Sissy Böhm: Der Streit um das Erbe

Interview

Sissy Böhm: Der Streit um das Erbe

Geschlagen, missbraucht, pleite: Karlheinz Böhms († 24. Mai 2014) Tochter Sissy Böhm (60) sorgt mit ihrer Familiengeschichte regelmäßig für Schlagzeilen. Im Sommer packte sie in Im Schatten des Lichts über ihre Kindheit aus: Der berühmte Schauspielvater, so schreibt sie, habe ihre Mutter Elisabeth „Ly“ Zonewa verlassen, als Sissy zwei war. „Ly“ ertränkte den Frust im Alkohol, vergriff sich an der Tochter, habe sie später gar an Männer der Society vermittelt.

Kritiker orteten „haltlose Vorwürfe“, Sissy Böhms Eltern nahmen ihre Sicht der Dinge mit ins Grab.

Schulden
Doch jetzt tobt der nächste Streit: Denn Sissy Böhm ist in Privatkonkurs. Am Landesgericht Innsbruck wurde ein Verfahren eröffnet. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf mehr als 300.000 Euro. Böhm will das nicht auf sich sitzen lassen, kämpft um ihren Anteil am Erbe von Karlheinz Böhm (geschätzte 100 Mio. Euro). „Mein Vater errichtete mit seiner vierten Frau eine Familienstiftung. Seine beiden Kinder aus dieser Ehe, Aida und Nicolas, setzte er als Alleinerben ein“, klagt die Autorin (s. rechts, das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen MADONNA).

Sie selbst bekomme voraussichtlich zwischen 1.000 und 3.000 Euro: „Meine Frage: Was halten Sie von einem Mann, der als Sissi-Kaiser Millionen begeisterte und sich als Philanthrop für Notleidende in Äthiopien engagierte, jedoch sein ganzes Leben sein leibliches Kind total im Stich ließ?“

Der Erbstreit vor Gericht dürfte sich noch in die Länge ziehen. Und Sissy Böhm? Lebt derzeit von Freunden – und sucht einen neuen Job.

(hoa)

Sissy Böhm im Interview

ÖSTERREICH: Stimmt es, dass Sie Privatkonkurs anmelden mussten?
Sissy Böhm: Ja. Im Rahmen der Karl-Böhm-Stiftung für musikalisch hochbegabten Nachwuchs, die ich 1995 gründete, bekam ich von der Bank für Tirol und Vorarlberg ein Darlehen von 120.000 DM. Heute sind es mit Zins und Zinseszins über 300.000 Euro. Diese habe ich bei Weitem nicht.

ÖSTERREICH: Wovon leben Sie heute?
Böhm:
Von der Unterstützung meiner Freunde, die mir für ein Jahr Überbrückungshilfe geben, damit ich wieder auf die Beine komme. Fünf haben meine Miete für die kommenden zwölf Monate gezahlt, damit ich ein Dach über dem Kopf habe. Jetzt suche ich mir eine Aufgabe, die ich im Rahmen meiner Erfahrungen in Eventmanagement, PR und Künstlerbetreuung ausführen kann.

ÖSTERREICH: Wie wurden Sie im Testament Ihres Vaters bedacht?
Böhm:
Laut meinem Anwalt Dr. Erich Lackner werde ich mit einem Betrag zwischen 1.000 und 3.000 Euro bedacht. Mein Vater errichtete mit seiner vierten Frau Almaz eine Familienstiftung, welche sie versorgen soll. Seine beiden Kinder aus dieser Ehe, Aida und Nicolas, setzte er als Alleinerben ein. Meine Frage an Sie, an die Öffentlichkeit: Was halten Sie von einem Mann, der als Sissi-Kaiser Millionen begeisterte und sich als Philanthrop für Notleidende in Äthiopien mit Menschen für Menschen engagierte, jedoch sein ganzes Leben – und bis zum Schluss – sein leibliches Kind total im Stich ließ? Das ist keine Hasstirade, sondern nur unbeschreibliche tiefe Verletzung und große Fassungslosigkeit. Dass er mich sogar nach seinem Ableben vergisst.

ÖSTERREICH: Sie haben viel mitgemacht. Konnten Sie Ihre Eltern überhaupt lieben?
Böhm:
Ich glaube, es liegt in der Natur eines Kindes, Vater und Mutter bedingungslos zu lieben. Ich habe den Herrgott gebeten, mir die Kraft für Vergebung zu geben. Ich weiß, dass sowohl mein Vater als auch meine Mutter noch einen langen Weg haben, bis sie dort – im Himmel – ankommen.

Interview: Alexandra Stroh

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