08. Juli 2009 07:34
Auch nach dem offiziellen Abschied von Popstar Michael Jackson bleibt die
Todesursache unklar. Die Gesundheitsbehörden veröffentlichten zwar am
Dienstag den Totenschein. Die Todesursache wurde darauf aber als "zurückgestellt"
eingetragen. Polizei und Gerichtsmedizin ermitteln weiter, warum der
50-Jährige am 25. Juni kurz vor seiner geplanten Comeback-Tournee starb. Die
Fans rätseln zudem über die letzte Ruhestätte ihres Idols.
Der vergoldete Sarg mit dem Leichnam des Popstars wurde im Anschluss an die
Verabschiedungszeremonie am Dienstag in einem Leichenwagen aus dem Staples
Center in Los Angeles herausgefahren. Die Hubschrauber der US-Fernsehsender,
die den Wagen einige Zeit verfolgten, verloren im Stadtverkehr aber die
Spur.
Jackson eingeäschert?
Weder die Behörden von Los Angeles
noch der Forest-Lawn-Friedhof, auf dem am Morgen eine Trauerfeier im engsten
Familien- und Freundeskreis stattgefunden hatte, wollten sich zum Verbleib
von Jacksons Leichnam äußern. Die Promi-Webseite TMZ.com spekulierte, der
Leichenwagen könnte gar ein Ablenkungsmanöver gewesen sein. Mehrere
US-Medien ziehen in Betracht, dass Jacksons Leichnam eingeäschert wurde. Die
sterblichen Überreste sollten demnach auf dem Gelände seiner Neverland Ranch
verstreut werden.
Wo Jackson beerdigt wird, steht auch auf der Sterbeurkunde nicht. Die
Informationen auf dem Totenschein stammen dem Dokument zufolge von seiner
Schwester La Toya, die am Todestag in die Klinik eilte, wo Ärzte um das
Leben ihres Bruders kämpften.
Untersuchungen am Gehirn
Nach Angaben der Gerichtsmedizin stehen
noch immer zahlreiche Untersuchungen am Hirn des verstorbenen Popstars
Michael Jackson aus. Deswegen werden das Organ beziehungsweise Teile davon
noch nicht freigegeben, sagte der Gerichtsmediziner Ed Winter. "Sobald wir
mit dem Hirn fertig sind, werden wir es übergeben." Für die Pathologie ist
es nicht ungewöhnlich, bei ungeklärten Todesfällen das Hirn oder Proben
davon einzubehalten. Winter sagte, dass manche Familien deswegen noch mit
der Beisetzung warteten. Er habe aber von der Familie Jackson keine
Nachricht erhalten. "Nach dem letzten Stand wollen sie den Körper noch nicht
beerdigen."
LA bittet um Spenden
Unterdessen wirbt die Stadt Los Angeles um
Spenden, um die aufwendigen Vorkehrungen für die
Michael-Jackson-Abschiedszeremonie zu bezahlen. Die Kosten dafür würden auf
eineinhalb bis vier Millionen Dollar (2,85 Mio. Euro) geschätzt, sagte ein
Sprecher von Bürgermeister Antonio Villaraigosa. Spender können auf einer
Website über den Bezahldienst Paypal ihr Geld der verschuldeten Stadt
zukommen lassen.
Wirtschaftswissenschaftler halten es aber für möglich, dass L.A. wegen der
vielen zusätzlichen Übernachtungen und Tausender Besucher bis zu vier
Millionen Dollar eingenommen haben könnte. Die Großveranstaltung im Staples
Center in der Innenstadt von Los Angeles und die private Trauerfeier im
Stadtteil Hollywood Hills wurde von Tausenden Polizisten gesichert. Beide
Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle.