O.J. Simpson muss sogar 33 Jahre ins Gefängnis

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O.J. Simpson muss sogar 33 Jahre ins Gefängnis

Wegen bewaffneten Raubüberfalls muss der ehemalige Footballstar O.J. Simpson mindestens neun Jahre hinter Gitter - und möglicherweise sogar für den Rest seines Lebens. Der 61-Jährige hörte mit versteinerter Miene zu, als Richterin Jackie Glass am Freitag in Las Vegas das Urteil verkündete: 33 Haft mit der Möglichkeit, nach weniger als einem Drittel der Strafe Bewährung zu beantragen. Zuvor hatte sich Simpson unter Tränen für seine Tat entschuldigt und versucht, sein Vorgehen zu rechtfertigen.

"Dummheit"
"Ich wollte nie jemandem etwas stehlen", sagte Simpson schluchzend. "Es tut mir alles leid." Richterin Glass lehnte die Entschuldigung ab. "Das war mehr als eine Dummheit", erklärte sie. Die Strafe beziehe sich ausschließlich auf die jüngste Anklage und stehe nicht in Zusammenhang mit Simpsons Freispruch vom Vorwurf des Doppelmordes an seiner Exfrau und deren Freund vor 13 Jahren, betonte Glass mehrfach.

"Ich bin nicht hier, um über etwas anderes zu verhandeln oder um Vergeltung oder Rache zu üben", erklärte die Richterin. Die Familie des 1994 ermordeten Ronald Goldman zeigte sich dennoch erfreut über das Urteil. "Wir sind begeistert, es ist ein bittersüßer Moment", sagte der Vater Fred Goldman. "Es war befriedigend, ihn in Fesseln zu sehen, wo er hingehört."

Urteil noch nicht rechtskräftig
Der Entscheidung zufolge wird Simpson nicht gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt, während er gegen das Urteil wie angekündigt Rechtsmittel einlegt. Sein Anwalt Yale Galanter sagte, sein Mandant sei das Opfer einer Vergeltung für den Freispruch von 1995. Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, den Fall von Kalifornien von dem Nevada-Fall zu trennen, erklärte er. Die Verteidigung hatte die Mindeststrafe von sechs Jahren gefordert.

Der 61-Jährige war Anfang Oktober in allen zwölf Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Er war den Geschworenen zufolge zusammen mit fünf Bekannten in ein Hotelzimmer eingedrungen und hatte dort zwei Sammler bedroht, die mit Fan-Artikeln aus der Zeit seiner Football-Karriere handelten. Die Männer wurden zur Herausgabe der Gegenstände gezwungen. Simpson hat stets erklärt, bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen Raubüberfall gehandelt. Vielmehr sei es ein Versuch gewesen, Erinnerungsstücke wieder in seinen Besitz zu bekommen, die ihm gestohlen worden seien.

Die Richterin erklärte jedoch, in dem Streit sei mindestens eine Waffe gezogen worden, so dass jemand hätte verletzt werden können. Die Beweislage sei eindeutig, da es von der Planung, der Konfrontation und den Szenen danach Video- oder Audioaufnahmen gebe. Einige Geschworene erklärten nach dem Urteil, die Tonbandaufnahmen von dem Überfall hätten sie von der Schuld des Exfootballers überzeugt.

27 Jahre Haft für Komplizen
Mit Simpson wurde dessen Komplize Clarence Stewart zu bis zu 27 Jahren Haft verurteilt. Er kann allerdings nach sieben Jahren Bewährung beantragen. Die Richterin hätte beide Männer auch zu lebenslanger Haft verurteilen können. Im Gefängnis wird Simpson wegen seines Prominenten-Status von den anderen Häftlingen getrennt.

Der ehemalige Footballstar war 1995 in einem aufsehenerregenden Strafprozess vom Vorwurf des Doppelmordes an seiner Exfrau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ron Goldman freigesprochen worden. In einem Zivilprozess wurde er später jedoch für schuldig befunden und zu einer Entschädigungszahlung von 33,5 Millionen Dollar verurteilt.

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