Seidel: Von Depressionen in Tod getrieben?

Polizei fand Abschiedsbrief

Seidel: Von Depressionen in Tod getrieben?

"Schlimmer als Aids und Krebs zusammen", soll Anna-Darstellerin Silvia Seidel die Depressionen bezeichnet haben, an denen sie jahrelang litt. Jetzt wurde die Schauspielerin in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Doch Fremdverschulden wird ausgeschlossen - wie die Bunte berichtet, hat die Polizei einen Abschiedsbrief sicher gestellt.

Tragödie
Vor zwanzig Jahren hatte Silvias Mutter, Hannelore Seidel, den Freitod gewählt. Ihre Tochter hat sich von diesem Schicksalsschlag jedoch nie erholt. Nun liegt Vermutung liegt nahe, dass es sich auch bei Silvia um ein Selbstmord-Drama handelt.

Doch was ist passiert? Laut Bild war die Ballerina-Darstellerin mehrere Tage nicht erreichbar. Die Wirtin in ihrer Stammkneipe alarmierte schließlich die Polizei. Die Beamten fanden Silvia tot in ihrer Küche, neben ihr ein Brief, in dem die Blondine ihren Abschied von der Welt verkündet.

Die trauernde Wirtin gegenüber der Bild: "Silvia kam jeden Nachmittag, trank Bier und Schnaps, drei bis fünf solcher Gedecke. Zuletzt sah ich sie beim Zigarettenholen. Ich sagte: 'Komm doch nachher noch zu mir.‘ Da hat sie nur traurig geschaut und gesagt: 'Ach Maria, ich weiß nicht.'‘“ Hätte man sich schon da Sorgen machen müssen?

Lebens-Rolle?
1987 feierte die 42-Jährige mit der ZDF-Serie Anna ihren Durchbruch. Doch die Telenovela wurde ihr bald zum Verhängnis. "Die Rolle der Anna hat mir mein Leben versaut“, gestand Silvia Seidel 2011 gegenüber der Freizeit Revue und fügte hinzu: "Ich wollte nur noch weg aus Deutschland. Es war unerträglich geworden für mich. Ich konnte nicht mehr über die Strasse gehen, ohne angesprochen zu werden, ich war nicht mehr Silvia, sondern Anna.“

Nach "Anna" blieben die Job-Angebote allerdings aus. "Ich bin oft arbeitslos und weiß dann nicht, wovon ich die Mieten zahlen soll", beschwerte sich die Schauspielerin. Die Rolle ihres Lebens wurde Silvia Seidel schließlich zum unerträglichen Albtraum, die Depressionen verstärkten sich - bis sie schließlich wohl keinen anderen Ausweg mehr sah...

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Thomson
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08.08.2012 08:46:56 Antworten

sie muss wirklich sehr einsam gewesen sein wenn sie die wirtin(!!!) ihrer stammkneipe als vermisst meldet. nicht ein verwandter, sondern die wirtin. das ist wirklich traurig......

Mario Koller
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08.08.2012 08:38:11 Antworten

einfach nur TRAURIG -- und natürlich falsche Hilfe

@lancy (GAST)
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08.08.2012 08:22:09 Antworten

Sie haben mir aus der Seele gesprochen !

Filmegucker (GAST)
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07.08.2012 15:31:30 Antworten

Schade, daß auch so gute Schauspieler sterben müssen. Mein Mitgefühl den Hinterbliebenen. Die trauernde Wirtin gegenüber der Bild: "Silvia kam jeden Nachmittag, trank Bier und Schnaps, drei bis fünf solcher Gedecke. Von solchen "Gedecken kann aber auch dem Leben ein vorzeitiges Ende setzen.

lancey
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07.08.2012 14:29:03 Antworten

Depressionnen machen so viele Menschen kaputt,aus eigener Erfahrung weiß ich,wie schwer man da wieder rausfindet.Leider ist diese Krankheit nach wie vor tabuisiert,daher schämen sich viele Betroffene darüber zu reden. Ärztliche Beratung,gute Freunde und viel Bewegung im Freien können lindernd sein,wenn es nicht all zu schwer ist.Vor allem sollte man sich Zeit geben,nicht zu viel auf einmal in Angriff nehmen.Ein Tagebuch kann ein guter Therapeut sein,mir hat es gut getan. Eine Depression kann auch dazu dienen,einmal ernsthaft nachzudenken welche Dinge sind wirklich wichtig in meinem Leben.Von was und vor allem von wem sollte man sich lösen.Ein längst fälliger Arbeitswechsel? Menschen die mir nicht guttun(die mich aussaugen...)können auch Familienmitglieder sein.. Balast abwerfen,nämlich so viel bis ich wieder leicht durchs Leben gehen kann. War zumindest eine Strategie von mir. Ich weiß,daß ich am Anfang des Weges bin,aber einiges hab ich geschafft und auf das sollte man Stolz sein und bin es auch.gg! Viel Lebensfreude wünscht, lancey