26. August 2009 10:26
Acht Wochen nach dem Tod Michael Jacksons schockiert ein neuer Report: So
starb der "King of Pop" wirklich. Im Visier steht Jackos Leibarzt
Dr. Conrad Murray (52): Er verabreichte dem Popstar sechs Wochen lang
wegen Schlafstörungen intravenös das hochpotente Anästhetikum "Propofol"
(das sonst nur in Spitälern zum Einsatz kommt), am Todestag zusätzlich einen
Mix aus vier verschiedenen Beruhigungsmitteln. Dazu dauerte es 82 (!)
Minuten, bis Murray – nachdem er Jackson atemlos vorfand – die Ambulanz
rief.
Diese Details werden im Protokoll eines Polizei-Verhörs des karibikstämmigen
Kardiologen enthüllt. Die Los Angeles Times veröffentlichte nun
das 23-Seiten-Dokument.
Mordfall Jackson
Unter den Enthüllungen sind auch Details des
Autopsie-Reports, der als Gesamtdokument noch unter Verschluss liegt:
Demnach urteilten die Gerichtsmediziner, dass der Popstar an einer
Propofol-Überdosis starb. Im Blut wurden "tödliche Dosen" des Narkosemittels
festgestellt, so der Report.
Und der L.A.-Gerichtsmediziner, der die Obduktion durchführte, urteilte
jetzt:
Der Jackson-Tod ist ein Mordfall. Leibarzt Murray wird wohl wegen
Totschlages angeklagt.
Tatsächlich ist es ein Protokoll des Irrsinns, das die Cops für den Todestag
zusammentrugen.
- Das Drama beginnt am 25. Juli, 1:40 Uhr: Murray, der Jackson wochenlang
hohe Propofol-Dosen (50 mg) gab, hatte befürchtet, dass der Star
bereits süchtig sei. Jackson nannte das Medikament "Milch",
wegen der weißen Farbe. Murray wollte Jacko deshalb ohne das
Narkotikum in den Tiefschlaf befördern. Er gab ihm Valium (10 mg).
Es half nicht.
- Um 2 Uhr spritzt er das Beruhigungsmittel "Lorezepam". Jackson
blieb wach.
- Murray bediente sich weiter aus dem Arsenal an Medikamenten, das er in
dem Luxus-Chateau in Holmby Hills angehäuft hatte (die Rezepte
waren unter Tarnnamen unter anderem von Jackos Hautarzt Dr. Arnold Klein
ausgestellt worden). Neben acht Flaschen Propofol fand
die Polizei sieben weitere Medikamente.
- Um 3 Uhr erhält Jacko das Entspannungsmittel Midazolam.
- Um 5 Uhr noch eine Dosis. Nichts klappt, Jacko wälzt sich im Bett.
Die Dosis reicht bei Menschen üblicherweise, um 24 Stunden
durchzuschlafen.
Jackos letzte Minuten
Die letzten Minuten im Leben des Popidols
sind angebrochen. Jackson bittet den Arzt – dem er 150.000 Dollar pro Monat
Gage zahlte, um die "Milch": Propofol!
Es ist 10:40 Uhr. Über den "Galgen" zur intravenösen Verabreichung tröpfelt
jetzt das Narkosemittel.
Dass Murray das Mittel leger im Hausgebrauch einsetzte, gilt unter Experten
als glatte Kurpfuscherei. Dass er keinen Herzmonitor zur lückenlosen
Kontrolle des Pulses einsetzte, wird als Verbrechen verurteilt. "Jeder
kleinste Fehler bei der Dosierung kann zu Atemnot und Herzstillstand
führen", so die TV-Ärztin Nancy Sniderman zu NBC.
Murray begeht gleich den nächsten Fehler: Statt Jacko zu beobachten,
verlässt er das Schlafgemach und geht aufs Klo.
Murray beteuerte im Verhör, dass er Jackson "maximal zwei Minuten" alleine
ließ. Die Detektive bezweifeln das. Um 11 Uhr hätte der Mediziner, von der New
York Post als "Dr. Tod" bezeichnet, den 50-jährigen Jackson "ohne Atem
vorgefunden". Aber erst nach 82 Minuten wurde die Ambulanz gerufen.
Murrays Anwalt bestreitet die Anschuldigungen der Polizei, beteuert, der
Arzt hätte alles versucht, um den Popstar zu retten. Bizarr: Er holte sogar
Jackos Sohn Prince Michael (12), der ihm bei den Wiederbelebungsversuchen
half. Dazu sind am Handy-Log drei Telefonate mit einer Gesamtdauer von 47
Minuten ab 11:18 Uhr verzeichnet. Die Notrufnummer "911" wurde erst um 12:21
Uhr gewählt. Da
war der "King of Pop" freilich schon längst tot.