere
    Unglaubwürdig
    Heather Mills hat laut Gericht übertrieben, als sie erklärte, sie habe Paul McCartneys Karriere gerettet, weil er nach dem Tod seiner Frau Linda am Boden zerstört gewesen sei. Laut Paul McCartney war ihr einziger sinnvoller Beitrag zu seiner Karriere der Vorschlag, einen Nylon-Fingernagel zum Gitarre­spielen zu nützen, weil seine eigenen abgenagt waren.
    Mills sagt, sie habe McCartney psychisch betreut und ihm wieder Selbstvertrauen gegeben, sodass er auf Tour gehen konnte. Weiters habe sie ihm beim Songschreiben geholfen und beim Lichtdesign unterstützt.
    Richter Bennetts Urteil: Heather Mills liebt es im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Deshalb war sie auch mit auf Tour, weil sie das Interesse der Medien und der Fans liebte.
  • Zum Hausmütterchen degradiert
    Vorwürfe haltlos

    Mills beschuldigte McCartney ihre Karriere sabotiert zu haben. „Ich habe zahlreiche lukrative Angebote bekommen, während Paul und ich verheiratet waren. Ich hätte Millionen machen können. Er war aber in 99 Prozent der Fälle dagegen“, erklärte Mills vor Gericht.
    Richter Bennett dazu: Anstatt sie zu bevormunden und von einer eigenen Karriere abzuhalten, hat McCartney genau das Gegenteil gemacht, und sie viel mehr unterstützt, indem er mit seinem Namen und seiner Reputation hinter ihren Projekten gestanden ist.
  • Großzügiger Paul McCartney
    Ausgenützt?

    Richter Bennett erklärt, dass er nicht so weit gehen würde, Heather Mills’ Verhalten betrügerisch zu nennen, aber angesichts der Großzügigkeit ihres Ehemannes zumindest geschmacklos. So lieh Paul McCartney ihr eine Million Euro um ein Gebäude zu kaufen und weitere 200.000 für Renovierungsarbeiten. Nachdem sie weniger als die Hälfte zurückgezahlt hatte, erließ er ihr den Rest.
    Weiters bekam sie eine Kreditkarte mit einem jährlichen Guthaben von 480.000 sowie Geldgeschenke im Wert von 660.000 Euro und Schmuck im Wert von 350.000 Euro. McCartney lieh ihrer Schwester Fiona 560.000 Euro, kaufte ihrer Verwandten Sonya um 250.000 Euro ein Haus.
    Zwischen 2001 und 2005 spendete er mehr als vier Millionen Euro für ihre Charity-Projekte.
  • Trinker und Gewalttäter
    Massive Anklagen
    Während des Scheidungsverfahrens beschuldigte Heather Mills McCartney, sie körperlich und verbal misshandelt zu haben. Außerdem habe er sich darüber lustig gemacht, dass sie nur noch ein Bein hat. Außerdem erklärte sie, dass er sowohl zu viel Alkohol und auch Drogen konsumiere und besitzergreifend und eifersüchtig gewesen sei.
    McCartney erklärte nur, dass Heather Mills während ihrer Ehe permanent bewiesen habe, dass sie unfähig sei, die Wahrheit zu sagen.
  • Ihr schlimmster Feind
    Scharfe Worte des Richters

    Laut Richter Bennett ist Heather Mills ihr eigener schlimmster Feind. So wie sie sich gegenüber den Medien verhalten habe, habe sie ihre Chancen auf eine Karriere verspielt. Mills selbst argumentierte vor Gericht, dass ihre Karrierechancen durch die schlechte Publicity zerstört worden seien. Richter Bennett bezog sich in seiner Rede auch auf die peinlichen TV-Interviews, die Mills gegeben hatte, in denen sie sich mit Prinzessin Diana und der Jagd auf diese verglichen hatte.
  • Kostbare Kunstsammlung
    Bilder an McCartney

    Heather Mills wollte den wahren Wert der Kunst-Sammlung von Paul McCartnes inklusive einiger Werke von Renoir und Picasso vom Gericht prüfen lassen.
    Dieser Wunsch wurde ihr aber abgeschlagen, weil die Kunstsammlung schon vor ihrer Eheschließung bestanden hatte.
    Auch ihre Forderung, 30 der von McCartney selbst gemalten Kunstwerke zu behalten, wurde nicht stattgegeben. McCartney sagte dem Richter, dass er diese wiederhaben wolle und sie treuhänderisch für seine Kinder aufbewahren wolle.
    Richter Bennett: Meinem Urteil nach ist er berechtigt, die Bilder wiederzubekommen.
  • Wofür Heather 160 Millionen verlangte
    Goldgräberin?

    Vor Gericht hat Mills ihre Bedürfnisse genau aufgelistet: Jährlich 800.000 Euro für wohltätige Zwecke, 650.000 Euro für Urlaube. Die gleiche Summe noch mal für ihre Sicherheit, 150.000 für Kleidung und 50.000 Euro für Wein, auch wenn sie versicherte nicht zu trinken.
    Hugh Bennett: Ihre Auflistung zeigt, wie unangemessen ihre Wünsche sind. Da keinerlei vernünftiger Vorschlag besteht, muss ich einen Unterhalt so gut ich kann nach eigenem Ermessen berechnen. Er lehnte ihre unsinnigen Forderungen ab und sprach Mills 800.000 Euro pro Jahr zu.
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