Afrikanisches Dorf fordert Leichnam

Michael Jackson

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Afrikanisches Dorf fordert Leichnam

Während um die letzte Ruhestätte von Michael Jackson am Donnerstag weiter Wirbel herrschte, war für die Würdenträger des Dorfes Krindjabo in der Elfenbeinküste alles klar: Der Popstar muss in der Hauptstadt des Königreichs der Sanwi im Südosten der Elfenbeinküste begraben werden. "Er war unser Sohn, wir fordern seinen Leichnam", sagte der Sprecher des Königreichs am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Verstorbene müsse würdig in Krindjabo beigesetzt werden.

Im Februar 1992 hatte der "King of Pop" das Dorf in Elfenbeinküste auf der Suche nach seinen afrikanischen Wurzeln besucht. Der greise Tano Koutoua war damals dabei: "Sein Besuch dauerte 30 Minuten. Er wurde unter dem Palaverbaum als Amalaman Anoh gekrönt, nach einem früheren Prinzen des Königreichs", erzählt er mit einem Erinnerungsfoto von dem großen Ereignis in der Hand. Jackson habe damals erzählt, dass seine Vorfahren aus dem Königreich der Sanwi stammten, und habe sich im örtlichen Dialekt bedankt. Seitdem betrachte er Jackson als ein "Kind aus dem Dorf", sagte Koutoua.

Nach der örtlichen Tradition könne der "Prinz" Jackson nur in seinem "Heimatdorf" Krindjabo beigesetzt werden, sagte der Sprecher Ahissan Nogbou unter den Augen des schweigenden Königs Amon N'douffou V., der gemäß der Riten nie in der Öffentlichkeit spricht. "Alles andere wäre eine Schande."

Ein Dorfkomitee bereitet inzwischen eine Trauerfeier für Jackson vor. Auf dem Programm: Eine Parade von Michael-Jackson-Doubles auf dem Dorfplatz, eine Ausstellung mit Fotos und Platten im Hof des Königspalastes und eine öffentliche Debatte unter dem Titel "Der Einfluss des Künstlers auf die Musik im 20. Jahrhundert."

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