Wolfgang Ambros

© Thomas Zeidler

"Mein Leben als Eremit in Griechenland"

Da oben hab ich meinen Sohn gezeugt. Dort drüben ging mir einmal das Benzin vom Moped aus. Und hier gibt’s die besten Wassermelonen!“ Seit 35 Jahren schon fährt Wolfgang Ambros (56) zum Entspannen nach Petraki in Griechenland. Auch jetzt weilt Am­bros mit seiner Lebensgefährtin Anne Reger (32) wieder auf der Halbinsel Pilion. Drei Wochen lang – die perfekte Entspannung vor seinem EURO-Konzert am 24. Juni mit Rainhard Fendrich, Kurt Ostbahn, Toni Polster und Hans Krankl. „Ist Kenia meine zweite Heimat, so fühle ich mich in Griechenland längst als Eingeborener. Denn ich kenn hier wirklich jeden Stein und viele davon habe ich für mein Haus sogar selbst hergeschleppt,“ gibt sich der Austropop-Titan , der die 1.428-Kilometer-Strecke von Wien hierher immer mit dem Auto fährt („Ich habe immer so viele Dinge dabei, dass Fliegen nur mühsam wäre. Außerdem ist die Fahrt ein wunderbarer Ausflug“), extrem ortskundig.

„Lebe wie ein Eremit“
Zu seinem Haus, das in Wahrheit ein imposanter gelber, runder Turm zwischen Oliven- und Zypressenbäumen ist, kommt man nur mit dem Motorboot. Waghalsige Sprünge auf den winzigen Steg inklusive. „Die See kann hier extrem rau sein. Mein Sohn Matthias hat einmal sogar während einem Unwetter den Außenbord-Motor verloren. Der liegt jetzt noch immer am Meeresgrund.“ Fernab der Touristen-Ströme liebt Ambros die karge Schlichtheit. Der Strom kommt aus dem Aggregat. Das Licht aus Camping-Lampen und die schweren Gaskartuschen für das Warmwasser schleppt er täglich den 50 Meter langen Trampelpfad hoch. Ebenso die Einkäufe. „Ich lebe wie ein Eremit. Aber hier brauche ich auch keinen Luxus. Mir genügt die Natur, das Meer und die imposanten Sonnen-Untergänge. Solange das Bier im Kühlschrank kalt ist, bin ich glücklich.“

Das letzte Paradies
War ihm Petraki schon Inspiration für Hits wie Langsam wachs ma zamm oder Mamma, so unterhält er nun die Nachbar-Kinder mit Eric-Clapton-Songs an der Wandergitarre. Das tägliche Lagerfeuer ist für ihn ebenso Pflicht, wie die vielen Backgammon-Runden mit Anne oder die Motorboot-Ausflüge in Richtung Sonnenuntergang.

Die Einheimischen, die ihn hier alle nur „Wulfgang“ nennen, haben ihn längst als einen der ihren

Akzeptiert
„Die wissen, dass ich kein grölender Tourist, sondern ein Quasi-Einwohner bin. Einer, der Devisen bringt und trotzdem mit anpackt, wenn etwas zu tun ist.“ Für Ambros ist Petraki, das drei Autostunden vom nächsten Flughafen Theesaloniki entfernt liegt, das letzte Paradies: „Der Weg zum Meer ist für Pauschaltouristen hier viel zu steinig und steil. Aber ich fürchte, dass die Regierung hier eines Tages alles wegsprengen und dann unzählige Hotel-Burgen herbauen wird. Aber dann bin auch ich weg ...“

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