Tony Curtis: Er mochte es heiß

Interview

© AP/dapd/TZ Österreich

Tony Curtis: Er mochte es heiß

Tony Curtis hatte ungemein darunter gelitten, dass er immer einsamer wurde in Hollywood, dass die Liste der Namen, die er aus seinem Telefonbuch streichen musste, immer länger wurde, erzählt seine Ex-Frau, die Wienerin Christine Kaufmann. Der Sohn armer ungarischer Einwanderer aus der Bronx, der eigentlich Bernie Schwartz hieß, unverschämt gut aussah, in den 50ern zu einem "Leading Man“ Hollywoods aufstieg, wurde 85 – fast ein Wunder bei seinem Lebenswandel: Sechs Frauen (ebenso viele Kinder), Unmengen an Alkohol und eine breite Palette an Drogen – er hatte nichts ausgelassen.

Diashow Tony Curtis: Sein Leben in Bildern
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Hollywood-Star Tony Curtis ist im Alter von 85 Jahren verstorben.

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Tony Curtis und Joanne Dru in "Forbidden" (1953).

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1956 mit Burt Lancaster in "Trapez".

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1956: Tony und seine erste Frau, Janet Leigh, mit Tochter Kelly Lee.

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"French Riviera" (1958) mit Frank Sinatra.

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"The Perfect Furlough" (1958) mit Janet Leigh und Linda Cristal.

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Als Frau in "Manche mögen's heiß" mit Marilyn Monroe (1959).

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Tony Curtis und Christine Kaufmann 1964 in Paris. Im Arm: Tochter Alexandra.

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Tony Curtis und Ex-Frau Christine Kaufmann mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra in Rom (1966).

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Tony Curtis und Claudia Cardinale: "Die nackten Tatsachen" (1966).

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Tony und Sohn Nicholas in London (1973).

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Tony Curtis und Johnny Hallyday beim Filmfestival in Cannes.

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Tony Curtis 1960.

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Playboy-Boss Hugh Hefner, Larry King und Tony Curtis (1994).

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Der Schauspieler als Pizza-Koch bei Harrod's - er verriet seine Lieblingsrezepte (1996).

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Porträtaufnahme aus dem Jahr 1997.

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1998 heiratete Curtis unter großem Presserummel die Reitlehrerin Jill Vandenberg. Seine sechste Ehe hielt bis zu seinem Tod.

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Cinevegas International Film Festival (2000).

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2002 bei einem Boxkampf in Las Vegas.

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Tony Curtis malte auch: 2008 präsentierte er seine Bilder bei Harrod's.

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2008 erschien auch seine Autobiografie "American Prince A Memoir".

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Im April 2010 beim TCM Classic Film Festival.

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Nobody is perfect
"Nobody is perfect“, das berühmte Zitat aus seinem größten Erfolg "Manche mögen’s heiß“ wird auf seinem Grabstein stehen. Ein Satz, den Ex-Frau Christine Kaufmann wohl unterschreiben kann, die sich dennoch liebevoll an ihn erinnert:

ÖSTERREICH: Frau Kaufmann, wie haben Sie von Tony Curtis’ Tod erfahren?

CHRISTINE KAUFMANN: Sein Sekretär hat mich angerufen. Tony war seit Monaten krank, ich glaube, es war für ihn auch eine Erlösung, weil er lange künstlich beatmet wurde. Seine Frau hat ihn engelartig betreut.

ÖSTERREICH: Werden Sie am Begräbnis Ihres Ex-Mannes teilnehmen?

KAUFMANN: Ich bin gerade bei meiner Tochter Allegra in Mallorca angekommen und werde nicht zum Begräbnis fahren, sondern hier bleiben und auf meinen Enkel Raphael aufpassen. Denn Allegra fährt am Samstag zur Beerdigung nach Las Vegas. Auch die drei anderen Schwestern werden anreisen. Diese vier Mädchen sind sehr eng miteinander, bei der Beerdigung werden auch diese vier ein starker Teil sein.

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihrer Tochter?

KAUFMANN: Meine Tochter ist ziemlich durcheinander. Sie wollte Interviews geben, aber sie kann es derzeit nicht. Es ist emotional zu anstrengend. Jedes Kind reagiert anders. Allegra ist hypersensibel.

ÖSTERREICH: Wie gehen Ihre Töchter mit Tonys Tod um?

KAUFMANN: Meine Kinder waren oft vorwurfsvoll, weil er sich so wenig um sie gekümmert hat. Ich habe ihnen aber immer gesagt, es ist sinnlos, zu erwarten, dass er sich ändert. Es lohnt sich nicht, ihm noch Vorwürfe zu machen.

ÖSTERREICH: Was haben ihm Ihre Töchter vorgeworfen?

KAUFMANN: Dass er zum Beispiel das Studium der Enkeltöchter nicht gezahlt hat, obwohl er das versprochen hatte. Solche banalen Dinge gehören eben auch zur Realität. Wir Frauen haben dann immer zusammengehalten. In dem Fall haben Jamie Lee Curtis und ich die Enkeltöchter finanziell bei ihrem Studium unterstützt. Da sind wir ein unbesungenes Helden-Gespann.

ÖSTERREICH: Werfen Sie ihm das auch vor?

KAUFMANN: Nein, man muss sich an die guten Zeiten erinnern. Und ich nehme mit, was er seinen Kindern und Enkelkindern weitervererbt hat. Seinen Humor. Und seine Begabungen. Er konnte sehr gut zeichnen, was von der Außenwelt nie wahrgenommen wurde.

ÖSTERREICH: Wann haben Sie Tony zuletzt gesehen?

KAUFMANN: Zuletzt in Ungarn, es ist schon fast sechs Jahre her, kurz, nachdem Allegra das Kind bekam. Auch seine Frau und meine andere Tochter waren dabei. Ich habe damals alles Schöne, was ihn ausmacht, gespürt: seinen Charme, aber auch seine Ambivalenz. Wir waren mit ihm Abendessen und haben viel gelacht. Wunderschön. (lacht). Es war, als ob keine Zeit vergangen wäre.

ÖSTERREICH: Wie behalten Sie Tony in Erinnerung?

KAUFMANN: Es gab einen wunderbaren Tony Curtis, einen schillernden, einen amüsanten, einen hochintelligenten und hochbegabten Tony Curtis. Und es gab einen Finsteren. Er war auch eigentlich ein typischer Ungar, was man natürlich bei einem US-Filmstar vergisst. Wer Ungarn kennt und auch diese Mentalität, weiß, dass hinter diesem Witzigen, Feurigen auch dieses Depressive lauert. Und das war sicher ein wesentlicher Bestandteil seiner Persönlichkeit.

Autor: Maria Jelenko
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