15. Juli 2009 16:18
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Der Tod von Michael Jackson wird nach Angaben des gut unterrichteten
Internetdienstes tmz.com jetzt als Kriminalfall untersucht. Die
polizeilichen Ermittlungen zu dem "Tötungsdelikt" konzentrierten sich auf
Jacksons Leibarzt Conrad Murray, schrieb tmz am Mittwoch. Nach dem bisher
vorliegenden Beweismaterial sehe es so aus, dass der medikamentensüchtige
Popstar an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol starb, berichtete der
Internetdienst unter Berufung auf Hinweise aus Ermittlerkreisen. Es gebe
"reichlich starke Beweise" dafür, dass Murray derjenige gewesen sei, der dem
Sänger den unter dem Markennamen Diprivan bekannten Wirkstoff verabreicht
habe.
Toxikologische Testreihen
Vor einer Woche bereits hatte der
Polizei-Chef von Los Angeles, William Bratton, nicht ausgeschlossen, dass
der Popstar ermordet wurde. Das Rätselraten um die Todesursache könnte
spätestens in einer Woche vorbei sein, ergänzte die "New York Daily News" am
Mittwoch. Demnach erwartet der zuständige Gerichtsmediziner in Los Angeles,
Ed Winter, die letzten Ergebnisse der toxikologischen Testreihen noch in
diesen Tagen oder Anfang kommender Woche. Die ersten Resultate lägen bereits
vor, sagte Winter zu den Laboruntersuchungen. Sie sollen klären, welche
Medikamente der "King of Pop" bei seinem Tod durch Herzversagen am 25. Juni
im Körper hatte.
Die Polizei war bei ihrer Hausdurchsuchung auf Propofol, Geräte für
intravenöse Injektionen und einen Sauerstofftank gestoßen. Das Narkosemittel
darf nur von Anästhesisten in Krankenhäusern verabreicht werden. Jacksons
Familie hatte nach dem Tod des 50-Jährigen "unbeantwortete Fragen" über
Murrays Rolle in den letzten Stunden des "King of Pop" bemängelt. Die
Anwälte des 51-jährigen Arztes erklärten jedoch, ihr Mandant sei von allen
Vorwürfen entlastet worden. Laut TMZ.com führte die Polizei von Los Angeles
über den Fall Jackson bereits mehrere informelle Gespräche mit der
Staatsanwaltschaft.
Hautarzt vorgeladen
Inzwischen hat Jacksons langjähriger Hautarzt
und Freund, Arnold Klein, vom Gerichtsmediziner eine zweite Vorladung
erhalten. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" soll Klein wichtige
Unterlagen aus der Krankenakte des Sängers herausgeben. "Weitere
medizinische Aufzeichnungen" seien für die Nachforschungen zu den
Todesumständen des Popstars notwendig, sagte Craig Harvey von der
Gerichtsmedizin der Zeitung.
Derweil forschen die Ermittler danach, aus welchen Apotheken die
Propofol-Vorräte stammen. Da jede Flasche mit einer Seriennummer versehen
ist, hoffen sie, dem verschreibenden Arzt auf die Spur zu kommen.
Jacksons Leibarzt Conrad Murray, der den Popstar nach seinem Kollaps wenige
Stunden vor dem offiziellen Tod noch wiederzubeleben versucht hatte, stand
den Ermittlern bereits Rede und Antwort. Er teilte am Dienstag durch seinen
Anwalt mit, dass er nie Kontakt zu Klein hatte. "Er hat ihn nie getroffen,
er hatte keinen Kontakt zu ihm, und er hat sich nie mit ihm über Michael
Jackson unterhalten", sagte Anwalt Ed Chernoff über den Arzt. Die Polizei
hat mindestens fünf Mediziner ins Visier genommen, die Jackson behandelt und
ihm Medikamente verschrieben haben.