Sonderthema:
Jazz Gitti:

Traummann gesucht

Jazz Gitti: "Will mich verlieben"

Diese Powerfrau hat ganz Österreich im Griff: Jazz Gitti (69) hat bei Dancing Stars die Herzen der Fans im Sturm erobert. Mit ihrer bodenständigen Art und ihrem frechen Mundwerk stellt sie selbst die besten Tänzer in den Schatten. Und ein Ende der Gitti-Mania ist nicht in Sicht. Rund um ihren Siebziger am 13. Mai will die Sängerin auch ohne gestrenge TV-Jury karrieretechnisch wieder ordentlich angasen.

Karriereturbo
An ihrem runden Geburtstag erscheint ihr neues Album Gib net auf!, für Freunde und Fans schmeißt sie eine Party. Dazu plant Jazz Gitti eine Österreichtour und ein brandneues Bühnenprogramm. An Ruhestand ist nicht zu denken: „Ich bin eine Rampensau. Was sollte ich auch sonst machen? Daheim stricken ist nicht meines.“

Flirtwillig
Doch die Power­frau hat nicht nur beruflich noch viel vor. Auch privat hegt sie einen Wunsch. „Ich möchte mich noch einmal verlieben“, verrät sie im großen ÖSTERREICH am SONNTAG-Interview (s. unten).

Seit die Liebe zu ihrem Manager Roman Bogner zerbrach, wandelt Gitti auf Solopfaden. Einsam sei sie nicht, stellt sie klar. Aber ein neuer Partner wäre schon ganz schön. Das Problem dabei, wie sie unter lautem Gelächter beichtet: „Die Männer haben alle Federn vor mir!“ Bodenständig müsse der Traummann sein, „lieber Holzfäller als Künstler“, es ernst mit ihr meinen und „mich voll lieb haben, sonst drückt er mich nicht durch.“

Und: Anders als auf der Bühne gibt Jazz Gitti beim Flirten gern das Zepter ab. Sie will von einem Mann erobert werden: „Ich war nie eine, die von sich aus jemanden anbrät.“

Das Interview

ÖSTERREICH: Sie waren bei Dancing Stars von Anfang an die große Sympathieträgerin. Hat Sie der große Gitti-Hype selbst überrascht?
Jazz Gitti:
Dass ich österreichweit bekannt und beliebt bin, das weiß ich. Aber wie beliebt, das weiß ich erst seit Dancing Stars. Die Leute sind so lieb. Anscheinend ist die Zeit reif für Menschen, die die Wahrheit sagen, die das Herz am richtigen Fleck haben und sich nichts gefallen lassen. Und ich habe ja auch eine Botschaft: ­Viele Zuschauer sind in meinem Alter. Die sagen sich, wenn die Gitti das macht, dann kann ich das auch. Und dadurch sind sie motiviert, selbst Sport zu machen. Das freut mich. Und dann gibt’s auch viele Junge, die sagen, deine Musik ist nicht meine, aber du bist eine coole Alte.

ÖSTERREICH: Von vielen neuen Fans abgesehen, was haben Sie für sich bei Dancing Stars sonst noch mit­genommen?
Jazz Gitti:
Körperlich bin ich fitter. Sport ist absolut wichtig. Und das Tanzen macht mir so einen Spaß, das will ich weitermachen. Da wirst du so elastisch. Ich habe wirklich Muskeln aufgebaut. Meine Oberschenkel sind fester geworden. Ich gehe jetzt auch viel graziöser. Nur wenn ich müde bin, verfall ich ­wieder in den alten ­Hatscher. Was ich sonst noch mitgenommen ­habe? Hühneraugen.

ÖSTERREICH: Und einen Intimfeind, Stichwort Juror Balázs Ekker?
Jazz Gitti:
Ach was. Der Balázs hat den Auftrag, der Böse zu sein. Das andere ist, er hat keine Ahnung, wie er mit einer Frau wie mir umzugehen hat. 
Der hat so jemanden wie mich noch nie getroffen. Er ist geschockt. Privat ist er eh ein lieber Mann. Er hat ja auch eine ganz liebe Frau.

ÖSTERREICH: Wie gehen Sie generell mit Kritik um? Denn die gibt es trotz der großen Sympathiewelle 
natürlich auch.
Jazz Gitti:
Man muss sich akzeptieren, wie man ist, an seinen positiven Seiten arbeiten und was nicht geht, geht nicht. Nobody is perfect. Richtige Kritik und Meinungen von anderen akzeptiere ich voll. Ich will ja auch, dass man mich toleriert und akzeptiert. Und bei denen, die sich so aufregen und total gegen mich sind? Das ist auch gut, für ihre Gesundheit. Das bewegt ihr Blut, das ist eine Vorbeugung gegen Gehirnschlag. Was nicht so nett ist, ist, wenn sie einfach ordinär schreiben „die blade Sau soll sich schleichen“. Darauf reagiere ich dann gar nicht, weil ich will mich nicht mit ihnen auf eine Stufe stellen.

ÖSTERREICH: Am 13. Mai werden Sie 70. Freuen Sie sich darauf – oder ist der Siebener auch ein kleiner Schock?
Jazz Gitti:
Wurscht ist mir der Siebziger nicht. Aber wer ihn nicht erleben will, der muss sich aufhängen. Eigentlich muss man dankbar sein, dass man ihn erlebt und noch fit und gesund ist. Aber der Schock ist da, ja, das Wissen, jetzt bist im Endspurt. Das wird einem schon bewusst. Aber das motiviert mich, wirklich jeden Tag zu genießen, weil es kann ja der letzte sein. Ich habe immer draufgedrückt und nichts ausgelassen, beim Hackeln und beim Spaß. Bevor ich sterbe, möchte ich mich noch einmal verlieben.

ÖSTERREICH: Dancing Stars wäre dafür ja eigentlich der Klassiker.
Jazz Gitti:
Geh bitte, das sind ja alles Kinder (lacht). Nein, ich war nie eine, die am Arbeitsplatz etwas angefangen hat. Außerdem steh ich eigentlich nicht so auf Künstlertypen. Ich hab gern bodenständige Männer. Holzfäller oder so. Und er muss auch gute Nerven haben. Aber das Wichtigste ist, dass er mich wirklich voll lieb hat, weil sonst drückt er mich nicht durch. Der Robert Bogner, mein Manager, war meine große Liebe. Das war sehr schön. Und jetzt schauen wir mal. Ich bin eine Frau, die macht entweder alles oder nichts. Wenn ich keinen neuen Mann mehr finde, ist es auch in Ordnung. Dass ich eine ­Beziehung nur eingehe, damit ich nicht alleine bin, das mag ich nicht.

ÖSTERREICH: Gibt’s Männer, die Sie bei Dancing Stars gesehen und jetzt vielleicht ihr Interesse an Ihnen bekunden?
Jazz Gitti:
Nein, das ist ja das Nächste: Mich spricht kaum wer an. Die haben alle Federn vor mir (lacht). Vielleicht hat jemand leise etwas gemacht und ich ­habe es, weil er mir wahrscheinlich eh nicht gefällt, nicht kapiert. Ich bin ja jetzt nicht eine, die anbrät oder so. Ich muss schon spüren, dass einer Inter­esse hat, sich Zeit nimmt, dass er mich lieb hat. Sonst geht das nicht. Da war ich immer schon so. Also wenn es was Gescheites sein soll. Wenn man jung ist, das wissen wir alle, reicht’s manchmal schon, wenn er den Dackelblick aufsetzt.

ÖSTERREICH: Ihr Geburtstagswunsch wäre also ein ­fescher Holzfäller, der es mit Ihnen ernst meint? Oder was steht sonst auf der Liste?
Jazz Gitti:
Gesundheit. Alles andere kommt von allein. Wenn ich gesund bin, kann ich mein Leben genießen. Und die kleinen Freuden, die es bietet. Wenn du immer auf große Dinge wartest, auf den Holzfäller oder auf den Ritter auf dem weißen Pferd, vertust du nur deine Zeit. Deshalb genieße ich sie stattdessen lieber mit dem, was es gibt. Das kann ein Lachen sein, ein liebes Wort, solche Dinge.

ÖSTERREICH: Sie bringen zum Siebziger auch Ihr neues Album heraus. Werden Ihre Fans Sie dann bald auch wieder live sehen?
Jazz Gitti:
Ja, auf jeden Fall. Mit dem Album gehe ich auf Promotiontour durch die ORF-Landesstudios. Am Muttertag ist ein Konzert am Ameisbach. Und ich freue mich darauf, ein ganz neues Liveprogramm zusammenzustellen. Ich bin eine Rampensau. Wenn die Leute bei meinen Auftritten eine Freude haben, geht mir das Herz auf.

ÖSTERREICH: Sie sind mit Ihrem Tanzlehrer Willi ­Gabalier bekanntlich auch privat befreundet. Schon mal dran gedacht, ihn nach der ORF-Zeit auf Ihre eigene Bühne zu holen?
Jazz Gitti:
Ich wäre dabei. Wenn er will und wenn sich das ergibt, sehr gerne. Der Willi ist noch jung, der muss anders planen als ich. Aber ich habe auch noch viel vor. Mein Wunsch wäre es ja, auf der Bühne einen Abgang zu machen. Aber das kann man ja nicht bestimmen. Ich will nicht sagen, noch zwei Jahre, dann höre ich auf. Das ist Blödsinn. Ich will meinen Job so lange machen, solange meine Stimme hält, ich Kraft ­habe und die Leute mich sehen wollen. Was soll ich sonst daheim machen? Stricken? Ich habe ein paar Mal stricken versucht, das ist nicht meins. 


Interview: Astrid Hofer

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