Chefin des Circus Krone ist gestorben

Christel Sembach-Krone

Chefin des Circus Krone ist gestorben

Die Chefin des Circus Krone, Christel Sembach-Krone, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Wie der Zirkus mitteilte, erlag sie am Dienstag in München einer kurzen, schweren Krankheit. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hatte Sembach-Krone - bis zuletzt - den größten Zirkus Europas geleitet. Ihre Adoptivtochter Jana Mandana Lacey-Krone soll jetzt in fünfter Generation ihre Nachfolge antreten.

Bereits im Alter von zehn Jahren hatte Christel Sembach-Krone ihr Manegendebüt gegeben; damals saß sie auf einem Pferd mit dem Namen "Lockvogel". "Es hat nicht einen Moment in meiner Kindheit gegeben, in dem ich daran gezweifelt hätte, Zirkus zu machen", sagte sie einmal in einem Interview. Direktorin, Tierlehrerin und Managerin - ihr Leben gehört dem Zirkus.

Von 1956 bis 2006 stand Sembach-Krone mit ihren dressierten Pferden in der Manege. Sie ließ ihre schneeweißen Araberhengste und pechschwarzen Friesen aus künstlichem Nebel heraustraben oder überraschte mit völlig neuen Dressurnummern: Sie ließ Pferde mit Elefanten oder mit einer Giraffe auftreten, vereinte unterschiedliche Tiere in einer Dressur.

Neben künstlerischer Leitung auch um Logistik gekümmert

Sembach-Krone hat nicht nur Dressuren erarbeitet und trainiert. Sie engagierte die Künstler, stellte das Programm zusammen, kümmerte sich um Logistik und Tourneen und saß in jeder Generalprobe. Aus allen Kontinenten holte sie die Artisten zusammen. Ihr Ziel war ein harmonischer Dreiklang aus Tierdressuren, Artistik und Clownerie: "Die Mischung muss stimmen", sagte sie.

Auf die Frage, ob sie die Verantwortung für ihren Zirkus mal abgeben wolle, antwortete die Zirkus-Sprecherin Susanne Matzenau im vergangenen November zum 80. Geburtstag ihrer Chefin: "Zirkus ist ihr Leben. Die Frage stellt sich nicht."

Ihr Großvater Carl Krone hatte einst den Weltruhm des Circus Krone begründet. Vor mehr als 100 Jahren zeigte er den Menschen eine neue Sensation: Der Löwe Pascha thronte stolz und friedlich auf dem Rücken eines Pferdes - eine Revolution im deutschen Zirkus. Carl Krone wollte Tiere nicht mehr nur zeigen, sondern dressieren.

Zwar sind Zirkusunternehmen immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt, weil Tierschützer - und inzwischen auch zahlreiche Kommunen - nicht wollen, dass Wildtiere zur Belustigung des Publikums durch die Manege wandern müssen.

An den Besucherzahlen merkt der Circus Krone das aber nicht. Konstant mehr als eineinhalb Millionen Menschen besuchen die Shows pro Jahr. Seit fast 100 Jahren hat der Zirkus ein festes Haus in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs.

"Ein Zirkus ohne Tiere ist kein Zirkus, sondern ein reisendes Theater oder Varieté", sagte Sembach-Krone vor einigen Jahren. "Guten Zirkus wird es geben, solange die Sterne am Himmel stehen."

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