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Lauda: „Reich werden wie ein Weltmeister“

Niki Lauda (66) hat alles erreicht: dreifacher Formel-1-Weltmeister, Multi-Unternehmer, Millionär, Mercedes-Aufsichtsrat, Familienvater. Jetzt schrieb er ein Buch: Reden wir über Geldlautet der Titel. Er zeichnet darin seine aufregende Lebensgeschichte nach, verrät spannende Details über seine Verhandlungstaktik, sein Leben mit Geld, seinen Sparmeister-Tick: „Dass mich die ganze Welt für den größten Sparmeister hält, stört mich null“, schreibt er: „Ich hab ja nichts zu verschenken.“ Aber: „Ich weiß sehr wohl, was ich zu tun habe, wenn jemand wirklich auf mich zählt.“

1. Hinterfrage alles: Gehe Deinen eigenen Weg. Auch gegen Widerstände. Das Geld folgt dann schon.

2. Denke in Zahlen: Bei Geld sehe ich nur Zahlen. Keine Scheine, keine Münzen, keine Emotion. Ich liebe Zahlen. Ich habe alle relevanten Zahlen, aus all meinen bisherigen Verträgen der letzten vierzig Jahre, da oben im Kopf gespeichert. Ich weiß auch heute noch, wie viel ich für den Anzug hingeblättert hab, den ich mir für die Hochzeit von Red-Bull-Teamchef Horner mit Geri Halliwell schneidern ließ: 3.275 €.

3. Sei sparsam: Wer reich werden will, dessen Bedürfnis, Geld zu behalten, muss größer sein als sein Bedürfnis, Geld auszugeben. Für mich ist Geld einfach nur Geld, da steht nichts anderes dahinter.

4. Finde den marktüblichen Preis: Ich bin dabei den direkten Weg gegangen, habe einfach die anderen Fahrer gefragt, was sie verdienen. Ronnie Peterson verdiente zwei Millionen Dollar. Deshalb sagte ich: „Zwei Millionen Dollar, keinen Cent weniger.“

5. Keine Emotionen: Je weniger Emotionen im Spiel sind, desto besser laufen Verhandlungen. Wer beim Geld emotional wird, lässt sich von Gefühlen statt von Fakten lenken.

6. Zeige Desinteresse: Als mich Enzo Ferrari 1977 fragte, wie es mit Geld aussähe, sagte ich: „Fünf Millionen Schilling.“ Der alte Herr schnaubte: „Schweinerei, Frechheit.“ Und: „Wir zahlen überhaupt nichts.“ Ich sagte: „Dann fahre ich eben woanders.“

7. Es gibt immer Spielraum: Nutze ihn, aber nicht auf einmal. Ich kam damals Enzo Ferrari ganz in Ruhe entgegen. Zuerst ein Prozent. Dann vier. Einigung.

8. Sei kein Ja-Sager: Typen wie Ecclestone oder Ferrari respektieren dich mehr, wenn du nicht als Ja-Sager daherkommst, sondern hart verhandelst.

9. Nie nachverhandeln: Ich verhandle nie nach. Das machen nur Leute, die nie zufrieden sind. Für mich gilt: Ich weiß, was ich will.

10. Lasse im richtigen Moment los: Du musst hart arbeiten und im richtigen Moment loslassen können (z. B. beim flyniki-Verkauf an Air Berlin, Anm. d. Red.). Wehmut ist sinnlos.

Lauda: ›Gib kein Geld aus, das du nicht hast‹

ÖSTERREICH: Herr Lauda, können Sie Ihre Geld-Tipps auf einen Satz zusammenfassen?
Niki Lauda: Ganz einfach: Man sollte nur das Geld ausgeben, das man von den Einnahmen abziehen kann und dabei immer auf das Worst-Case-Szenario achten. Viele Leute kaufen sich zu teure Autos, zu teure Wohnungen und sehen sich plötzlich nicht mehr raus.

ÖSTERREICH: Wie rechtfertigen Sie Ihren Privatjet?
Lauda: Ein Luxus, den ich mir Gott sei Dank leisten kann, den ich für meine Arbeit dringend brauche. Ich bin ja nur unterwegs. So bin ich oft Tage früher von Rennen zurück. Wenn du keinen Job hast, der einen Jet rechtfertigt, brauchst du nicht einmal dran denken.

ÖSTERREICH: Was haben Sie aus der Formel 1 gelernt?
Lauda: Dort musst du dich perfekt verkaufen. Trotzdem darf ich in erster Linie nicht denken: „Wie viel Geld kann ich wem abnehmen?“ – sondern an meine Leistung.

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