Tatort-Star stirbt bei Bike-Crash

TV-Welt geschockt

Tatort-Star stirbt bei Bike-Crash

Die österreichische Filmwelt steht unter Schock. Seit die Nachricht vom tragischen Tod eines so sympathischen Kollegen und Tatort-Stars, Thomas Freudensprung, bekannt wurde, hat die Schauspiel-Familie kein anderes Thema mehr. Freudensprung, vor allem bekannt durch seine Rolle als Gerichtsmediziner in der Tatort-Reihe, aber auch aus dem Winzerkönig, starb am Samstagnachmittag, nachdem er im Burgenland mit seinem Motorrad in ein Auto gedonnert war – der 46-Jährige hatte keine Chance mehr, alle Wiederbelebungsversuche des Notarztes scheiterten.

Zu schnell in 90-Grad-Kurve, da verlor er die Kontrolle
Sein Tatort-Kollege, Harald Krassnitzer, fand im Gespräch mit ÖSTERREICH kaum Worte: „Er war so ein kluger, netter und so zuvorkommender Kollege – die Nachricht macht mich wirklich sehr sehr traurig“, so Krassnitzer.

Und so kam es zu dem Crash: Freudensprung war, wie so oft, mit einem seiner Motorräder unterwegs. Er liebte die Freiheit auf zwei Rädern, vor allem auf den Straßen des Burgenlandes, wo er auch bei seinem Bike-Freund und Kollegen Wolfgang Böck auf der Theaterbühne der Festspiele in Kobersdorf stand. „Er fuhr auf der Landseer Landstraße, der 232, und war wohl ein bisschen zu schnell dran, als er die Kurve, die an der Stelle aber fast eine 90-Grad-Kurve ist, nicht mehr packte. Das entgegenkommende Auto hatte keine Chance auszuweichen“, schildert ein Polizist des Postens Kobersdorf den Unfallhergang. Der Ermittler weiß, warum es passiert ist: „In der Nacht kühlt der Asphalt so ab und wenn die Sonne drauf scheint, kann man die Bremsmanöver nicht mehr kalkulieren.“ Im Auto, das den Aufprall von Freudensprung abfangen musste, war übrigens eine Familie mit einem elfjährigen Kind: Alle blieben jedoch unverletzt, doch auch bei ihnen sitzt der Schock tief.

Hatte seinen Adoptiv-Sohn noch bei Dreharbeiten mit
Ganz besonders tragisch ist der Schicksalsschlag für Freudensprungs Familie: Der Schauspieler war nicht nur glücklich mit der ORF-Redakteurin Silvia Schöll verheiratet, die beiden hatten auch erst vor Kurzem ein Kind adoptiert: „Er hat ihn uns bei den Tatort-Dreharbeiten ganz stolz präsentiert“, erinnert sich Harald Krassnitzer an einen der letzten glücklichen Momente mit ihm.

Böck: "Bin sehr traurig, er war ein großer Stiller"

ÖSTERREICH: Thomas Freudensprung stand zuletzt auf Ihrer Bühne der Festspiele Kobersdorf. Wie werden Sie ihn in Erinnerung behalten?
Wolfgang Böck: Ich habe mit dem Thomas einen guten Freund verloren. Wir kannten uns ja seit Anfang der 90er-Jahre, wo wir mit Adi Hirschal in Lumpazivagabundus in St. Pölten gemeinsam spielten. Heuer stand er bei uns in Kobersdorf auf der Bühne. Wir hätten dieser Tage über die Verträge für die Spielzeit 2012 verhandeln sollen.

ÖSTERREICH: Sie selbst sind auch Motorradfahrer. Denken Sie, dass Selbstüberschätzung oder Leichtsinn bei seinem Unfall im Spiel waren?
Böck: Ganz genau kenne ich die Umstände nicht. Nur, sicher ist, dass zu dieser Jahreszeit zwar noch die Sonne scheint, der Asphalt sich aber nicht mehr stark genug aufwärmt um Haftung zu erzeugen. Da sind Ausrutscher leider immer eine große Gefahr. Aber dass in seinem Fall Leichtsinn im Spiel war, denke ich nicht. Ganz im Gegenteil, er war eigentlich ein besonnener Motorradfahrer. Es war seine große Leidenschaft, bei der er leider sein Leben verlor.

Krassnitzer: "Ich habe mit Thomas guten Freund verloren"

ÖSTERREICH: Thomas Freudensprung ist bei einem Motorrad-Unfall ums Leben gekommen. Wann haben Sie davon erfahren?
Harald Krassnitzer: Jetzt erfahre ich davon … Und diese Nachricht macht mich ungeheuer traurig. Freudensprung war ein sehr kluger, sehr netter, sehr zuvorkommender Kollege, mit dem ich besonders angenehme Gespräche führen konnte.

ÖSTERREICH: Sie standen gemeinsam mit Freudensprung vor der Kamera, er war der Gerichtsmediziner im „Tatort“ …
Krassnitzer: Besonders bedauerlich macht seinen Tod der Umstand, dass er gemeinsam mit seiner Frau Silvia – sie ist eine sehr sympathische ORF-Redakteurin – vor nicht allzu langer Zeit ein Kind adoptiert hat. Er hat es uns bei den letzten Tatort-Dreharbeiten ganz stolz präsentiert ... Freudensprung hatte zweifellos eine sehr soziale Ader, hängte dies aber nie an die große Glocke. Er war ein großer Stiller.

(B. Haas, C. Hirschmann, scn)


 

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