Michael Jackson:

Bio "Unmasked"

© AP

Michael Jackson: "Ich bin am Ende"

Im letzten Moment wurden die Druckmaschinen angehalten. „Unmasked”, das Buch von Star-Autor Ian Halperin über intimste Details von Michael Jackson sollte zum Comeback-Konzert von Jacko in London erscheinen und war schon fix und fertig. Doch dann starb die Pop-Ikone und Halperin fügte ein letztes Kapitel mit 50 Seiten hinzu.

Das Resultat
Das Skandalbuch des Jahres. Und der aktuellste Buchnachruf aller Zeiten: Am 14. Juli landet das explosive Werk bereits im US-Buchhandel. Fünf Jahre lang recherchierte der investigative Reporter, der regelmäßig CBS-TV („60 Minutes”) und „Court TV” beliefert, an dem Werk, Untertitel „The Final Years of Michael Jackson”.

Halperin fand lange keinen Verlag, dann erbarmte sich die kanadische Mini-Firma „Transit Media“ und sitzt nun auf einer Goldmine. Eine Million Stück des 354-Seiten starken Buches will der Verlag jetzt in den USA auflegen (obwohl man hier ursprünglich gar nicht erscheinen wollte) – und das ist erst der Anfang.

Halperin hat Erfahrung mit Tell-Alls über Stars: In insgesamt neun Büchern nahm er etwa Musikdiva Celine Dion oder den an einer Überdosis gestorbenen “Nirvana”-Sänger Kurt Cobain ins Visier. Für Aufsehen sorgte der Autor mit einer provokanten Aussage letzten Dezember: “Michael Jackson hat nur mehr sechs Monate zu leben!” Er begründet seine fast gespenstische Treffsicherheit: Er hätte praktisch jahrelang innerhalb des “Jackson Camps” gelebt und deshalb hätten viele seiner Getreusten so offen über den desolaten Zustand des Popstars ausgepackt.

Im Vorabdruck
„Unmasked“ – Autor Ian Halperin selbst hat das Buch für die britische Zeitung „Daily Mail“ zusammengefasst.

Kaum zu glauben, aber dokumentiert. Im Dezember 2008 gab Ian Halperin dem US-Blatt „In Touch“ ein Interview. Die Zeitschrift wusste, dass er an einer Jackson-Biographie arbeitete und intimer Kenner des Jackson-Clans war. Dem Journalisten Noah Levy erzählte der Bestseller-Autor: „Michael Jackson hat nur mehr sechs Monate zu leben.“

Donnerstag letzter Woche, am 25. Juni, wurde die Vision zur bitteren Realität. Michael Jackson starb in Los Angeles, fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem Interview.

„Unmittelbar nachdem ,In Touch' am Markt war, hat sich Jacksons Pressesprecher Tohme zu Wort gemeldet“, sagt Halperin. „Er hat gesagt, dass meine Geschichte eine komplette Erfindung sei. Leider hat ihm die Welt geglaubt ...“

Übernächste Woche, am 14. Juli, erscheint die Jackson-Biographie des Mannes, der Jackos Tod vorhergesehen hatte. ÖSTERREICH druckt die besten Passagen aus dem Buch in einer Serie. Lesen Sie hier Teil 1.

Die letzten Monate vor der Konzerttour erreichte das Drama um Jacksons Gesundheitsprobleme dramatische Höhepunkte. Er verfiel rapide:

„Jeder, der Michael kannte und einen Blick hinter die Maske aus Schminke, Mundschutz oder bunten Kostümen werfen konnte, wusste: Für diesen gebrechlichen, alten Mann war der Plan für 50 Konzerte ein Wahnsinn, letztendlich fatal. Viel wurde geschrieben über sein schrilles Auftreten, seine Fantasiekostüme. Doch wirklich grotesk war, was sich dahinter verbarg: Jacksons tatsächliches Aussehen war furchtbar, die Flecken auf der Haut vom chemischen Bleichen, der Haarausfall, die verfärbten Fingernägel. Er hatte eine umfassende Kollektion von Perücken im Schrank, um seine grauen Haare zu verstecken. Seine Figur erinnerte an ein Skelett: Bis auf die Knochen abgemagert, regelrecht geschrumpft. Es schien offensichtlich, dass er kaum ein einziges Konzert überstehen hätte können, geschweige denn 50. Michael Jackson konnte nicht mehr singen, an vielen Tagen oft kaum reden. Auch beim Tanzen tat er sich zusehends schwerer.“

„Als die Proben nicht so liefen, wie es sich Michael Jackson vorgestellt hatte, und die gesundheitlichen Probleme zunahmen, überkam den Popstar eine regelrechte Panik“, schreibt Halperin. Das Konzert drohte zum totalen Desaster zu werden. Nach außen hin wurde eine heile Welt vorgespielt, auch um das Milliardengeschäft um das Comeback nicht in Gefahr zu bringen. Jackson brauchte das Geld. Aber: Das Drama eskalierte:

„Unterschrieben hatte Jackson den London-Vertrag einerseits wegen Geldknappheit, doch vor allem, da ihm jemand einredete, dass er damit ein „glorreiches Come­back” hinlegen könnte. Sorgen über den Zustand des Stars überschatteten die Verhandlungen: Seine Auftritte sollten auf nur 13 Minuten beschränkt werden.

Schockierend
Jackson schien komplett die Kon­trolle über sein eigenes Leben verloren zu haben, dachte zunächst sogar, nur zehn Konzerte absolvieren zu müssen: „Die wollen, dass ich 50 mache”, beschwerte er sich: „Wie soll ich das durchstehen? Ich bin doch kein großer Esser, ich muss Gewicht zulegen.”

Immer offensichtlicher wurde die komplette Panik, die Jackson befiel: Anstatt Kilo zuzulegen, litt er an Magersucht, kotzte die wenigen Mahlzeiten wieder hoch. Ein Insider: „Er aß nicht mehr, er schlief nicht mehr, und wenn er schlief, hatte er Albträume, dass ihn jemand umbringen wollte.“

Seine Helfer fürchteten, er würde sich das Leben nehmen. Einer: „Er sagte immer, er werde so enden wie Elvis. Es war eine Obsession, doch in seiner Stimme schwang mit, dass er selbst sein Leben nicht mehr wollte, dass er es satt hatte, müde war.“ Er hätte lieber sterben wollen, als sich auf der Bühne zu blamieren. Helfer versuchten, ihn bei Laune zu halten: „Sie fütterten ihm Pillen wie Zuckerln“, beschwerte sich ein Zeuge.

Dabei ist Jacksons Medikamentensucht gut dokumentiert: Die Schmerzmittel Demerol und Morphin soll er seit 1984 regelmäßig verwendet haben. Da hatte er sich bei einer Pepsi-Werbung Verbrennungen zugezogen.

"Ich bin am Ende”
„Jackson war auf den Geschmack von Schmerzmitteln gekommen. Dazu soll er unter Schizophrenie gelitten haben, wie einer seiner Brüder einmal erzählte: Auch deshalb wäre er mit Medikamenten in Kontakt geraten. Gerne warf er auch „OxyContin” ein, Spitzname „Hillbilly-Heroin”, wegen des prompten Hochgefühls. Am 21. Juni erzählt Jackson einer meiner Kontakte innerhalb der Villa: Er wolle sterben, er hätte seine Stimme und seine Bewegungsfähigkeit verloren, es drohe ein Debakel. Im O-Ton: „Es wird nicht klappen, es wäre besser, wenn ich tot wäre, es gibt keinen Ausweg. Ich bin am Ende.”

Der Anfang vom Ende sei im Jahr 2005 zu suchen, schreibt Autor Ian Halperin. Jackson wurde da im Kinder-Sexprozess freigesprochen, doch er hatte den Halt verloren, blieb traumatisiert zurück wie niemals zuvor in seinem Leben:

„Die Headlines flashten über CNN: Michael Jackson freigesprochen! Die Geschworenen hatten die von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Dokumentation angeblicher sexueller Übergriffe auf Gavin Arvizo (13) für nicht schlagkräftig genug gehalten.

Nach fünfmonatigem Prozess wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch konnte Michael Jackson das Gericht als freier Mann verlassen. Die zwölf Geschworenen in der kalifornischen Kleinstadt Santa Maria sprachen den Sänger in allen zehn Anklagepunkten frei. „Herr Jackson, Sie können gehen“, sagte Richter Rodney Melville.

Der Spruch war eine Sensation
Denn nach ähnlichen Vorwürfen 1993 mit dem ebenfalls 13-jährigen Jordan Chandler hielt ihn kaum mehr wer für unschuldig. Jacksons Aussage in einer TV-Doku half auch nicht besonders: „Ich mag es, mit Buben im Bett zu schlafen, wir alle in Pyjamas, herrlich.” Er wirkte, als würde er gar nicht verstehen, warum das anstößig sein könnte.“

So wurde Jackson von seinem Clan ausgenutzt:

„Auch ich begann meine Recherchen mit der Annahme, dass er schuldig sei“, schreibt Autor Ian Halperer. „Heute glaube ich das nicht mehr: Ich konnte keine Spur irgendeines handfesten Beweises finden, dass Jackson jemals ein Kind belästigte.

Dafür fand ich genügend Indizien, dass alle, die ihn beschuldigten, getrieben waren von Geldgier und jegliche Glaubwürdigkeit vermissen ließen. Auch das trat in dem Prozess deutlich zutage. Natürlich ist Jackson auch selbst schuld: Weiter Kinder in sein Bett zu lassen, grenzte an kriminelle Dummheit.“

Die Polizei-Einvernahme nach den Kindesmissbrauchs-Vorwürfen wirft ein bizarres Licht auf die Jackson-Psyche. Der Pop-Star, der Millionär, nun behandelt wie ein Normalsterblicher. Die Beamten fordern Jackson auf, sich komplett auszuziehen:

„Es war ein Horror für Michael, dass er sich 1993 nackt vor Polizisten präsentieren musste. Er stand damals unter dem dringenden Verdacht, den 13-jährigen Jordy Chandler missbraucht zu haben. Der Teenager hatte Anzeige bei der Polizei erstattet und dabei detaillierte Beschreibungen von Jacksons Körper und seinen Genitalien abgegeben.

Um dies zu überprüfen, verlangten die Polizisten von Jackson, sich ihnen komplett unbekleidet zu präsentieren. Gegenüber einer Internet-Seite sagte John Randy Taraborrelli, ein enger Freund des Sängers, dazu: „Er hat die Polizei stundenlang angebettelt, es nicht tun zu müssen. Michael war gebrochen. Er kam ins Wohnzimmer, er war total verstört und trug einen braunen Morgenmantel. Weinend zog er ihn aus und entledigte sich aller Würde.“ Jackson sei nach diesem Vorfall nie wieder derselbe gewesen.“

Das ist neu
Autor Ian Halperin glaubt nicht, dass Jackson Kinder sexuell belästigt hat. Jacko sei vielmehr homosexuell gewesen. Das will Halperin durch „glaubwürdige Gespräche” mit zumindest zwei der Jacko-Lover belegen. Dazu beschreibt er in dem Buch ein bizarres Liebesleben des Stars:

„Einer der schwulen Jackson-Freunde war ein Kellner im Stadtteil Hollywood, der andere ein Mann mit Schauspiel-Ambitionen. Der Kellner lernte Jackson in dem Restaurant kennen, wo der Mann arbeite. Jackson drückte sein Interesse recht unverblümt aus. Die folgende Nacht schliefen sie zusammen. Angeblich hätte sich Jackson in ihn verliebt.

Der Schauspieler hätte im Jahr 2007 für eine Weile praktisch jede Nacht mit dem Star verbracht. Er präsentierte als Beweise Fotos und einen Zeugen. Andere Insider berichteten von einer Serie an jungen Männern, die Jacksons Häuser zu allen Tag- und Nachtzeiten frequentierten. Als er in Las Vegas lebte, hätte er sich sogar mit Liebhabern in ein mit Ratten verseuchtes Motel davongestohlen.“

Ian Halperin sagt den Jackson-Tod voraus:

Im Dezember 2008 gab ich ein Interview in „In Touch“. Darin sagte ich: „Michael Jackson hat nur mehr sechs Monate zu leben“. Dass meine Prognose fast auf den Tag genau eintrifft, schockiert mich zutiefst.“

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