14. Juli 2009 14:04
"Michael hatte zehn Konzerten zugestimmt. Doch dann fügten sie all die
anderen hinzu", sagte der 79-jährige umstrittene Patriarch des Jackson-Clans
dem US-Sender ABC. Er habe sich gedacht, dass sein Sohn all diese
Shows nicht ohne eine Pause hätte durchstehen können, sagte Joe Jackson
weiter. Am Montag war ursprünglich Michael Jacksons erstes Comeback-Konzert
in London geplant.
Hunderte Fans von Michael Jackson haben daher vor der O2-Arena in London des
verstorbenen Popstars gedacht. Es wurden Kerzen angezündet und Blumen
abgelegt und Bilder von Jackson auf einen Schirm projiziert. Einige Fans
tanzten. Auf Webseiten von sozialen Netzwerken und Michael-Jackson-Fanseiten
war zur Erinnerung an den am 25. Juni verstorbenen "King of Pop" aufgerufen
worden.
"Nicht bereit"
Auch der Finanzberater des vor knapp
drei Wochen verstorbenen Popstars, Leonard Rowe, kritisierte die Planungen.
"Michael Jackson war nicht bereit. Er war nicht fit", sagte Rowe ABC
News. Der Sänger habe ihm mehrmals gesagt, er wolle nur zehn Konzerte
geben. Rowe wies darauf hin, dass Jackson vor seinem Tod höchstens noch 52
Kilo gewogen habe. Zuvor hatte schon Jacksons Schwester La Toya die Serie
von Comeback-Konzerten kritisiert. Zu der Zustimmung zu 50 Konzerten sei ihr
Bruder von seinem geldgierigen Umfeld gezwungen worden, das ihn von seiner
Familie und seinen Freunden isoliert habe, sagte sie am Wochenende
britischen Zeitungen.
Der Chef des Konzertveranstalters AEG Live, Randy Phillips, wies die
Kritik zurück. Es sei Jacksons eigene Idee gewesen, die Anzahl der Konzerte
auf 50 zu erhöhen. Nach seinen Angaben wäre der 50-jährige Sänger höchstens
dreimal pro Woche aufgetreten: "Wenn das zu viel war, dann wäre schon ein
Konzert zu viel gewesen", sagte Phillips.
Michael Jackson war am 25. Juni überraschend nach einem Herzstillstand in
Los Angeles gestorben. Seitdem reißen die Spekulationen um seinen
Gesundheitszustand nicht ab. Während Phillips und andere Mitarbeiter an der
Show beteuerten, der Sänger habe sich bei den Proben in "fantastischer Form"
gezeigt, berichteten CNN und ABC unter Hinweis auf erste Autopsiebefunde,
Jacksons Leiche sei von Spritzen-Einstichen übersät gewesen. Er soll
mehreren Medienberichten zufolge schwere Schmerz- und Beruhigungsmittel
sowie das Narkosemittel Propofol genommen haben. Die endgültigen
Autopsie-Ergebnisse stehen noch aus.
Der Bürgermeister von Los Angeles, Antonio Villaraigosa, wies unterdessen
Versuche seiner eigenen Mitarbeiter als "lächerlich" zurück, über Spenden
einen Teil der Kosten der Stadt für Jacksons gigantische Trauerfeier wieder
hereinzuholen. Auch Forderungen von Lokalpolitikern, Jacksons Familie solle
zumindest ein Teil der Kosten übernehmen, nannte Villaraigosa "unsinnig":
"Diese Stadt ist Weltklasse, wir kommen für Polizei- und Brandschutz selbst
auf, Punktum", sagte das Stadtoberhaupt.
Die mit immensen Schulden kämpfende Stadt hatte auf einer Webseite zu
Spenden aufgerufen, um die Kosten für den Polizei- und Feuerwehreinsatz in
Höhe von 1,4 Millionen Dollar nicht alleine tragen zu müssen. Bis die
Webseite vom Netz ging, waren rund 35.000 Dollar zusammengekommen.