Life Ball: Die erste Bilanz

Rekord-Erlös

© Phillp Enders, Hans Klaus Techt

Life Ball: Die erste Bilanz

Unter dem Motto „Lan­ding on Planet Life Ball“ waren sie alle gekommen: schrille Aliens, knallbunte Astronauten, halb nackte Space-Cowboys – der Rathausplatz in Wien wurde am Samstagabend zur überirdischen Feier-Zone – und zu einer galaktischen Geldmaschine.

1,2 Mio. Erlös erhofft
Organisator Gery Keszler zog noch Samstagnacht nach der Eröffnung eine erste Zwischenbilanz. Im Hinblick auf 50.000 Schaulustige vor dem Rathaus und Stars wie Hollywood-Schauspielerin Sharon Stone, „Sex and the City“-Ikone Kim Cattrall und Supermodel Linda Evangelista, sagte er: „Ich bin stolz, dass wir es wieder geschafft haben. Jetzt hoffe ich, dass wir das Ergebnis der Einnahmen des Vorjahres toppen können.“ 2007 wurden mit dem Ball 1,2 Millionen Euro eingenommen – ein Rekord.

Die nackten Zahlen
Hinter den Spenden steht Jahr für Jahr harte Arbeit. Hunderte freiwillige Mitarbeiter stellen die Party des Jahres auf die Beine. Die nackten Zahlen des heurigen Balls: Über 328 Laufmeter Bar wurden 100.000 Getränke verkauft, darunter 1.800 Flaschen Sekt und 1.200 Liter Wodka – gekühlt mit 20.000 Eiswürfeln. Um für die sexy Show den perfekten Rahmen zu bieten, wurde der Rathausplatz mit elf Tribünen und einer Hauptbühne ausgestattet, 500 Security-Mitarbeiter und 1.000 Meter Gitter und Absperrungen sorgten für Sicherheit.

ORF als Ausreißer
Einzig die TV-Übertragung im ORF reihte sich heuer nicht in die Liste der Superlative ein. Mit Spitzenwerten von lediglich 343.000 Sehern lag die Übertragung klar unter dem Vorjahrswert von 450.000 Zuschauern.

Großer Ball – große Wirkung
Die Bilanz seit dem ersten Life Ball im Jahr 1993 lässt sich trotzdem sehen: Insgesamt 10,4 Millionen Euro konnten seither für die AIDS-Hilfe lukriert werden. Der Spendenerlös vom Vorjahr etwa wurde auf 14 nationale und internationale AIDS-Hilfsorganisationen aufgeteilt.

Wie wichtig das Geld ist, zeigt das Beispiel der Organisation „Positiv leben“. Günter Tolar gründete die Initiative im Jahr 1992, nachdem sich sein Lebensgefährte aufgrund seiner AIDS-Erkrankung das Leben nahm. Heute sagt Tolar: „Ohne den Life Ball müsste ich zusperren.“ Sagenhafte 868.240,93 Euro wurden seit 1993 aus Life-Ball-Geldern an „Positiv leben“ überwiesen.

Durch Keszlers unermüdlichen Kampf ist das Thema AIDS heute kein Tabu mehr in Österreich. Tolar dazu: „Vor dem Life Ball bin ich hausieren gegangen, meist abgeblitzt oder als Schwein beschimpft worden. Das war ziemlich schlimm.“

Ehrung
Kein Wunder, dass Keszler für sein jahrelanges Engagement jetzt offiziell von der Republik Österreich geehrt wurde. Am Samstag wurde ihm von Bildungsministerin Claudia Schmied auf der Life-Ball-Bühne das Goldene Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik Österreich überreicht.

Bildcredit: Phillip Enders, Hans Klaus Techt

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