28. Juni 2009 14:03
Michael Jackson hat Zeit seines Lebens ein großes Geheimnis um seine drei
Kinder gemacht. Daher ist es wenig erstaunlich, dass nun unklar ist, wer das
Sorgerecht für die Kinder bekommen soll. Klar scheint aber eines: Mit
wahrscheinlich mehreren Anwärtern für das Sorgerecht wird sich das Schicksal
der Kinder vor Gericht entscheiden.
Rowe mit guten Chancen
Für das Sorgerecht der zwei älteren
Kinder hat deren Mutter Deborah Rowe Experten zufolge die besten Chancen.
Für das dritte Kind, das von einer unbekannten Leihmutter ausgetragen wurde,
wird Jacksons Letzter Wille maßgeblich sein.
Jackson hat seiner Familie nie gesagt, wer sich um die Kinder kümmern
sollte, wie ein Freund der Familie der Nachrichtenagentur AP sagte. Der
Sänger habe laut mehreren seiner Berater einen Letzten Willen verfasst, der
aber schon mehrere Jahre alt sein könnte, sagte der Freund der Familie, der
nicht namentlich genannt werden wollte. Die Kinder seien derzeit noch in der
Obhut der Großfamilie Jackson.
Drei Kinder
Der "King of Pop" hinterließ drei Kinder:
den zwölfjährigen Michael Joseph Jackson Jr., genannt Prince Michael, dessen
elf Jahre alte Schwester Paris Michael Katherine Jackson und Prince Michael
II. Der Siebenjährige ist Jacksons biologischer Sohn und wurde von einer
Leihmutter ausgetragen, die bisher unbekannt blieb. Sie könnte sich nun zu
erkennen geben. Sie hat jedoch bei einem eventuellen Bemühen um das
Sorgerecht nur geringen Chancen, da sie vor der Geburt höchstwahrscheinlich
alle Rechte vertraglich abgetreten hat, wie die Scheidungsanwältin Stacy
Phillips erklärt.
Rowe, eine frühere Krankenschwester von Jacksons Hautarzt, heiratete den
Sänger 1996. Drei Jahre später reichte sie die Scheidung ein und trat später
auch ihren Anspruch auf das Sorgerecht ab. "Michael ist den Kindern ein
wundervoller Vater gewesen. Ich strebe es nicht an, eine elterliche
Verantwortung mit Michael zu teilen, weil er es so gut ohne mich macht",
erklärte Rowe 2001. Als ihr Exmann zwei Jahre später jedoch wegen
Missbrauchsvorwürfen festgenommen und angeklagt wurde, forderte sie das
Sorgerecht zurück. 2006 einigten sich Jackson und Rowe offenbar
außergerichtlich, Details sind nicht bekannt. Die Kinder blieben bei
Jackson.
Sorgerecht bedeutet nicht Zugriff aufs Erbe
Wer auch immer das
Sorgerecht bekommt, hat nicht auch automatisch Zugriff auf das Erbe, sagt
Scheidungsanwältin Phillips, die bereits zahlreiche Prominente vertreten
hat. "Das hat auch einen Vorteil - gewissermaßen eine gegenseitige
Kontrolle." Rowe oder eine andere Person, der das Sorgerecht
zugesprochen wird, wird Zahlungen aus Jacksons Vermögen erhalten, erklärt
Phillips. Der Fall vor Gericht werde wahrscheinlich sehr kompliziert, warnt
die Anwältin. "Bei allen Fällen, die ich gelesen habe, habe ich
noch nie so eine Sachlage gesehen."