Barbara Eselböck: Endlich unter der Haube

Liebes-Glück

Barbara Eselböck: Endlich unter der Haube

Die Lovestory von Barbara Eselböck, 32, und Alain Weissgerber, 44, bewegt sich im Krebsgang. Sprich: irgendwie verkehrt. Zuerst kamen nämlich die Kinder: Rosa ist heute sieben und Franz Ferdinand vier. Danach kamen Krisen. Und im Vorjahr läutete das Paar den Generationswechsel im Vier-Haubenlokal Taubenkobel ein. Denn in Haubenkoch Weissgerber hat der Gourmetstar Walter Eselböck einen kongenialen Partner gefunden. Den finalen Schritt ihrer Liebe wagen Barbara Eselböck und Alain Weissgerber aber erst jetzt: Am 30. April 2012 treten die beiden nun endlich vor den Traualtar. Was so viel heißt wie: Dann steigt die Gourmet-Hochzeit des Jahres. Das Hochzeits-Interview.

Was war der Grund für den plötzlichen Entschluss, zu heiraten?
Barbara Eselböck: Die Liebe ist so groß geworden, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe (lacht). Nein, im Ernst: Vor dem Heiraten habe ich einen riesigen Respekt, da geht nichts drüber. Und das habe ich mir bis jetzt nicht zugetraut.
Alain Weissgerber:
Wir zwei haben in den letzten Jahren viel erlebt und überlebt (lacht). Die ersten drei Jahre sind wie Urlaub, man sieht alles nur rosarot. Dann kommt die wirkliche Kennenlernphase, und wenn man die überlebt, kann man heiraten. Es war gut, dass wir so lange gewartet haben.

Das heißt, Eure Beziehung stand auch schon mal auf der Kippe. Seid Ihr stolz darauf, Euch nicht getrennt zu haben?
Eselböck: Stolz ist das falsche Wort. Aber wenn die Krise vorbei ist, weiß man, dass es sich ausgezahlt hat.
Weissgerber: Die meisten Paare sind nicht bereit, da durchzugehen und trennen sich lieber.
Eselböck: Es geht ja meistens nicht um den anderen Menschen, sondern darum, dass du dich selbst änderst. Und das ist bekanntlich am schwersten.

Wie hast Du Dich verändert, Barbara?
Eselböck: Ich bin nicht mehr so egoistisch. Heiraten bedeutet für mich auch, erwachsen zu sein. Ich traue mir jetzt zu, für eine sehr lange Zeit mit Alain zu leben.Weissgerber: Du bist viel ruhiger geworden, willst nicht mehr 100 Dinge auf einmal machen. Eltern werden ist Euch leichter gefallen, als eine Beziehung zu führen. Barbara war nach sechs Monaten schwanger...
Weissgerber: Es war noch schneller. Barbara war nach zwei Monaten schwanger. Für mich war es überraschend, denn ich hatte es medizinisch verbrieft, dass ich nicht Vater werden kann. Aber wenn die richtige Frau kommt, geht es offenbar dann doch...

Gab es denn nun einen romantischen Heiratsantrag?
Weissgerber: Nein, das haben wir beide nicht gebraucht.
Eselböck: Vor einigen Jahren hat mir Alain in Venedig einen Heiratsantrag gemacht. Ganz spontan auf einer Brücke. Das war so kitschig, dass ich damals nur lachen konnte und abgelehnt habe. Alain war verständlicherweise beleidigt.
Weissgerber: Aber ich habe Barbaras Vater um Erlaubnis gefragt. Es war nach einem Kochevent in Versailles in Paris. Walter und ich saßen in der ältesten Brasserie bei Kalbsnieren. Da habe ich mir gedacht: Hier ist ein guter Platz, um mir die offizielle Erlaubnis von Walter zu holen. Überrascht war Walter über die Frage natürlich nicht.

Wirst Du in einem weißen Kleid heiraten?
Eselböck: Das möchte ich unbedingt. Deswegen habe ich zu Alain gesagt, unsere Hochzeit muss vor meinem 35. Geburtstag sein, damit ich noch ein weißes Kleid tragen kann. Aber wir wollen keine große burgenländische Hochzeit.

Vor zwei Jahren ist Euer Lokal „Die Blaue Gans“ in Weiden am Neusiedlersee komplett abgebrannt. Seit einem Jahr arbeitet Ihr nun im „Taubenkobel“ mit. Wie läuft dieser Generationswechsel?
Eselböck: Wir haben uns lange überlegt, ob wir gleich oder später einsteigen sollen. Meine Eltern sind noch sehr jung und wir wollten nicht ewig in der Warteschleife stehen. Aber jetzt erledigen Alain und ich alles, was unseren Eltern nach 30 Jahren nicht mehr so großen Spaß macht. Weissgerber: Mir hätte nichts Besseres passieren können. Walter und ich ergänzen uns ideal. Jeder hat seine Stärken und das macht es aus. Ich durchlebe auch eine Lernphase, weil ich nun auf einem ganz anderen Niveau koche. Die Karte stellen wir trotzdem auf gleicher Augenhöhe zusammen.Eselböck: Wir mussten uns natürlich schon umstellen. Jeder von uns – auch meine Eltern – nimmt sich ein Stück zurück. Doch eines ist klar: Das letzte Wort hat noch immer der Papa. Aber das ist auch gut so, denn einer muss die Linie vorgeben.
Weissgerber: Wenn man das kapiert und akzeptiert hat, geht alles ganz leicht.Der aktuelle Gault Millau schreibt: „Das Essen im Taubenkobel war noch nie so gut.“ Ein schöneres Lob für die Zusammenarbeit gibt es nicht, oder?
Weissgerber: Wir haben das Konzept komplett geändert. Bei uns gibt es keine Menüs mehr zur Wahl, sondern wir bieten auf der Karte nur mehr Genusszeit an. Die Gäste bekommen ein Überraschungsmenü serviert. Wir kochen nur mehr mit Zutaten, die es hier in unmittelbarer Nähe gibt.
Eselböck: Was bei uns serviert wird, ist im Prinzip nicht nur ein Gericht, sondern auch eine Weltanschauung. Wir gelten zwar als Luxusrestaurant, sind in Wahrheit aber alternativ. Denn unsere Zutaten sind alle aus Demeter-Anbau.Walter Eselböck schwärmt über Alain, dass er sich mit ihm blind versteht. Seht ihr das auch so?Eselböck: Ich glaube, mein Vater hat jetzt das Gefühl, sich nicht mehr verbiegen zu müssen. Früher musste er seinen Sous-Chefs natürlich auch Platz zur Verwirklichung geben. Nicht alle Gerichte waren immer zu 100 Prozent die Linie meines Vaters. Aber bei Alain und ihm gibt es keine Unterschiede. Sie sehen vieles gleich.
Weissgerber: Vor 15 Jahren hat mich Walter überraschend zu einer Kocheinladung von Walter Puck nach Los Angeles mitgenommen. Barbara und ich kannten uns noch gar nicht. Schon damals hat Walter zu mir gesagt: „Du wärst der richtige Nachfolger...“

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